Windkraft für Japan

Anderes Klima andere Bauform

Die Japan Wind Power Association (JWPA ) rechnet für Japan mit einem Windkraftpotenzial von 81 GW. Professor Yuji Ohya von der Kyushu Universität stellte dazu auf der Yokohama Renewable Energy International Exhibition das Konzept für einen Windpark vor, der den japanischen Klimabedingungen besser angepasst sein soll (Bild). Er geht pro Fläche von einem zwei- bis dreifach höheren Energieertrag aus, als bei herkömmlichen Windrad-Bauformen. Die in Felgen laufenden Propeller sollen vor allem den oft extremen japanischen Stürmen besser standhalten.

Vor allem Hokkaido ist den sibirischen Wetterausläufern ausgesetzt, andere Regionen befinden sich in Taifun gefährdeten Gebieten. 2003 wurden durch einen Sturm auf der Insel Miyako alle sieben Windgeneratoren zerstört. Wegen der rauhen Bedingungen wurde vom japanischen Wirtschaftsministerium METI für Japan eine eigene, vom IEC-Standard abweichende, Baunorm eingeführt (" J-Class").

Sie fordert den Bau von robusteren Windkraftwerken entsprechend den japanischen Klimabedingungen. Vor allem hapert es aber noch am politischen Rückhalt für die Erneuerbaren in Japan. So wurden im Rahmen des Renewable Portfolio-Standards (RPS) die Energieversorger zwar verpflichtet einen (mit 1,35% minimalen) Anteil an grünem Strom in ihrem Portfolio anzubieten. Doch da in Japan auch Strom aus den Müllverbrennungsanlagen als "erneuerbar" gilt, kaufen die Netzbetreiber lieber dort ein, anstatt sich mit der Windkraft auseinanderzusetzen.

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