Verrostetes AKW

Kühlsystem nach Jahrzehnten ohne Kontrolle verrottet

Im US-Bundesstaat New York hat das Notkühlsystems eines Atomkraftwerks erhebliche Mengen an Flüssigkeit verloren, berichtet die New York Times. Über 100.000 Gallonen Wasser also etwa 400.000 Liter seien ausgetreten. Ursache sei Korrosion in einem der Rohre des Sytems, dass im Falle einer Abschaltung dafür sorgt, das die Brennstäbe sich nicht überhitzen und zu schmelzen beginnen. Mit anderen Worten: In dem seit rund 36 Jahren laufenden Meiler sind wichtige Bauteile schlichtweg durchgerostet.

Der Vorfall ereignete sich im Normalbetrieb, als die Kühlung nicht benötigt wurde. Für die Umwelt habe keine Gefahr bestanden, sagt der Betreiber. Die Zeitung weist allerdings daraufhin, dass das Ereignis Fragen nach der Sicherheit des betagten AKW-Parks des Landes stelle. Viele AKW müssten in der nächsten Zeit ihre nach 40 Jahren auslaufende Betriebslizenz erneuern, auch das betroffene Werk Indian Point 2. 2013 laufe dessen Lizenz ab, und der Staat New York sowie die örtlichen Behörden seien ohnehin schon äußerst skeptisch und streben eine Stilllegung an.

Offensichtlich lag das schadhafte Rohr unter der Erde und wurde seit 1973 nicht mehr inspiziert. Die Zeitung zitiert aus einem offenen Brief des demokratischen Kongress-Abgeordneten Edward J. Markey aus Massachusetts, der dem Parlamentsunterausschuss für Energie und Umwelt vorsteht: "Dieses Leck ist Hinweis auf ein systematisches Versagen des Lizenznehmers und der Aufsichtskommission." Auch der Abgeordnete John J. Hall, in dessen Wahlkreis das AKW liegt, hatte den Brief an die Aufsichtskommission unterschrieben. Gegenüber der New York Times zeigte er sich "geschockt", dass ein derart großen Leck sich unbemerkt entwickeln konnte. Die Überwachungssysteme seien offensichtlich nicht ausreichend.

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