Windenergie: Bundesregierung gefährdet Arbeitsplätze

Branche erhebt schwere Vorwürfe gegen den Bundesumweltminister

Harsche Worte in Richtung Bundesregierung fielen am Donnerstagvormittag bei einem Pressegespräch in Berlin von verschiedenen Vertretern der Windindustrie: "Der Bundesumweltminister gefährdet eine ganze Branche aufgrund nicht nachvollziehbarer und intransparenter Berechnungen", griff der Vizepräsident des Bundesverbandes Windenergie (BWE), Andreas Jesse, Peter Altmaier an. Und weiter: "Die Bundesregierung gefährdet mit ihren geplanten Änderungen am Erneuerbare-Energiengesetz Milliarden-Investitionen und rund 100.000 Arbeitsplätze in Deutschland. Bereits jetzt sind Investoren stark verunsichert. Der Ausbau der Windenergie ist bereits völlig ins Stocken gekommen."

Andreas Eichler vom dänischen Windenergieanlagen-Hersteller Vestas, dem weltweit größten Unternehmen der Branche, warf dem Minister vor, mit der Onshore-Windenergie die kostengünstigste Variante der erneuerbaren Energieträger anzugreifen. Seine Vorschläge würden den Ausbau im Inland unrentabel machen. Damit würden nicht nur Investitionen und Arbeitsplätze sondern auch Steuereinnahmen ländlicher Kommunen gefährdet.

Der BWE hat einige Vorschläge entwickelt, mit denen bei der Onshore-Wind-Vergütung nach seinen Berechnungen 60 bis 70 Millionen Euro jährlich gespart werden könnten, ohne dass der Ausbau gefährdet würde.

Unter anderem wird ein Modell vorgeschlagen, dass die Vergütung von Windstrom je nach Qualität des Standorts stark differenzieren würde. An den besten Standorten gebe es dann pro Kilowattstunde nur noch 5,9 Cent pro Kilowattstunde, an den schlechtesten hingegen 9,6 Cent. Das würde die Anreize für den Ausbau im Binnenland in Nähe zu den Verbrauchern sogar noch stärken und Dezentralisierung vorantreiben.

Der BWE weist ansonsten daraufhin, dass der deutsche Kraftwerkspark überaltert ist. Ersatz müsse auf jeden Fall geschaffen werden; die Ausgaben für die Erneuerbaren seien daher keine Zusatzkosten. Ansonsten sei der von ihnen erzeugte Strom nicht teuerer als der aus konventionellen Kraftwerken, sofern die externen Kosten berücksichtigt werden. Mit letzterem sind unter anderem Umwelt- und Gesundheitsschäden und Landschaftsverbrauch durch Tagebaue gemeint.

Siehe auch: "Wie der Strompreis gesenkt werden könnte" Teil 1 und Teil 2.