"Wir sind zum Kampf gegen außerirdische Zivilisationen noch nicht bereit"

Russlands Weltraumtruppen seien dazu auch nicht beauftragt und hätten genug anderes zu tun, sagte ein Sprecher des Titow-Zentrums für Satellitensteuerung

Wird die Erde bedroht von aggressiven Aliens? In Russland wird, wenn es nicht ein Witz ist, der Bevölkerung versichert, man sei noch nicht so weit, dass man es mit ihnen aufnehmen könnte. Das sagte zumindest am Mittwoch Sergej Bereschnoj vom Titow-Zentrum für Satellitensteuerung, das sich in der Nähe von Moskau befindet. Man sei noch nicht für den "Kampf gegen außerirdische Zivilisationen" gerüstet: "Wir sind leider noch nicht dazu bereit", bedauerte er.

Wie die russische Nachrichtenagentur Ria Novosti berichtet, habe die neu bei der russischen Armee eingerichtete Luft- und Weltraumverteidigung Ende 2011 den Dienst aufgenommen. Das Titow-Zentrum sei ein Teil und u.a. zuständig für die Steuerung der meisten russischen militärischen und zivilen Satelliten, für den Start von Weltraumraketen und ballistischen Raketen. Die Luft- und Weltraumverteidigung entstand durch Zusammenlegung von Einheiten zur Abwehr von Raketen und Flugzeugen, ein Zentrum zur Beobachtung des Weltraums, ein Raketentestgelände und ein Radarsystem zur Frühwarnung vor ballistischen Raketen.

Bereschnoj antwortete während einer Pressekonferenz auf die Frage eines Journalisten. Und er fügte hinzu, dass man auch nicht beauftragt wurde, gegen etwaige Aliens zu kämpfen: "Es gibt zu viele Probleme auf der Erde und in ihrer Nähe." Da sind halt dann die Kapazitäten beschränkt und ein vorerst nur in der Fantasie existierender Gegner weit weg. Russia Today fügt ernsthaft und beruhigend hinzu, die "Weltraumtruppen" könnten zwar noch nicht mit einem Angriff von Aliens zurechtkommen, aber sie hätten "zumindest extrem wirksame Hightech-Mittel, um mit terrestrischen Problemen und Bedrohungen fertig zu werden".

Die Weltraumtruppen beobachten auch Asteroiden und andere Weltraumkörper, die Russland gefährlich werden könnten. Auch einen Einschlag der weniger exotischen Asteroiden, Kometen oder Meteoriten wird man noch nicht verhindern können. Da die Nasa vom Shutdown der US-Regierung fast vollständig betroffen ist, dürfte nun auch das Near-Earth Object Program außer Dienst sein. Das könnte zwar vor einer gefährlichen Begegnung warnen, wenn es wieder besetzt ist, aber auch die USA sind noch außerstande, einen aus dem Weltraum der Erde entgegen rasenden Asteroiden abzuwehren.

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