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Das Bild im Raum

Infotech
Das Bild im Raum

US-Forscher haben ein neues Verfahren entwickelt, mit dem in einigen Jahren Vollfarbhologramme möglich sein sollen, die videofähig sind.

Wissenschaftler am Labor für Photonik und Lasertechnik [1] der University of Arizona haben zusammen mit Kollegen des japanischen High-Tech-Konzerns Nitto Denko Technical einen ersten Schritt in Richtung holographischer Videokonferenzsysteme unternommen.

Im Endausbau soll das System Nutzern das Gefühl geben, als befände sich ihr Gesprächspartner im gleichen Raum. Dazu entwickelten die Forschungspartner ein dreidimensionales holographisches Farbdisplay. Darüber wurden bereits erste Tests mit Live-Bildern zwischen Arizona und Kalifornien durchgeführt.

Das neue System basiert auf einem lichtempfindlichen Polymerverbundstoff, der auf einem 12 mal 12 Zoll großen Substrat aufgebracht wurde und zwischen transparenten Elektroden sitzt. Angeregt wird das holographische Display mit zwei grünen Laserstrahlen, die ein Interferenzmuster erzeugen. Das Laserlicht bewirkt zunächst eine Ladungstrennung in dem Polymer. Diese Ladungstrennung erzeugt ein elektrisches Feld, das die räumliche Orientierung von roten, grünen und blauen Farbmolekülen im Verbundstoff ändert. Dabei ändert sich punktuell der Brechungsindex des Materials, was den holographischen Effekt hervorruft. Beleuchtet man das Material mit einer geeigneten Lichtquelle erscheint dem Betrachter ein räumliches Bild. Schon jetzt benötigen Zuseher keine 3D-Brillen, das Hologramm erscheint direkt im Raum

Die Idee ist nicht neu - das erste Video-Hologrammsystem ist am 1989 am MIT Media Lab entworfen worden - das Hologramm war allerdings lediglich 25 Kubikmillimeter groß. Um ein auch nur halbwegs großes Hologramm zu schreiben, brauchte man bisher einige Minuten. Die Laser in dem neuen System schreiben nun bisher alle zwei Sekunden ein neues Vollbild. In den nächsten Jahren soll das System so schnell werden, dass es auch mit Standard-Video funktionieren. Bis das System praxisbereit ist, werden allerdings noch einige Jahre vergehen. Zunächst arbeiten die University of Arizona-Forscher daran, die verwendeten Laser und damit den Bildaufbau schneller zu machen. Parallel wird aber auch an der zur Darstellung notwendigen Software gearbeitet. Sie soll wenn möglich auf regulären PC-Grafikchips laufen.


URL dieses Artikels:
http://www.heise.de/-1159367

Links in diesem Artikel:
[1] http://www.optics.arizona.edu/faculty/resumes/peyghambarian.htm