Warum neigen Männer stärker zum Fleischkonsum?

US-Psychologen glauben, weil Fleisch mit Männlichkeit verbunden wird

Männer mögen Fleisch, bei vielen kommt jedenfalls vegetarische Ernährung nicht so gut an. Britische und US-Wissenschaftler glauben, einen Grund dafür gefunden zu haben. Männer gingen einfach davon aus, dass es eine enge Verbindung zwischen Fleisch, insbesondere Muskelfleisch, und Männlichkeit gebe. Mann und Fleischkonsum gehören so im Kopf der Männer zusammen, ohne Fleisch, so die möglicherweise hinter der Assoziation stehende Angst, verfällt die Männlichkeit, geht den Männern die Kraft aus, werde sie zu Softies.

Für ihre Studie, die im Journal of Consumer Research erschienen ist, haben die Wissenschaftler mehrere Experimente in den USA und in Großbritannien durchgeführt und dabei nach Assoziationen gesucht, die mit Lebensmitteln wie (rotes) Fleisch, Gemüse oder Milch verbunden sind. Dabei wurde nicht nur nach der Metaphorik von Fleisch und Männlichkeit in der englischen Sprache gesucht, sondern auch in weiteren 23 Sprachen. In den meisten Sprachen wird Fleisch mit dem männlichen Geschlecht verbunden. Fleisch wird als männlicher betrachtet als Gemüse. Wird über Fleisch gesprochen, werden öfter männliche Wörter benutzt. Und Männer, die Fleisch essen, werden als männlicher als Vegetarier angesehen. Für den traditionellen amerikanischen Macho-Mann ist Fleisch, so die Psychologen, ein traditionelles amerikanisches Lebensmittel, das für Stärke, Muskelkraft und Männlichkeit steht, Soja hingegen nicht, das als schwach betrachtet wird.

Wenn man Männer dazu bringen will, trotz solcher "starken Assoziationen" weniger Fleisch zu konsumieren, reiche es nicht, ihnen einfach zu sagen, sie sollen mehr Gemüse essen. Die Psychologen meinen, das Gemüse sollte wie Fleisch hergerichtet werden, indem man beispielsweise Sojaburger verkauft, am besten noch mit gefaketem Grillstreifen. Und überhaupt meinen die Psychologen, dass man beim Marketing doch die "Kunst der Positionierung" von Waren mehr zur Wissenschaft machen sollte, um besser zu verstehen, "welche Metapher ein Konsument für eine Marke hat". Eine sonderlich neue Idee ist es freilich nicht, einen Soja-Hamburger zu machen, der wie ein Fleisch-Hamburger aussieht.

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