Venezuela: Tödlicher Zwischenfall im Wahlkampf

Zwei Mitglieder der Opposition erschossen. Innenminister El Aissami sagt Untersuchung zu

Eine Woche vor den Präsidentschaftswahlen in Venezuela ist es offenbar zu einem tödlichen Zwischenfall zwischen Anhängern der Regierung von Präsident Hugo Chávez und der Opposition gekommen. Nach Berichten venezolanischer Medien wurden dabei am Samstagnachmittag zwei Oppositionsaktivisten getötet, als ihr Auto mutmaßlich von Anhängern der Regierung beschossen wurde. Der Eskalation soll ein hitziger Wortwechsel vorausgegangen sein. Beide politische Lager reagierten besonnen. Der Vorfall soll nun untersucht werden. Das ist wichtig, denn eine Woche vor den Wahlen ist die Bevölkerung stark polarisiert und die Stimmung gespannt.

Nach Angaben der Oppositionspartei Primero Justicia waren die beiden 63 und 32 Jahre alten Opfer des Schusswaffenangriffs zu einer Abschlusskundgebung der Opposition in der ostvenezolanischen Stadt Barinas unterwegs. Dabei versperrten den Mitgliedern der Parteien Primero Justicia und Acción Democrática offenbar Aktivisten des gegnerischen Lagers den Weg. Nach einer verbalen Auseinandersetzung hätten die Regierungsanhänger das Feuer auf das Auto der beiden Männer eröffnet. Die Schüsse seien aus einem weißen Lieferwagen eröffnet wurden, den einige Zeugen als Firmenwagen der staatlichen Erdölgesellschaft PdVSA, andere als Wagen der Verwaltung des benachbarten Ortes Barinitas identifiziert hätten, heißt es in dem noticias&id=9132:primero-justicia-rechaza-hechos-de-violencia-en-el-estado-barinas&Itemid=468: Kommuniqué. Nach Informationen der Polizei in Barinas wurden nach dem Zwischenfall drei Männer und drei Frauen unter Tatverdacht festgenommen. Sie sollen der Regierungspartei PSUV angehören.

Der erste schwere Zwischenfall in einem bisher angespannten, aber friedlichen Wahlkampf soll nun untersucht werden. Innenminister El Aissami sicherte zu, dass die lokalen Polizeibehörden Unterstützung von der Bundeskriminalpolizei Cicpc erhalten. Die Verantwortlichen würden zur Rechenschaft gezogen.

Der Fall erregt nicht nur wegen der hohen Medienaufmerksamkeit Aufsehen, sondern auch wegen der politischen Vorgeschichte. Im April 2002 hatten Scharfschützen unter bis heute nicht vollends geklärten Umständen Anhänger von Regierung und Opposition ermordet. Die Morde hatten damals zu einem Putschversuch ( Der zweite Sturz von Bolívar) gegen die Chávez-Regierung geführt.

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