Warum ist Bewegung gesund?

Wissenschaftler wollen einen Wirkstoff entdeckt haben, der in den Muskeln entsteht und andere Gewebe wie Fettzellen oder die Leber beeinflusst

Immer mal wieder macht die Meldung die Runde, dass Sex dieselben Wirkungen hat wie sportliche Betätigung, wenn es um das Verbrennen von Kilokalorien geht. Männer sollen, wie kanadische Wissenschaftler doi/10.1371/journal.pone.0079342: herausgefunden haben wollen, durchschnittlich 120 Kilokalorien verbrennen, Frauen 90, etwa so viel wie bei einem 15-minütigen Lauf. Deswegen schlugen die Wissenschaftler vor, dass man Sex auch als Sport bewerten sollte.

Sportliche Betätigung soll den Gesundheitszustand verbessern und womöglich die Lebensdauer verlängern, vor allem weil sie vor Fettleibigkeit und Diabetes schützt. Angenommen wird, dass dies mit der Betätigung der Muskeln zu tun hat, aber wie die Muskelaktivität den Restkörper beeinflusst, ist noch nicht so klar. US-Wissenschaftler wollen nun, wie sie in der Zeitschrift Cell Metabolism schreiben, einen Wirkstoff entdeckt haben, der in den Muskeln entsteht und andere Gewebe wie Fettzellen oder die Leber beeinflusst.

Dabei handelt es sich um die Beta-Amino-Isobuttersäure (b-aminoisobutyric Acid) (BAIBA). Schon zuvor war beobachtet worden, dass das Protein PGC-1∝ metabolische Gene in den Muskeln steuert und in transgenen Mäusen auf muskuläre Aktivität reagiert. Anhand von Experimenten mit Mäusen und Zellen wurde untersucht, welche Metabolite durch die Expression von PGC-1∝ produziert werden. BAIBA war eines der Metabolite, das Fettzellen veranlasst, Kalorien zu verbrennen, und dafür sorgt, in Mäusen den Blutzucker in der Waage zu halten. Bestätigt wurde dies durch Studien über die Auswirkungen von sportlicher Betätigung, die zeigten, dass die BAIBA-Konzentration durch körperliche Bewegung ansteigt und metabolische Risikofaktoren wie Blutzucker, Insulin, Triglyzeride und Cholesterin sinken.

Die Wissenschaftler schließen aus ihren Ergebnissen, dass BAIBA, produziert durch sportliche Betätigung, vor metabolischen Krankheiten schützen kann, was also ein Mechanismus wäre, warum Bewegung, also die Aktivität der Muskeln, der Gesundheit dient. Es "bräunt" weißes Fett. Insofern könnte es auch therapeutisch bedeutsam werden, so die Wissenschaftler, um Diabetes Typ 2 und das metabolische Syndrom (Fettleibigkeit, Bluthochdruck, hohe Blutfettwerte, Insulinresistenz) zu behandeln – auch ohne sich körperlich anstrengen zu müssen.

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