Unterschreiten der solaren Gridparity in Europa hat begonnen

Preisvergleich bei Sonne- und Windstrom

Bild: Fraunhofer ISE.

Das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE hat eine Studie zur Preisentwicklung der Erneuerbaren vorgelegt ( Stromgestehungskosten Erneuerbare Energien). Analysiert wurden europaweit die aktuellen Stromgestehungskosten von erneuerbaren Energietechnologien im 3. Quartal 2010. Verglichen wurden dabei auch unterschiedliche Systemauslegungen (Solarzellen, thermische Solarkraftwerke, onshore/offshore Windkraft etc.).

Demnach hat die Photovoltaik in Südeuropa jetzt die Gridparity erreicht. Das heißt die Solarstrom-Erzeugerpreise unterschreiten den Endkundenstrompreis. Süditalien liegt bereits bei Solarstromkosten von 18 ct/kWh. Die Autoren stellen fest, dass die Kosten der Photovoltaik im Vergleich zu anderen Technologien überdurchschnittlich stark sinken - allerdings ausgehend von einem höhere Preissniveau.

In guten Solarlagen in Deutschland mit einem Strahlungsangebot von 1100 kWh/(m²*Jahr) liegen die Stromgestehungskosten von PV-Kleinanlagen jetzt noch bei 30 bis 34 ct/kWh. Bei großen Freiflächenanlagen im Süden wurde außerdem festgestellt, dass Solarstrom aus thermischen Solarkraftwerken (19ct/kWh) oder Freiflächenanlagen (18ct/kWh) preislich fast gleichauf liegt. Im Norden Europas mit einem höheren Anteil diffuser Sonneneinstrahlung sind Modulanlagen dagegen im Vorteil.

Der Windstrom ist schon heute konkurrenzfähig gegenüber konventionell erzeugtem Strom. Außerdem zeigte sich, dass trotz der wesentlich besseren Windverhältnisse auf offener See die Offshore-Anlagen wegen höherer Kosten bei Material, Bau und Unterhalt preislich deutlich schlechter abschneiden als Windräder an Land. Insgesamt ist die Windkraft so ertragreich, dass bei Onshore-Anlagen schon heute Preisparität mit den Erzeugerpreisen der Großkraftwerke erreicht wird. Die Stromgestehungskosten von Windenergieanlagen an Land lagen im dritten Quartal 2010 bei 6-8 ct/kWh und damit im Bereich der konventionellen Fossil- und Kernkraftwerke. Offshore-Anlagen lagen dagegen selbst bei 3600 Volllaststunden/Jahr noch bei Kosten von 10-14 ct/kWh