Wasserschlange liefert Strom

Fünf Kilometer vor der portugiesischen Küste entsteht zur Zeit das erste kommerzielle Wellenkraftwerk in Schlangenform.

(c) Ocean Power Delivery Limited

Fünf Kilometer vor der portugiesischen Küste entsteht zur Zeit das erste kommerzielle Wellenkraftwerk in Schlangenform. Seinen Namen "Pelamis" (griechisch Seeschlange) hat der Kraftwerkstyp wegen seiner schlangenähnlichen Röhrenform. Nachdem der Protyp erfolgreich vor der schottischen Küste getestet worden war, erhielt Portugal nun den Zuschlag, weil sein Förderprogramm mit einer Einspeisevergütung von 20 Cent pro Kilowattstunde für Strom aus Wellenenergie am lukrativsten für das Vorhaben ist. Zudem ist der offene Atlantik vor Westeuropa mit einem geschätzten jährlichen Potential von 300 Gigawattstunden eine unerschöpfliche Energiequelle. Sollten die Umweltverträglichkeitsprüfungen erfolgreich abgeschlossen werden ist der Bau von insgesamt 28 Pelamis-Anlagen vor der Algarve geplant.

Die jetzt installierte Anlage besteht aus drei Stahlzylindern von jeweils 30 Metern und einem Durchmesser von 3,5 Metern. Sie ist senkrecht zur Küste im Meer verankert. Die Verbindung zwischen den einzelnen Elementen besteht aus beweglichen Scharnieren. Die Meereswellen sorgen für ein Auf und Ab der Röhrensegmente und treiben so die hydraulische Kolben der Generatoren im Inneren an. Ab 2007 sollen die Seeschlangen jährlich eine Gesamtleistung von 22,5 Megawatt an Energie liefern. Das reichte aus, um mehr als 15 000 Haushalte mit Strom zu versorgen und dabei über 60 000 Tonnen Kohlendioxid-Emissionen pro Jahr zu vermeiden.

Anzeige