Wärmepumpe - nicht immer gut zur Umwelt

Die Agenda 21 Gruppe im badischen Lahr führte einen zweijährigen Feldtest mit 33 Wärmepumpenanlagen zwischen Freiburg und Bühl durch.

Hersteller von Wärmepumpen versprechen gerne, ihre Technik schone die Umwelt und den Geldbeutel, dies wird oft nicht erreicht, wie eine aktuelle Studie zeigt. Die Agenda 21 Gruppe im badischen Lahr führte einen zweijährigen Feldtest mit 33 Wärmepumpenanlagen zwischen Freiburg und Bühl durch. Zur Durchführung des Tests mußten die Wärmepumpenbetreiber dem Versuchsteam monatlich die Wärme- und Elektrozählerstände melden.

Im Feldtest ging es in einem ersten Schritt um die Klärung der beiden Fragen, welche Wärmequelle am geeignetsten ist und ob auch normale Heizkörper oder nur Fußbodenheizungen vertretbar sind. Die Ergebnisse zeigen, daß es erhebliche Unterschiede zwischen den Leistungsmessungen des Tests und der Werbung der Hersteller gibt. Die Arbeitszahl ist dabei die wichtigste Kenngröße zur Beurteilung der Effizienz einer Wärmepumpe. Sie ist definiert als das Verhältnis von Wärme am Ausgang zu Strom am Eingang. Um Primärenergie einzusparen ist eine Arbeitszahl von möglichst weit über 2,7 erforderlich. Nur so sind die hohen Zusatzinvestitionen gegenüber einem Brennwertkessel von 8.000 – 16.000 Euro wirtschaftlich und nur so ist überhaupt ein positiver Beitrag zum Klimaschutz vorhanden.

Erdreichkollektoren als Wärmelieferanten erweisen sich im Test als Spitzenreiter. Bei Fußbodenheizungen erreichen sie im Mittel eine Arbeitszahl von 3,5 nur knapp unter dem Werbeziel von 4. Die Grundwasser-Wärmepumpen schneiden mit 3,4 schlechter ab, sind jedoch immer noch effizienter als die Luft-Wärmepumpen. Bei ihnen wurde im Mittel nur eine Arbeitszahl von 2,95 und bei Radiatorheizkörpern nur 2,3 erreicht. Die Agenda Gruppe lehnt Luft-Wärmepumpen deshalb ab, denn die Messungen fanden in der wärmsten Gegend Deutschlands statt und der Winter 2006/07 war der wärmste seit Aufzeichung der Wetterdaten. In einem normalen Winter zudem im kühleren Norden Deutschlands wären die gemessenen Arbeitszahlen noch schlechter ausgefallen.

Die Messungen ergaben, daß die Effizienzminderung durch Radiatoren bei Erdreich-Wärmepumpen 10% und bei Luft-Wärmepumpen reichliche 28% beträgt. Bei kleinen Brauchwasser (=Warmwasser zum Duschen etc.) Wärmepumpen betrug die durchschnittliche Arbeitszahl sogar nur 1,7. Die Lokale Agenda 21 Gruppe empfiehlt aus diesem Grund Wärmepumpen nur für die Heizung einzusetzen. Für die Brauchwassererwärmung sollten statt Wärmepumpe Sonnenkollektoren eingesetzt werden. Die Tests laufen noch bis Ende 2008.

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