"Waterboarding" als Erziehungsinstrument für Vorschulkind

US-Soldat wollte Tochter beim gemeinsamen Lernen zur Kooperation zwingen

Dass Vierjährige Buchstaben üben sollen, ist eine der seltsamen Kurzschlüsse unserer Tage. Seit die mit vielen wissenschaftlichen Artikeln angereicherte Erkenntnis, wonach Kinder besonders gut lernen, ihre Kettenreaktionen unter dem Namen "Frühförderung" freigesetzt hat, fängt die Schule früher an. Zwar könnte das aufnahmefähige Kind Schöneres, vielleicht auch Nützlicheres, Interessanteres, nach seiner Neugier Ausgerichtetes auch spielerisch lernen, es gibt viel zu lernen für ein Kind - aber irgendwie muss es etwas "Gescheites" sein, woran sich die Gescheitheit des Kindes zeigt, also werden Buchstaben und Zahlen schon im Kindergarten gelehrt und gepaukt - so sieht Frühförderung im Alltag aus, wenn man ihr den schönen Füllstoff entzieht. Die pädagogische Wirkung von Disziplin ist ein anderes fruchtbares Feld für Kurzschlüsse.

Weil seine vierjährige Tochter das ABC nicht aufsagen wollte, steht in den USA ein ehemaliger Irak-Soldat unter Anklage. Er soll seine Tochter einer Art "Waterboarding" unterzogen haben, um sie dazu zu zwingen, die Buchstaben aufzusagen. Er wollte, dass seine Tochter kooperiere. Da sie Angst vor dem Wasser habe, hätte er ihren Kopf ins Waschbecken getaucht, um sie zu bestrafen, gab der 27jährige Vater zu Protokoll. Nachdem er mit ihr ungefähr 3 Stunden lang die Buchstaben geübt hätte, sei er frustriert gewesen. Die zu Hilfe gerufene Polizei fand das Mädchen völlig verstört und übersät mit blauen Flecken vor.

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