Wikileaks-Daten jetzt bombensicher

Die Whistleblower-Website hat einen Teil der Server nach Schweden verlegt

Wikileaks nutzt die Anlagen des schwedischen Providers Bahnhof, die sich in einem ehemaligen Atombunker in der schwedischen Hauptstadt Stockholm befinden. Gut geschützt, etwa 30 Meter unter der Erde liegen die Serverräume, die im Notfall von zwei U-Boot-Generatoren mit Strom versorgt werden.

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Die Wahl von "Bahnhof" als Serverstandort mag überraschen, hatte man doch erst vor wenigen Tagen, beim letzten Besuch von Wikileaks-Sprecher Julian Assange in Schweden, eine entsprechende Vereinbarung mit der dortigen Piratenpartei unterzeichnet. Da eine Stellungnahme von Wikileaks zu den aktuellen Vorgängen noch nicht vorliegt, kann über die Gründe zunächst nur spekuliert werden. Möglicherweise möchte man von Seiten Wikileaks auf "Nummer Sicher" gehen und mehrere Standorte vorhalten.

Schweden als Serverstandort dürfte aus mehreren Gründen attraktiv sein. Das Land hat zwar ein eigenes Überwachungsgesetz, das es staatlichen Stellen erlaubt, den Funk-, Telefon- oder Internetverkehr zwischen Schweden und dem Ausland abzuhören, hat sich aber gegen die von der EU vorgesehene Umsetzung der Vorratsdatenspeicherung stets gesträubt. Viele schwedische Provider haben die Mithilfe bei Überwachungen aller Art durch staatliche Stellen stets verweigert und bieten ihren Kunden eine größtmögliche Anonymität. Auch "Bahnhof" gewährt dies nach eigenen Angaben. Ein Umstand, der für eine Plattform wie Wikileaks attraktiv ist.

Wikileaks war nicht nur wegen der Enthüllung zahlreicher geheimer Dokumente der US-Army ins Gespräch gekommen, sondern auch wegen diverser Anschuldigungen gegen dessen Sprecher Julian Assange, die unmittelbar nach seinem Besuch in Schweden in die Öffentlichkeit gelangten. Assange, ein Australier, hat inzwischen in Schweden einen Antrag auf Arbeits- und Aufenthaltsgenehmigung gestellt.

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