Windenergie: Verunsicherung, aber Optimismus

Branche klagt über Verteuerung der Kredite durch Manöver der Bundesrgierung, geht aber fürs laufende Jahr von kräftigem Wachstum aus

Ist es nun Dilletantismus oder war das Ergebnis gewollt? Der Bundesverband Windenergie (BWE) bestätigt in einer jüngsten Presseerklärung was viele bereits nach der Ankündigung der vermeintlichen Strompreisbremse des Minister-Duos Rösler-Altmaier befürchtet hatten: Aufgrund der von der Bundesregierung verursachten Verunsicherung verteuert sich die Finanzierung von Windenergie-Projekten (und sicherlich auch von Solaranlagen). Banken gehen von höheren Risiken aus und verlangen daher höhere Zinsen und meist auch einen höheren Eigenkapitalanteil.

"Die Finanzierung deutscher Onshore-Windprojekte ist grundsätzlich gesichert", meinte BWE-Vize-Präsidentin Sylvia Pilarsky-Grosch auf der Hannover Messe. Und weiter: "Allerdings hat die Debatte um die sogenannte 'Strompreisbremse' zu Risikoaufschlägen bei der Bepreisung und erhöhten Eigenkapitalanforderungen bei der Finanzierung der Projekte geführt." Commerzbank, GLS, DKB und Bremer Landesbank würden dies bestätigen, heißt es beim BWE, dessen Mitglieder die Finanzinstitute seien.

Der BWE fordert von Bundeskanzlerin Angela Merkel "ein deutliches Signal (...), dass eine überhastete EEG-Novelle endgültig vom Tisch ist": Dabei ist auch der Verband der Meinung, dass das EEG, das Erneuerbare-Energiengesetz, überarbeitet werden muss. Was im übrigen auch in den anderen Branchen der Erneuerbaren keiner bestreitet. Nur verweist der Verband auf den dafür vorgesehenen Weg über einen Sachstandbericht der Bundesregierung in Verbindung mit Anhörungen der Fachleute. In der Tat wurde dieses Verfahren seit der Einführung des EEG mehrfach in mehr oder weniger festen Intervallen angewandt.

Davon abgesehen ist der BWE für das laufende Jahr aber sehr optimistisch. Demnach könnten bis zum Dezember 2013 an Land 2,9 Gigawatt hinzu kommen. Das wäre der seit Jahren höchste Zubau. Dies entspräche laut BWE einem Investitionsvolumen von 3,5 Milliarden Euro. Hinzu kämen noch mehrere 100 Megawatt auf See, wo sich inzwischen eine Reihe von Projekten im Bau befinden.

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