Welle sozialer Proteste im Baltikum

In Lettland und Litauen protestieren die Menschen aufgrund der Auswirkungen der Wirtschaftskrise gegen ihre Regierungen.

Straßenschlachten zwischen Polizei und Demonstranten - solche Bilder hätte man von der litauischen Hauptstadt Vilnius nicht erwartet.

Heute hatten zunächst ca. 7000 Menschen gegen die Wirtschaftspolitik der litauischen Regierung protestiert. Vor dem Parlament eskalierte die Situation, nachdem Demonstranten Eier und leere Flaschen auf das Gebäude geworfen hatten. Der litauische Parlamentarier Audronis Azubalis, der sich in dem Gebäude befand, berichtete, dass die Polizei eine Erstürmung des Gebäudes durch die Demonstranten durch einen massiven Tränengaseinsatz verhinderte. Nach Angaben der litauischen Internetzeitung Delphi gab es mindestens 13 Verletzte Demonstranten.

Schon am vergangenen Dienstag hatten ca. zehntausend Menschen in der lettischen Hauptstadt Riga gegen die Wirtschaftspolitik der Regierung demonstriert und Neuwahlen gefordert. Auch dort kam es in Anschluss an die Demonstration zu mehrstündigen Straßenschlachten zwischen der Polizei und einem Teil der Demonstranten. Es gab Dutzende Verletzte und ca. 150 Festnahmen.

In beiden Ländern haben die Folgen der Wirtschaftskrise und die soziale Spaltung der Gesellschaft zu den Protesten geführt. Den regierenden konservativen Parteien wird von den Demonstranten Korruption vorgeworfen. Ihnen wird die Bewältigung der Krise nicht zugetraut.

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