Zurück zum Papier

Beck Hansens neues Album erscheint nicht auf CD oder zum Download, sondern lediglich als Notenbuch

Der Proto-Antifolk-Musiker Beck Hansen, der in den 1990er Jahren einige Hits hatte, will sein für den 11. Dezember angekündigtes neues Musikalbum ausschließlich als Notenbuch veröffentlichen. Sein Song Reader soll Noten und Texte zu zwanzig bislang unveröffentlichten Stücken wie Do We? We Do und Don’t Act Like Your Heart Isn’t Hard enthalten. Durch die Mitarbeit von Gestaltern wie dem Guero-Designer Marcel Dzama, Leanne Shapton, Josh Cochran und Jessica Hische soll das neuneinhalb mal zwölfeinhalb Zoll große farbige Sammelwerk aus 18 Heften mit Text und weiteren zwei mit Instrumentalstücken so aufwendig gestaltet und verpackt werden, dass er alleine dadurch einen Sammelanzeiz bietet.

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Will Burns zeigte sich im Wirtschaftsmagazin Forbes begeistert von der Idee, die seiner Ansicht nach durchaus innovativ ist, auch wenn Musik seit Hunderten von Jahren auf Papier veröffentlicht wird. Denn in einem Kontext von Streamingdiensten und sozialen Netzwerken stellen exklusiv als Noten veröffentlichte Werke seiner Ansicht nach eine "Einladung" an die Fans dar. Tatsächlich bezeichnet Hansen selbst das Notenbuch als "Experiment" und erklärt potenziellen Interessenten, dass sie die Songs "selbst zum Leben erwecken" müssten, wenn sie sie hören wollen. Ein erster Fan, Max Miller, hat dies bereits mit den in der Pressemitteilung abgebildeten Noten zu Do We? We Do geschafft.

Der Onlineshop McSweeney’s, mit dem der Musiker zusammenarbeitet, kündigte an, solche Einspielungen auf seiner Website veröffentlichen zu wollen. Burns erwartet, dass diese Interpretationen nicht nur dort auftauchen, und dass sie einen Wettbewerb auslösen, der dem Album viel Aufmerksamkeit und viele Verkäufe bringt. Gleichzeitig könnte es bei Fans die Nachfrage nach Konzerttickets steigern, wo sie die Stücke das erste Mal in der "richtigen" Version hören können.

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