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Und jetzt: das Wetter

Wetter-Apps gibt es nicht, um sich den nächsten Schneebericht anzuschauen. Eigentlich, öhm, ist das mehr so ein ... Marktplatz. Für die eigenen Daten

Ein Milliarde. Eine Milliarde Accounts, also eigenltich eine Milliarde Menschen. Gut, sagen wir eine halbe Milliarde Menschen, wenn man die russischen Bots und alle anderen Maschinenbrabbler rausnehmen will. Aber eine Milliarde Menschen.

Der NordVPN digital privacy Experte Daniel Markuson sagt, dass eine Milliarde Menschen 2018 Opfer von Data Hacks wurden [1]. Das ist eine nicht ganz unwesentliche Zahl. Und auf die kommt er, wenn er ein paar kleine Hackeraktionen zusammenzählt:

Klar, da waren manche auch zweimal darunter (hey, Moment, mal, ich habe auch Accounts bei … Scheiße…), also kommt die Zahl schon irgendwie hin. Eigentlich wäre es einfacher für alle, wenn wir gleich diese doofen Passwörter abschaffen würden und man einfach offen und ehrlich den seinen Kram im Netz herumstehen ließe. Dann weiß man wenigstens sicher, dass man ein offenes Buch ist.

Um eine andere Seite aufzuschlagen: Es gibt auch den gepflegten Datenaustausch, den man hier noch gar nicht eingerechnet hat. Da wären zum Beispiel Apps, die eigentlich nur den Wetterbericht ausliefern sollen, dann aber doch scheinbar im Gegenzug gerne auf unsere Standortdaten zugreifen und sie meistbietend verkaufen.

Die City von Los Angeles hat die Weather Channel App verklagt [2], weil sie sowas tut. DuDuDu. Das wären dann immerhin 45 Millionen regelmäßige User, deren Aufenthaltsort (oder sagen wir besser: deren Ortsinteresse...) nun auf dem Markt herum liegt. Sowas macht man natürlich nicht. Klar.

Oder aber, man macht das doch und lässt den Usern einen Anteil an den Erlösen davon zukommen. Wenn ein Nutzer dann alle Wetter-Apps und alle Navigationsapps nutzt, für deren Nutzung er Geld aus dem Verkauf seiner Daten erhält, und wenn er das oft tut, dann kann da schon ein Sümmchen herauskommen, das sich für den einen oder anderen als netteres Zubrot erweist.

Ich stelle mir gerade vor, dass ein Uber-Fahrer so vielleicht mehr als mit dem Kutschieren von Gästen verdient. Hey, das wäre doch was. Also, her mit der App, ich will alle meine Daten verkaufen. Auch meine Schuhgröße, und meine Haarfarbe, und, und, und. Und wenn ich dann so RICHTIG was verdient habe, dann kaufe ich vielleich auch die Angelrute, die mir merkwürdigerweise immer wieder im Web angeboten wird, seit ich so eine bestimmte App aktiviert habe.

Privacy? Recht auf eigene Daten? Ich bitte Sie, mir ist doch eh nur langweilig mit mir selbst, wie schön, dass wenigstens noch irgendjemand zu meinem Follower wird. Sozusagen.


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[1] https://bgr.com/2019/01/04/data-breaches-2018-1-billion-people/
[2] http://