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Auf dem Weg zu billigen E-Autos

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Auf dem Weg zu billigen E-Autos

Nicht etwa nur bei Tesla, sondern weltweit entstehen derzeit große neue Batteriefabriken. Das dürfte die Preise weiter drücken – ab 2030 sollen Elektroautos weniger kosten als konventionelle.

Die Produktion von leistungsfähigen Batterien boomt, und Tesla ist bei weitem nicht das einzige Unternehmen, das dafür verantwortlich ist. Laut Bloomberg New Energy Finance soll sich die weltweite Produktion von heute bis 2021 verdoppeln [1]. Das wiederum senkt die Kosten, was eine gute Nachricht sowohl für die entstehende Elektroauto-Branche als auch für Energieunternehmen ist, die im großen Maßstab Strom aus erneuerbaren Quellen zwischenspeichern wollen.

Ladestart in der Wüste

Die meiste Aufmerksamkeit in diesem Zusammenhang bekommt Tesla mit seinen "Gigafactorys", von denen die erste im US-Bundesstaat Nevada Batterien produzieren soll. Tatsache aber ist, dass das Unternehmen dabei reichlich Konkurrenz hat.

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Zum Beispiel eine neue Batteriefabrik in Kamenz in Deutschland, betrieben von der Daimler-Tochter Accumotive, die Akkus für Mercedes-Fahrzeuge liefern soll. Ende Mai wurde bei einem Besuch von Kanzlerin Angela Merkel der Grundstein für die eine halbe Milliarde Euro teure Anlage gelegt.

Der Großteil des Wachstums dürfte sich allerdings in Asien abspielen. Die dort ansässigen Unternehmen BYD, [6] Samsung, LG und Panasonic (ein Partner von Tesla) gehören sämtlich zu den wichtigsten Batterie-Produzenten der Welt, und neun der global größten neuen Batteriefabriken entstehen laut Benchmark Minerals derzeit in China [7].

Auswirkungen auf die Kosten von Elektroautos

Die harte Konkurrenz bedeutet, dass sich der stetige Abwärtstrend bei den Batteriepreisen fortsetzen dürfte. Die Kosten pro Kilowatt sind bereits von 542 Dollar im Jahr 2012 auf heute 139 Dollar gefallen, so eine Analyse von Benchmark [8]. Das hat enorme Bedeutung für die Kosten für Elektroautos, die üblicherweise zu 40 Prozent von den Batterien verursacht werden.

Elektroautos für den Massenmarkt (0 Bilder) [9]

[10]

Analysten von Bloomberg hatten bereits früher prognostiziert, dass die 2020er Jahre das Jahrzehnt sein könnten, in dem sich Elektroautos durchsetzen [11]. Jetzt sagte einer von ihnen sogar voraus, Elektroautos dürften bis 2030 billiger sein als Autos mit Verbrennungsmotor.

Flut von billigen Batterien

Manche Branchenbeobachter haben die Sorge, dass eine Flut von billigen Batterien letztlich negativ für die Profitabilität der Hersteller sein könnte, wie es zuvor in der Solarbranche zu beobachten war. Das ist tatsächlich denkbar. Andererseits sind die beiden riesigen Automobilmärkte Indien und China [12] sehr daran interessiert, mit Elektroautos Probleme wie Staus und Luftverschmutzung zu lösen. Also dürfte es selbst dann noch genügend Nachfrage geben, wenn die Produktion immer weiter zunimmt.


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Links in diesem Artikel:
[1] https://www.bloomberg.com/news/articles/2017-05-22/move-over-tesla-europe-s-building-its-own-battery-gigafactories
[2] https://www.heise.de/tr/artikel/Volle-Ladung-3280677.html
[3] https://www.heise.de/tr/artikel/Die-Wueste-laedt-3326253.html
[4] https://www.heise.de/tr/artikel/Elektroautos-in-2035-Studie-vergleicht-Akkus-und-Brennstoffzellen-3490829.html
[5] https://www.heise.de/tr/artikel/Umdenken-bei-Elektroautos-3172151.html
[6] https://www.heise.de/tr/artikel/Die-zweite-Neuerfindung-3709233.html
[7] https://www.ft.com/content/44ed7e90-3960-11e7-ac89-b01cc67cfeec
[8] http://benchmarkminerals.com/lithium-ion-batteries-are-now-selling-for-under-140kwh-new-york-hears-on-benchmark-world-tour-2017/
[9] https://www.heise.de/bilderstrecke/bilderstrecke_3357157.html?back=3732644;back=3732644
[10] https://www.heise.de/bilderstrecke/bilderstrecke_3357157.html?back=3732644;back=3732644
[11] https://www.heise.de/tr/artikel/Hoffnung-aufs-Elektrojahrzehnt-3123404.html
[12] https://www.heise.de/tr/artikel/Die-zweite-Neuerfindung-3709233.html