Wer surfst Du?

Neben der Spur

Klar wird immer der Selbe mit Firefox surfen, aber nicht immer der Gleiche

Mozilla hat Firefox in die Welt gebracht. Manche lieben diesen Browser sehr. Er gilt als unabhängig und nicht streng an Apple (Safari), Google (Chrome) oder Microsoft (InternetExplorerSpartaoderso) gebunden. Der Fuchs hat sozusagen die Fackel der Freiheit im Internet an seinen Schwanz gebunden ... ich glaube, ich würde dieses Sprachbild gerne zurücknehmen. Also, auf jeden Fall ist Firefox nicht irgendein Browser.

Und deshalb bringt Firefox auch regelmäßig die Welt der Surfer und Downloader ein wenig anders durcheinander als Chrome, Safari oder InternetExplorerSpartaoderso das können. Zum Beispiel mit der neuesten Idee, kontextabhängige Identitäten einzuführen.

Was das ist?

Tansi beschreibt das auf dem Mozilla Blog so, dass man nicht immer als Batman ins Netz gehen will, wenn man untertags eher als Bruce Wayne in Erscheinung treten möchte. Oder banaler: Tagsüber will ich als seriöser Businessmann surfen, und nachts will ich gar nicht wissen, als was ich da im Netz zu finden bin. Also sozusagen eine sehr katholische Art des Surfens. Ich bin ein anderer, wenn ich mich anders im Netz verhalte.

Das kann man jetzt finden, wie man will, vielleicht mögen das Firmen wie Google oder Microsoft oder Apple gar nicht so leiden, wenn sie einen anderen vor sich haben, sobald die Sonne untergeht, aber der Wandel der eigenen Identität vom Anzugträger zur aggressiven Fledermaus mit Führerschein und zurück hat schon ein paar Vorteile. Und sei es auch nur, dass tagsüber die Autocomplete-Funktion des Browser beim Buchstaben X die URL nicht automatisch auf XXX komplettieren will. Andere Menschen im Meetingraum, die auf den gebeamten Screen des Nutzers schauen, werden das zu schätzen wissen. Oder auch nicht, was interessiert es andere, wo man sich nachts herumtreibt.

In diesem Zusammenhang, und natürlich komplett aus selbigem gerissen, dürfte interessant sein, dass Mozilla, also die Mutter des Fuchses, gerade ein neues Projekt gestartet hat, in dem jeder mithelfen kann, das Branding von Mozilla neu zu entwickeln. Mozilla Open Design soll zu einem ganz anderen Logo und Look&Feel führen, das die Nutzer mitentwickeln.

Jetzt stellt sich die Frage, in welcher Identität diese Nutzer das Design dann vorschlagen. Klar.

Vermutlich wird es in die Richtung einer Fledermaus gehen, wenn die meisten Vorschläge nachts eintrudeln. Aber hey, viel intelligenter ist ein Pinguin für Linux auch nicht.

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