Venezuela startet ersten Satelliten

Mit dem Satellit sollen landesweit Kommunikationsdienste und Medien zugänglich und Südamerika weiter integriert werden.

Die asiatischen Staaten liefern sich einen Wettlauf in der Entwicklung der Weltraumtechnik. Auch Iran strebt die Weltraumfahrt an. Kein Wunder also, wenn auch Venezuela erste Schritte in den Weltraum machen will und den ersten "sozialistischen Satelliten" mit dem Namen Simón Bolívar starten will. Der Satellit soll sich nicht technisch, sondern vor allem im Hinblick auf seine Verwendung von anderen Satelliten unterscheiden, kündigte die Wissenschaftsministerin Nuris Orihuela an. Er soll nämlich Telekommunikationsdienste für dienjenigen erschließen, die bislang davon ausgesperrt waren, weil die Kommunikationsnetze vorwiegend die urbanen Regionen des Landes abdecken. 20 Prozent der Menschen in Venezuela seien noch vom Fernsehen, vom Radio und vom Internet abgeschnitten.

Der in China hergestellte Satellit (Venesat I) soll am 1. November mit einer chinesischen Trägerrakete in den Weltraum gebracht werden. Die Kosten für den Satelliten sollen sich auf 240 Millionen US-Dollar belaufen, dazu kommen weitere 165 Millionen für zwei Bodenstationen in Venezuela. Der Satellit deckt Lateinamerika von Mexiko bis Chile und Argentinien sowie Teile der Karibik ab. In Venezuela soll damit Programme wie Telemedizin oder die Alphabetisierung befördert werden, zudem soll er den Kontinent weiter integrieren. Geplant wird auch der Aufbau einer südamerikanischen und karibischen Weltraumagentur.

Anzeige