Website der Atomlobby gehackt

Bundesregierung will Atommüll in Russland loswerden

Während die Castoren nun alle im Zwischenlager eingetroffen sind, wurde die Website der Atomlobby - kernenergie.de gehackt. Die Atomkraftgegner spielen mit ihrem Hack darauf an, dass es beim Umgang mit Atomenergie vermutlich ähnliche Sicherheitslücken wie bei der Website geben könnte (10:30 - seit ein paar Minuten ist die Website nicht mehr erreichbar).

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Wie die Süddeutsche Zeitung im Verweis auf "Regierungskreise" und die Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Grünen berichtet, ist beabsichtigt, deutschen Atommüll nach Russland zu liefern. Es soll sich um Atommüll - insgesamt 951 Brennelemente - aus der früheren DDR-Kernforschungsanlage Rossendorf handeln, der sich im Zwischenlager Ahaus befindet. Ziel der Regierung sei es, die Menge an hoch angereichertem Uran so weit wie möglich zu reduzieren". In Deutschland sei eine Endlagerung "wegen des in naher Zukunft nicht verfügbaren Endlagers für bestrahlte Brennelemente keine gangbare Option".

Eigentlich sollte der Atommüll in das deutsche Endlager verbracht werden. Nun will die Regierung ihn aber nach Russland loswerden, nach Sibirien gelangt auch bereits anderer deutscher Atommüll ( Internationaler Uranhexafluorid-Tourismus durch Deutschland; Auch deutscher Atommüll rottet in Atommüllbehältern in Sibirien vor sich hin). Die Bundesregierung macht sich für ihre Entsorgung einen Vertrag noch aus Zeiten Warschauer Pakts zunutze, nach dem auch Brennelemente von Forschungsreaktoren aus der DDR von Russland zurückgeholt wurden, um daraus Material für Atomwaffen herzustellen.

Rainer Baake, der Bundesgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe, kritisierte das Vorhaben, die Brennelemente in Russland zu entsorgen, im Deutschlandfunk als unverantwortlich im Hinblick auf die dort gepflegten Standards beim Umweltschutz und bei der Bürgerbeteiligung: Jetzt wählt man offenkundig die Billigvariante und bringt sie nach Russland." Überdies wirft Baake der bundesregierung vor, mit Gorleben an einem Endlager festzuhalten, für das man sich vor allem aus politischen Gründen entschieden hatte. Jetzt wolle die Bundesregierung nicht wirklich erkunden, sondern Fakten schaffen. Er prophezeit, dass die Entscheidung für Gorleben an den Gerichten scheitern werde.

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