Xaver lässt die Strompreise sinken

An Privatkunden wird das als Strompreiserhöhung weitergegeben

Orkan Xaver erreicht heute Norddeutschland. Der Sturm bedeutet auch mehr Strom aus Windenergie. Gestern sanken deshalb die Börsenstrompreise für Lieferungen zu heute noch einmal um rund 40 Prozent auf 3,432 Cent/kWh für Grundlaststrom und 3,938 Cent/kWh für Spitzenlaststrom. Wegen des Angebotes an Windstrom!

Vergleicht man das mit den angekündigten Strompreiserhöhungen zum Jahreswechsel, die natürlich wieder mit einer steigenden EEG-Umlage begründet werden, zeigt sich, wie absurd das derzeitige Umlagesystem ist und wie sehr es darauf angelegt ist, die strompreissenkende Wirkung von mehr Ökostrom im Netz zu vertuschen.

In seiner jetzigen Form dient das System immer noch dazu, die kontinuierlich sinkenden Preise an der Strombörse auf Kosten der Stromkunden zu überkompensieren. Das Öko-Institut hat in seiner "Analyse der EEG-Umlage 2014" einmal aufgeschlüsselt, wie sich die bereits festgelegte Erhöhung der Umlage um 0,963 Cent/kWh zum Jahreswechsel eigentlich zusammensetzt.

Ergebnis: Nur weniger als die Hälfte der Umlage (0,44 Cent) gehen auf den Zubau zurück. Würde der gesunkene Börsenstrompreis an die Haushalte weitergegeben, so würde der Anstieg der EEG-Umlage im Jahr 2014 selbst unter dem derzeitigen Regime der Befreiungen für Großverbraucher voll kompensiert.

Würden auch die Befreiungen beendet und die Umlagen unabhängig vom Nutzer auf jede kWh umgelegt, ergäbe sich nach Berechnung des BUND noch einmal eine Preissenkung von 0,19 Cent. Die Strompreise müssten zum Jahreswechsel also eigentlich sinken - wenn tatsächlich die Erneuerbaren der Grund für die Preisgestaltung wären.

Während bei uns die Börsenpreise für Strom zur Lieferung am Donnerstag zeitweise auf 3,150 Cent/kWh fielen, lagen sie in Frankreich fast doppelt so hoch. Zwar fielen sie auch dort um 3,5 Prozent auf 7 Cent, aber die Windkraft ist in Frankreich zu wenig ausgebaut, um von mehr Wind zu profitieren. Außerdem heizen viele Franzosen mit Strom, so dass dort in den Wintermonaten der Strompreis regelmäßig anzieht. Während also bei uns sinkende Börsenstrompreise nicht an die Kunden weitergegeben werden, dient in Frankreich die Börse dazu, kräftig an der Preisschraube nach oben zu drehen. In beiden Fällen jedoch zu Ungunsten der Endkunden.