Whistleblower Elmer erneut festgenommen

Die erneute Übergabe von CDs an WikiLeaks provozierte offenbar die Züricher Staatsanwaltschaft

Zunächst schien es so, als ob der ehemalige Banker Rudolf Elmer, der Daten der schweizerischen Bank Julius Bär über WikiLeaks veröffentlicht hat ( Die Rudolf-Elmer-Story, Schweizer Bank geht gegen Whistleblower-Seite vor), glimpflich davon gekommen ist. Das Bezirksgericht Zürich hat ihn der versuchten Nötigung und der Verletzung des Bankgeheimnisses schuldig gesprochen, aber nur eine Strafe auf Bewährung verhängt.

Weil aber Elmer zuvor in einem für die Medien inszenierten dem WikiLeaks-Sprecher Julian Assange in London zwei CDs mit Bankkundendaten übergeben hat, wurde er gleich wieder nach dem Urteil festgenommen - wegen des Verdachts auf Verletzung des Bankengesetzes, so die Staatsanwaltschaft Zürich.

Das Bezirksgericht Zürich war der Meinung, dass Elmer nicht primär über die Machenschaften der Bank aufklären wollte, sondern einen privaten Rachefeldzug führte. Man wolle aber auch nicht Offshore-Filialen von Banken legitimieren, das Problem des Bankgeheimnisses müsse von der Politik gelöst werden.

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