Uploaded Sexism

GM wird bis 2023 fast alle neuen Modelle online updaten. Womit, dazu haben die Vereinten Nationen eine dezidierte Meinung

Was bei Tesla schon gang und gäbe ist, soll jetzt auch bei General Motors üblich werden. Der Stromer mit dem attraktiven T im Logo wird ja über Nacht durchaus mal mit einem Software-Update versehen, das die Reichweite des Wagens erhöht oder sonst ein neues, nettes Feature für den Fahrer oder die Fahrerin ermöglicht. Fast wundere man sich ja, meint ein Freund und Tesla-Euphoriker, dass am nächsten Morgen nicht ein Moped in der Garage stehe oder ein Bagger. Hardwareupdates seien aber für die Firma doch noch ein wenig zu schwer.

Nun kommt aber GM auch auf den Geschmack und wird das Feature ab 2023 für die meisten Modelle auch anbieten. Da kann man gespannt sein, was dann alles auf der autointernen Festplatte landet. Bisher kann das Ding auf vier Rädern ja noch nicht wirklich sprechen (kann das von Tesla übrigens auch nicht, aber ich besitze keinen und kann deshalb nix dazu sagen), aber das wird dann sicher auch bald kommen. Wo doch der Autopilot schon durchaus vorhanden wäre (nicht bei GM, klar), da kann es dann doch zum Sprechen nicht mehr so weit sein, oder?

Da hätte jetzt dann aber ein Report der U.N. etwas anzumerken. Denn da stellt man fest, dass es einen Genderbias bei den Stimmen und Antworten der Assistenten wie Siri und Alexa gebe. Was bei letzterem schon mit dem sichtlich weiblichen Name anfange, lasse sich generalisieren. Das Weibliche in den Stimmen überwiege und halte zudem an Geschlechterstereotypen fest. Man solle ja die Voice Assistentinnen nur mal schief anmachen, ihnen gestehen, dass man sie "heiss" finde, dann könne man schon hören, was da für merkwürdig sexistische Antworten herauskämen. Deshalb die klare Ansage der UNESCO an die Entwickler solcher Systeme: Sorgt dafür, dass die Stimmen und Antworten geschlechterneutral daherkommen.

Das lässt sich vielleicht bewerkstelligen, wenn in Zukunft ein(e) Siri oder Alexa eher wie ein Auto klänge und schöne Namen wie "Turboalex" und "Brumbrumsiri" tragen. Dann kann man sie auch getrost wieder in den Tesla oder einen GM laden, sollte das noch nicht passiert sein. Dann klingen die Assistent/Innen, wie sie klingen sollen, wenn sie da klingen, wo sie klingen sollen. Dann sind alle wieder ein Stück mehr zufrieden und haben nicht mit einem verkehrsverhindernden Sexismus auf den Straßen zu kämpfen.

Generell wäre es vielleicht dann einfach auch in Ordnung, wenn Autofahrer in Zukunft selbst entscheiden könnten, welche Stimme sie hören wollten und was die sagen könnte. Nicht dass ich einem ordinären Schwein auf Rädern hier die Lanze brechen möchte, aber zu einem selbstbestimmten Kunden gehört hier vielleicht auch ein Auswahlrecht der Stimme dazu. Nur mal so als Anregung.

Aber so weit sind wir ja noch nicht, 2023 wird GM überhaupt erst einmal in der Lage sein, bei den neuesten Modellen einen Download zu starten. Und dann wird es eher um Ventilklappen als um ein loses Mundwerk gehen. Wenn hier heiße Luft auftauchen soll, dann in den Reifen, sonst nirgends.