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Gentechnik im Vorbeiflug

Leben
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Blattläuse sollen mit Pflanzenschutzgenen beladene Viren übertragen.

(Bild: Shutterstock)

Insekten und Viren sollen Pflanzen vor kurzfristig auftretenden Schäden wie Dürre schützen. Ein entsprechendes Darpa-Vorhaben steht im Verdacht, dass es auch Biowaffen Tür und Tor öffne.

Viren waren bisher nicht unbedingt der Freund des Landwirts, können sie doch Pflanzen befallen und Ernteerträge bedrohen. Nun sollen sie es werden. Und nicht nur das: Forscher wollen Insekten dazu bringen, die Viren auf den Feldern zu verteilen. Sie sollen die Nutzpflanzen vor Schädlingen schützen, aber auch vor Dürre und Kälte. Das ist, zugespitzt zusammengefasst, die Idee hinter "Insect Allies". Sie ist so bestechend wie irritierend: Statt Mais oder Tomaten in jahrelanger züchterischer Arbeit vor jeder Gefahr einzeln zu wappnen, könnte die Schutztruppe eine ganze Bandbreite von Bedrohungen abdecken – und immer dann zum Einsatz kommen, wenn sie eintreten.

Frisst sich beispielsweise ein neuer Schädling durch ein Maisfeld, lassen Landwirte die verbündeten Insekten – eben "Insect Allies" – ausschwärmen. Sie transportieren Viren, in deren Hülle Gene verpackt sind, mit denen Pflanzen die aktuelle Gefahr abwehren können. Knabbern die Insekten an den Zielpflanzen, gelangen die Viren in die Pflanzen und verbreiten sich über deren Gefäßsystem. Schließlich dringen sie in die Zellen ein und setzen das schützende Genmaterial ab. Die Pflanzen hätten einen neuen Abwehrmechanismus. Sozusagen Genmanipulation im Vorbeiflug. Krankheiten lösen die Viren bei den Pflanzen nicht aus.


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