Whopper statt Freunde

Neben der Spur

Eine amerikanische Fastfood-Kette schenkt Dir einen 'Whopper'. Wenn Du zehn Deiner Freunde in Facebook aufgibst.

Ein bisschen opfern kann nie schaden. Zum Beispiel dann, wenn man dafür ein Sesambrötchen mit gestanztem Salat und gepresstem Rind haben kann. In den USA gibt es für zehn aufgegebene Freunde einen Whopper. Sagt die dazu gehörende Fastfood-Kette. Und die zehn kleinen Netzwerkler müssen in Facebook geopfert werden. Da kann man fast nicht nein sagen. So wie damals, als man sogar die Hausmeisterin als "Friend" akzeptiert hat, nur damit man nicht mehr mit acht Freunden im Netz steht...und drei davon waren eh schon Geschwister. Jetzt kann man alle überflüssigen Verbindungen verfressen.

Vermutlich wird aber Facebook dagegen klagen müssen. Schliesslich tun die das momentan sogar, weil power.com das eigene und noch andere Netzwerke einfach nur darstellt. Und hier wird ja die eigene Kundenbasis zugunsten von ungesunden Dickmachern aufs Spiel gesetzt. Nicht auszudenken, wenn plötzlich eine Menge an US-Konsumenten dringenden Appetit auf Semmel mit Fleisch bekommen. Dann hat innerhalb von Stunden so gut wie keiner mehr Freunde...in Facebook. Und ein weiterer global player braucht wieder Taschengeld vom US-Präsidenten.

Nicht auszudenken, wenn das alles Schule macht. Eine Tüte Gummibärchen gratis, wenn Du heute zehn Leute aus einem Forum zum Duschen überredest oder endlich in Second Life Deine öde Insel in die Luft jagst. So etwas nenne ich nicht Marketing sondern ästhetische Marktbereinigung. Und das verdient Respekt. Internet ist schliesslich, wenn alle rein dürfen.

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