Wer zahlt die Öko-Strom-Umlage?

Wegen Zunahme des Wind- und vor allem Solarstroms steigen die Kosten aus den Einspeisevergütungen

Die Nachrichtenagentur dpa will erfahren haben, dass die Ökostrom-Umlage von 2,047 auf 3,5 Cent pro Kilowattstunde (kWh) erhöht werden soll. Damit kämen auf einen Haushalt Mehrkosten von 112 Euro im Jahr zu. Dafür müsste dieser allerdings jährlich knapp 7500 kWh verbrauchen, was sich eher nach US-amerikanischen oder norwegischen Verhältnissen anhört. Hierzulande wird für einen Vier-Personen-Haushalt von einem durchschnittlichen Verbrauch von 4000 kWh pro Jahr ausgegangen. Für den wären es Mehrkosten in Höhe von rund 60 Euro/Jahr.

Zum Vergleich: E.on hatte 2008 einen Nachsteuergewinn von 5,6 Milliarden Euro. Verteilt auf die deutsche Bevölkerung ergäbe das rund 68 Euro pro Person, vom Baby bis zur Oma. Würde man auch den RWE-Gewinn verteilen, so wären es schon etwas über 100 Euro. Mit anderen Worten: Statt durch eine Umlage auf die Verbraucher könnten die Kosten für den Sonnen- und Windstrom auch durch eine Abgabe von zehn bis 15 Prozent auf die Konzerngewinne abgedeckt werden.

Ansonsten erfährt der Leser, dass RWE die Förderung von Solaranlagen für eine Geldverschwendung hält, ohne dass die geneigte Leserin oder der geneigte Leser eine Begründung erhält. Auf Informationen über Subventionen für Kohle und Atom warten sie ebenfalls vergebens.

Unklar bleibt auch, ob die zusätzlichen 1,5 Cent pro kWh tatsächlich allen Verbrauchern oder nur den privaten Haushalten in Rechnung gestellt werden. Letztere verbrauchen nur einen kleineren Teil der elektrischen Energie in Deutschland, zahlen aber erheblich höhere Preise. Mit anderen Worten, sie subventionieren industriellen und anderen gewerblichen Stromkunden die Energiepreise.

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