taz führt eine Bezahlschranke als "Pay-Wahl" ein

Die Artikel bleiben weiterhin zugänglich, der Leser wird aber erst einmal direkt aufgefordert, ob er nicht die taz finanziell unterstützen will

Die Berliner taz hat eine Paywall eingeführt. Leser müssen allerdings nicht zahlen, sie können aber, um, wie es heißt, "die journalistische Unabhängigkeit der taz und die freie Zugänglichkeit von taz.de" zu unterstützen, freiwillig etwas geben. Man spielt daher mit dem Begriff und spricht von einer Pay-Wahl.

Wer auf taz.de einen Artikel lesen will, wird erst einmal aufgefordert zu entscheiden, ob er einmalig für einen Artikel oder regelmäßig zahlen will oder aber weiterhin beim kostenlosen Konsum bleibt: "Nein, jetzt nicht." Man bleibt also weiterhin der "Philosophie des freiwilligen Bezahlens" treu, anstatt die Türen zu verrammeln.

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Schon seit einiger Zeit setzte die taz auf flattr oder hatte zu Zahlungen im Rahmen der Kampagne "taz-zahl-ich" aufgerufen. Seit April sind hier insgesamt fast 70.000 Euro eingegangen, im Oktober waren es nach Abzug der Steuern und Transaktionskosten 3.979,09 Euro. Das reicht natürlich bei weitem nicht für den Betrieb einer Online-Redaktion, aber es ist trotzdem eine Einnahmequelle, die auch teilweise verlässlich ist, weil sich auch manche entschlossen haben, monatlich einen Beitrag zu leisten, in der Regel in der Höhe von 5 Euro.

Wir drücken der taz die Daumen für ihr Experiment, das in der "Zeitungskrise", die gerade die Frankfurter Rundschau und die Financial Times Deutschland getroffen hat, Zeichen setzen könnte, um kritischen Journalismus weiterhin zu gewährleisten.

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