Vehicle to Grid - Hybrid Autos machen Stromnetze sicherer

Plug-In-Hybride können regenerativen Strom zwischenspeichern und so das Stromnetz stabilsieren.

Plug-In-Hybride können regenerativen Strom zwischenspeichern und so das Stromnetz stabilisieren. Die sauberen Zukunftsenergien Windkraft und Solar sind wetter-, tages- und jahreszeitabhängig. Damit auch bei einem weiteren Ausbau dieser Energiequellen eine stabile Stromversorgung gewährleistet ist, muss der regenerative Strom gespeichert und bei Bedarf auf Abruf wieder abgegeben werden.

Viele vernetzte kleine Stromspeicher in Elektroautos können diese Aufgabe übernehmen. Hybrid-Fahrzeuge haben zwei Motoren, einen Verbrennungsmotor plus Treibstofftank und einen Elektromotor plus Batterien. Die Modelle, die zur Zeit auf dem Markt sind, werden nicht an der Steckdose geladen, Der Verbrennungsmotor fungiert bei ihnen als Strom-Generator. Plug-In Hybride werden größere Batterien haben, die am Stromnetz nachgeladen werden.

Bei heutigen Batterietypen reicht die Kapazität bei PKWs durchschnittlich für 70 Kilometer rein elektrisches Fahren - das ist ausreichend für Fahrten in der Stadt und für eine regionale Nutzung. Bei längeren Strecken springt der Verbrennungsmotor ein und lädt entweder die Batterien nach oder treibt bei Voll-Hybriden die Achse direkt an und leitet die überschüssige Energie in die Batterien. Für Netzbetreiber haben Plug-In Hybride einen ganz besonderen Reiz: in erster Linie als neue Stromabnehmer, aber auch, weil sich mit einer großen Menge Elektroautos, die zum Laden am Stromnetz hängen, das Stromnetz besser stabilisieren lässt. Die meisten Batterien müssen nicht durchgehend geladen werden. Man kann den Vorgang beliebig anhalten und fortsetzen. So kann man den Ladevorgang zum Ausbalancieren des Stromnetzes nutzen. Wenn Windräder viel Strom erzeugen, können Netzbetreiber mit diesem Strom die Batterien nachladen. Der Strom der Batterien kann auch wieder in das Netz eingespeist werden und steht zur zeitversetzten Nutzung zur Verfügung. Wenn der Wind weht oder die Sonne scheint, ist der Nutzungsgrad so noch besser.

Der Autobesitzer kann individuell beispielsweise festlegen: Ich brauche den Wagen nicht bis Morgen früh um 7 Uhr. In dieser Zeit kann die Batterie zur Netzstabiliserung genutzt werden und um 7 sollen die Batterien gefüllt sein. Oder der Wagen steht tagsüber ungenutzt auf dem Firmenparkplatz und wird erst wieder zum Feierabend genutzt - auch hier kann er vernetzt stabilisieren oder Solarstrom puffern.

Bis zur Praxisreife im großen Stil sind allerdings noch einige Fragen zu klären. Die Technik für das Be- und Entladen der Batterien am Stromnetz muss noch optimiert werden. Die Batterien dürfen bei den vielen Ladevorgängen nicht schneller verschleißen. Autobesitzer, die ihren Wagen zur Netzstabilisierung zur Verfügung stellen, müssen dafür natürlich entlohnt werden. Die Technik ist für Kraftwerksbetreiber neben ihrem Potential zur Netzstabilisierung besonders interessant, weil ein "Vehicle Grid" auch Spitzenstrom liefern kann - und der ist an der Strombörse am teuersten.

http://www.greencarcongress.com/2005/05/vehicletogrid_p.html
Autos am Netz (c) greencarcongress.com
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