Verhagelte Bilanzen

Den Solaranlagenherstellern sind Umsätze und Gewinne eingebrochen. Hoffen auf das nächste Halbjahr

Die deutsche Solar-Branche hat ihre Halbjahresbilanzen vorgelegt, und die sehen alles andere als rosig aus, wie der Fachinformationsdienst IWR berichtet. Demnach haben vor allem die Hersteller von Solaranlagen mit Gewinneinbrüchen und Umsatzrückgang zu kämpfen. Schuld sei der Preisverfall und volle Lager, letzteres eine Folge des Absatzrückgangs. Allein die Bonner SolarWorld AG konnte aufgrund ihres guten US-Geschäfts noch schwarze Zahlen schreiben, obwohl auch bei ihr der Gewinn deutlich zurückgegangen ist. Der Umsatzrückgang sei aber im Vergleich zu den anderen Unternehmen mit etwa zehn Prozent noch gering gewesen. Für das zweite Halbjahr sei die Branche dennoch optimistisch.

Weniger Probleme hätten hingegen die Ausrüster gehabt, was zeigt, dass ein Teil der hiesigen Industrie auch dann noch vom Solarboom profitiert, wenn die Marktanteile der deutschen Hersteller mehr und mehr schwinden. Produktionsanlagen made in Germany sind offenbar bei chinesischen Solarfabriken beliebt.

Das Nachrichtenportal Klimaretter berichtet in diesem Zusammenhang von Entlassungen beim Solaranlagenhersteller Q-Cells, der seine Produktion von Bitterfeld-Wolfen nach Malaysia verlagern wolle. Die in letzter Zeit ziemlich schwache Q-Cells-Aktie sei aufgrund der Nachricht um bis zu elf Prozent teurer geworden. Entlassungen, so Klimaretter gebe es auch beim Hamburger Windkraftanlagenhersteller Nordex, der von Überkapazitäten in seiner Branche spräche.

Derweil hat sich RENIXX, der internationale Aktienindex mit 30 Top-Titeln aus der Erneuerbaren-Branche, weiter erholt. Gegenüber dem Tiefstand, der zeitweilig am Montag erreicht wurde, hatte er am Freitagnachmittag rund sieben Prozent zugelegt. Allerdings bewegt er sich damit noch immer in der Nähe seines historischen Tiefstandes von 2003.