Ungerechtfertigt

Netzagentur kritisert Anstieg der Strompreise

Deutliche Worte zu den geplanten Strompreiserhöhungen findet der Chef der Bundesnetzagentur Matthias Kurth. Wie das Springerblatt Die Welt berichtet, hält er die von vielen Unternehmen angekündigten Erhöhungen für „nicht gerechtfertigt“. Wie berichtet, wird im nächsten Jahr die Umlage für Strom aus erneuerbaren Energien um knapp 1,5 auf 3,5 Cent pro Kilowattstunde angehoben. In den Briefen, die viele Stromkunden in den letzten Wochen von ihren Versorgern bekommen haben, wird das als Grund für einen kräftigen Preisanstieg ab den 1. Januar genannt. Vielfach werden die Kunden fast zehn Prozent mehr für die Kilowattstunde ausgeben müssen.

Die Zeitung zitiert aus einem Schreiben, das Kurth an den Beirat der Agentur geschrieben habe. Wie Branchenvertreter der erneuerbaren Energien verweist er darin darauf, dass die Strom aus Wind, Sonne&Co. Sich dämpfen d auf den Preis auswirke, weil er „sukzessive teure Kraftwerke aus dem Markt verdrängt“. Einige Anbieter würden die EEG-Umlage für ungerechtfertigte Preiserhöhungen missbrauchen.

Kurth sieht durch den preisdämpfenden Effekt der erneuerbaren Energieträger sogar Spielraum für Preissenkungen. Das Internetportal Verivox weist darauf hin, dass die Einkaufspreise für die Stromanbieter in den letzten Jahren um rund 20 Prozent gesunken, während die Haushalte acht Prozent mehr für iher Stromrechnung hinlegen mussten. Nun stehen für mindestens die Hälfte der Privatkunden weitere Preissteigerungen von durchschnittlich 7,1 Prozent ins Haus.

Ein Geschäft, dass sich offensichtlich lohnt: Im Krisenjahr 2009 kassierten E.on, EnBW und RWE einen Vorsteuergewinn von gut 23 Milliarden Euro. Für die drei Konzerne zusammengenommen war das das bisher beste Ergebnis. Aber es geht weiter bergauf: Im ersten Halbjahr 2010 klingelten bereits 15 Milliarden Euro als Gewinn vor Steuern und Zinsen in ihren Kassen, sodass wohl davon ausgegangen werden kann, dass der Rekord erneut gebrochen wird.