Wird Neuseeland das erste rauchfeie Land werden?

Ohne Verbot, aber mit drastischen Auflagen wollen Politiker Neuseeland schon bis 2025 vom Nikotin befreien, in Finnland wird ähnliches bis 2040 gefordert

Finnland hat sich ein ehrgeiziges Ziel gesteckt. In den am 1. Oktober beschlossenen Veränderungen des Zigarettengesetzes wird zunächst die Präsenz von Tabakprodukten in der Öffentlichkeit ab 2012 weiter beschränkt. Dann aber soll das nordeuropäische Land bis 2040 rauchfrei werden. Das ist allerdings nicht Gesetz, sondern erst eine Forderung von zahlreichen Organisationen.

Als weltweit erstes Land ist hier Bhutan vorangeprescht und hat 2005 das Rauchen auf vielen öffentlichen Plätzen und schon 2004 den Verkauf von Tabakprodukten verboten. Das wird natürlich durch einen Schwarzmarkt unterlaufen, aber offenbar wird, so stellen Berichte die Lage dar, doch sehr viel weniger geraucht als in anderen Ländern.

Auch Neuseeland schickt sich an, in Richtung einer rauchfreien Nation gehen zu wollen. Ein Parlamentsausschuss fordert mit den Stimmen der Abgeordneten aller Parteien, dass wie in Finnland Zigaretten und anderen Nikotinprodukte nicht mehr ausgestellt werden dürfen. Zudem sollten Zigaretten nur noch in neutralen Schachteln mit Gesundheitswarnungen und ohne Markenbranding verkauft werden dürfen. So will man verhindern, dass bei Kindern die Lust geweckt wird, das Rauchen zu beginnen. Mit 14 würden die Menschen normalerweise mit dem Rauchen anfangen, bei den Maoris aber bereits mit 11 Jahren.

Dazu soll die Steuer heraufgesetzt, die Importe reduziert, die Strafen für den Verkauf an Minderjährigen drastisch erhöht werden. Vorgeschlagen wird auch, dass ein Rauchverbot in Fahrzeugen sowie auf öffentlichen Plätzen verhängt werden kann. So will man bis 2015 die Zahl der Raucher halbieren und bis 2025 Neuseeland rauchfrei machen, was bedeutet, dass weniger als 3 Prozent der Bevölkerung noch dem Nikotinkonsum nachgehen. Ein striktes Verbot will man aber nicht verhängen, weil dies politisch nicht durchsetzbar sein, aber zumindest die Bedingungen so erschweren, dass den Meisten die Lust vergeht. Gegenwärtig sind 20 Prozent der Erwachsenen Raucher und sterben jährlich 5000 Menschen an den Folgen. Die Regierung ist nicht so erbaut und erklärte, dass das Ziel, bis 2025 rauchfrei zu sein, "extrem schwierig" zu erreichen sei.

Ungemütlicher könnte es auch für Trinker in Neuseeland werden. Der Justizminister kündigte einen Gesetzesentwurf nach den Vorschlägen einer Kommission an. Danach soll der Verkauf von Alkohol eingeschränkt werden. In Bars dürfte Alkohol nur an Personen über 18 Jahren, ansonsten nur an über 20-Jährige verkauft werden. Zusätzlich soll der Alkoholgehalt in manchen Getränken vermindert, schädliche Produkte verboten und Öffnungszeiten verkürzt werden. Alkohol, so der Minister, fördere die Gewalt, senke die Produktivität der Arbeit, schade der Gesundheit und vermehre Unfälle.

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