Vom Stamme Nimm, aber nicht vom Stammtisch

Sarrazin hat ein offenbar erkleckliches finanzielles Trostpflaster ausgehandelt.

Zum dicken Pullover wird Thilo Sarrazin nicht greifen müssen, wenn es wieder kalt wird. Sein Buch, geschrieben während der Amtszeit bei der Bundesbank - an sich schon ein Luxus -, verkauft sich gut und sein einvernehmlicher Abschied wurde nach jüngsten Informationen durch Geld erleichtert: Eine gute Heizung kann sich Sarrazin noch mehrere Winter leisten. Um 1000 Euro monatlich wurde seine Pension aufgestockt, berichtet der Spiegel heute.

Das finanzielle Trostpflaster, entscheidende Voraussetzung für den freiwilligen Rücktritt, so das Magazin, sei durch die aktive Vermittlung eines Staatssekretärs des Amtes von Bundespräsident Wulff ausgehandelt worden. Sarrazin hätte durchgesetzt, dass er eine Pension bekomme, "wie sie ihm am Ende der regulären Laufzeit seines Vertrags im Jahr 2014 zugestanden hätte". Eine Führungskraft der Bundesbank wird in diesem Zusammenhang mit den Worten zitiert: "Der ist vom Stamme Nimm."

Dass er aber nichts mit den Stammtischlern der NPD zu tun haben will und sich gegen derartige Vereinnahmungen wehrt, dokumentiert Sarrazin mit der Anzeige gegen die rechte Partei wegen eines Plakat der NPD-Bundeszentrale im Stadtteil Köpenick. Auf dem Plakat war laut Medienberichten die Aufschrift "Sarrazin hat recht" zu lesen.