Vermögen in Deutschland: Ungleichheit auf hohem Niveau

DIW-Bericht: Hohes Durchschnittsvermögen, aber schrumpfendes Vermögen der Arbeitslosen

Die Schere bleibt weit offen: „Nirgendwo in der Eurozone sind die Vermögen ungleicher verteilt als in Deutschland“, ist vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) zu erfahren. Dort hat man Datenmaterial, das einen Vergleich über mehrere Jahre ermöglicht, bereitgestellt vom Sozio-oekonomischen Panel (SOEP), einer repräsentativen Wiederholungsbefragung privater Haushalte in Deutschland, die im jährlichen Rhythmus seit 1984 bei denselben Personen und Familien in der Bundesrepublik durchgeführt wird. Man kann daraus also Entwicklungen ablesen.

Auffälligkeiten im aktuellen DIW-Bericht, der Vermögen in Deutschland im Jahre 2012 mit Ergebnissen der Auswertung 2007 und 2002 in Bezug setzt, bestätigen vermutlich längst Bekanntes: Das Nettovermögen ist hierzulande „höchst ungleich“ verteilt. Der Gini-Koeffizient für 2012 liegt bei 0,78 (die maximale Ungleichverteilung hat den Wert 1); zum Vergleich in Frankreich beträgt er 0,68 und in Italien 0,61. Die Ungleichheit verharre seit Jahren auf hohem Niveau, so die DIW-Verteilungsforscher.

Eine signifikante Veränderung berichten sie dann doch: einen Anstieg bei der Verschuldung. Waren es 2002 noch 27, 5 Prozent der Erwachsenen, so liegt der Anteil der Verschuldeten 2012 bei 32 Prozent. Inwieweit dies auf Inanspruchnahme von Dispokrediten oder auf andere, längerfristige und höhere Kredite aufzugliedern wäre, dafür gibt es keine konkreten Zahlen. Vermerkt wird aber auch, dass die Arbeitslosen deutliche Vermögensverluste hinnehmen mussten. Im Jahr 2002 wurde vom SOEP noch ein Durchschnittsvermögen der Arbeitslosen von 30.000 Euro ermittelt. 2012 sind es nur mehr 18.000 Euro.

Für ganz Deutschland errechnet sich ein durchschnittliches Vermögen pro Kopf von 83.000 Euro. Allerdings verfügen 20 Prozent der Erwachsenen über gar kein Vermögen und sieben Prozent sind verschuldet. Das oberste eine Prozent der Vermögenden besitzt nach den DIW-Zahlen ein persönliches Vermögen von mindestens 800.000 Euro. Das Medianeinkommen liegt bei knapp 17.000 Euro. Insgesamt beträgt das Nettovermögen in Deutschland 6,3 Billionen

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