Weiterhin lukratives Geschäftsmodell

Elsevier-Chef kassiert Rekordgehalt

Der Rechteinhaberkonzern Reed Elsevier verlegt zahlreiche Fachzeitschriften, für die Wissenschaftler ohne Honorar schreiben. Die eingesandten Texte werden von anderen Wissenschaftlern im Peer-Review-Verfahren überprüft, ausgewählt und korrigiert – und zwar ebenfalls ohne Honorar. Das fertige Produkt verkauft der Verlag an Bibliotheken und wissenschaftliche Institute. Weil diese darauf angewiesen sind, kann Reed Elsevier die Bedingungen dafür sehr zu seinen Gunsten gestalten und die Preisschraube regelmäßig anziehen. Mit diesem Geschäftsmodell lassen sich Monopolrenditen von 40 Prozent und mehr erwirtschaften.

Das lohnt sich nicht nur für die Eigentümer des Verlags, sondern auch für seine Manager. Dem britischen Guardian zufolge kassierte der aktuelle Elsevier-CEO Erik Engström 2012 mit knapp 4,5 Millionen Pfund mehr Geld als jemals zuvor. 1,15 Millionen Euro davon waren Boni und weitere 2,1 Millionen bekam er in Aktien. Der 49 Jahre alte Schwede, der seit 2004 bei Elsevier arbeitet und seit 2009 CEO ist, sammelte darüber hinaus Pensionsansprüche in Höhe von 2,7 Millionen Pfund an. Sein insgesamter Aktienanteil an der Firma wird auf etwa sechseinhalb Millionen Pfund geschätzt.

Mark Elliott, der Vorsitzende des Vergütungsausschusses von Elsevier, rechtfertigte die Gehaltssteigerungen für seinen Chef und für andere Führungskräfte mit dem Rekordgeschäftsergebnis des Verlags in Höhe von 1,18 Milliarden Pfund Gewinn vor Steuern. Dieses im Vergleich zum Vorjahr um ein Viertel höhere Ergebnis habe nicht nur die Erwartungen von Analysten übertroffen, sondern sei auch das beste in der bisher zwanzigjährigen Geschichte des Unternehmens gewesen. Außerdem habe der Preis der Reed-Elsevier-Aktie an der Londoner Börse ebenfalls ein historisches Hoch erreicht. Die Umsätze des Konzerns, der auch Rechte an der Datenbank LexisNexis an den Comic-Con-Veranstaltungen hält, stiegen dagegen lediglich um zwei Prozent.

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