Warum blinzeln wir so oft?

Wohl auch, um die Realität in sanften Dosen in uns einzulassen

Bislang galt: Wir blinzeln so häufig, um die Augenoberfläche feucht zu halten. Schon länger wundert man sich allerdings über die Häufigkeit, mit der das geschieht – der Mensch schlägt unbewusste 10 bis 12 Mal in der Minute mit dem Lid. Zum benetzten würde die Hälfte ausreichen. Japanische Wissenschaftler haben nun in den anerkannten Proceedings of the National Academy of Sciences eine Studie veröffentlicht, in der sich Hinweise darauf finden, dass wir durch den Lidschlag eine mentale Pause einlegen und die Außeneindrücke damit in Portionen aufteilen, um sie besser verarbeiten zu können.

Schon länger steht fest, dass Menschen nicht zufällig blinzeln. So schließt man beispielsweise vorhersehbar am Ende von Sätzen für einen kurzen Moment die Augen. Die japanischen Forscher ließen Testpersonen in fmRI-Röhren ein Mr. Bean Video anschauen und überprüften, welche Hirnareale im Moment des Blinzelns aktiver oder inaktiver wurden.

Blinzeln scheint also eine aktive Abkopplung des Körpers aus dem Informationsstrom zu sein. Kritisch könnte man anfügen, dass hier wieder einmal das auf der Hand liegende nachgewiesen wurde. Schon ein kurzer Selbstversuch reicht aus, um festzustellen, das unterlassenes Blinzeln schnell kirre macht. Interessant dürfte sein, Rally-Fahrer als Testpersonen zu gewinnen. Betrachtet man Cockpit-Aufnahmen von diesen, fällt der extrem lange Zeitraum zwischen den Lidschlägen auf.

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