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Themenmolekül: WIEVIEL kostet das Konferenz-Ticket?

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Glasers gesammelte Linkwolke aus der Welt der Wissenschaft und Technologie. Diesmal unter anderem mit einr experimentellen Popcorn-Maschine, einem tödlichen historischen Irrtum und dem arabisch-amerikanischen Nationalmuseum.

Auf meinen Expeditionen durch das Netz finde ich immer wieder bemerkenswerte Informations-Atome, die sich im Lauf der Zeit zu Themenmolekülen verbinden. Gelegentlich möchte ich an dieser Stelle solche Link-Gravitationswolken aus der Welt der fröhlichen Wissenschaft und Technologie vorlegen.

Wer sich für die Zusammenhänge von Gesundheit, Soziologie, Psychologie und Epidemiologie interessiert, für den ist das Human Nature Lab [1] der Yale University ein Pflichtanlaufpunkt. Unter Anleitung des Sozialwissenschaftlers und Mediziners Nicholas Christakis [2] hat sich das Labor für einen "interdisziplinären – oder transdisziplinären Ansatz zum Verständnis menschlichen Verhaltens" entschieden. Das Human Nature Lab widmet sich derzeit der Erforschung der Beziehungen zwischen Sozialen Netzwerken und Gesundheit. Das Forschungsfeld ist in sechs Hauptkategorien unterteilt, die unter dem Menüpunkt Research aufgerufen werden können. Dazu gehören unter anderem die "Biologie sozialer Interaktionen" (Untersuchungen der Faktoren – einschließlich genetischer und evolutionärer Faktoren –, die Auskunft darüber geben, warum und wie Menschen soziale Netzwerke bilden); Experimente mit Face-to-Face-Netzwerken (oder: Wie persönliche Interaktionen gesundheitsrelevante Verhaltensweisen beeinflussen können); und Netzwerk-Methodik (die sich auf Verbesserungen der interdisziplinären Prozesse der Erforschung sozialer Netzwerke bezieht).

Nach 10 Jahren schließt das bemerkenswerte Blog Not Exactly Rocket Science [3], in dem Ed Yong wissenschaftliche Veröffentlichungen mit Tiefgang untersucht hat, seine virtuellen Pforten. Hier nochmal alles aufgereiht [4] im Science Salon von National Geographic, dem letzten Gastgeber des Blogs.

Aus der Public Library of Science [5] (PLOS) stammt das Dossier Meta-Research [6]. Diese umfangreiche Sammlung von Artikeln und Beiträgen zur Metaforschung auf dem Gebiet der Biologie. Einfach gesagt ist Meta-Forschung Forschung über Forschung; genauer gesagt werden dabei Wege zur Verbesserung von Forschungspraktiken gesucht, die Qualität und Zuverlässigkeit der wissenschaftlichen Forschung anheben sollen. Innerhalb der Sammlung findet sich eine eine Vielzahl themenbezogener Papiere, darunter Arbeiten wie "The Importance of Blind Data", "Gender Representation on the Boards of Mathematical Journals" und eine Studie mit dem Titel "How Many Scientists Fabricate and Falsify Research? A Systematic Review and Meta-data of Survey Data."

Oncle Sam [7] ist eine experimentelle Popcorn-Maschine, die Korn für Korn zum Aufpoppen bringt.

Aus der Holocaust Encyclopedia: Die Reise der St. Louis [8]. Im Mai 1939 legte die S.S. St. Louis von Hamburg aus Richtung Kuba ab. Fast alle der 937 Passagiere an Bord waren jüdische Flüchtlinge, die sich dort um Visa für die Vereinigte Staaten bemühten. Die kubanische Regierung erteilte nur 28 der Passagiere die Einreisepapiere. Mehrere Passagiere appellierten persönlich an den U.S. Präsidenten Franklin D. Roosevelt, ihnen die Einreise zu ermöglichen. Aber Roosevelt antwortete nicht und die St. Louis wurde gezwungen, nach Europa zurückzukehren. Einige der Passagiere fanden Zuflucht in Großbritannien, aber die meisten landeten wieder in Kontinentaleuropa. 254 der Fahrgäste wurden nachfolgend im Holocaust ermordet. Die Holocaust Encyclopedia auf der Website des USA Holocaust Memorial Museum erzählt die Geschichte der St. Louis und ihrer Passagiere und zeigt Artefakte, darunter Fotos der Passagiere und ein Radiogramm, das ein Passagier an seine Kinder in Europa schickte, dazu eine animierte Karte der Schiffsreise. Gerda Blachmann Wilchfort, die mit auf der St. Louis war, erzählt ihre Geschichte in einer Audio-Aufzeichnung.

WIEVIEL [9] kostet es, sich für diese Konferenz registrieren zu lassen?

Das Arab American National Museum [10] in Dearborn, Michigan ist "das erste und einzige Museum in den Vereinigten Staaten, das sich der arabisch-amerikanischen Geschichte und Kultur widmet". Eine Reihe von interaktiven Exponaten führen an die Absichten des Museums heran. Eine der Sammlungen, Coming to America [11], verfolgt die Geschichte der arabischen Einwanderung nach Nordamerika bis zurück auf Zammouri, einen Marokkaner, der im Florida des frühen sechzehnten Jahrhunderts ankam. Zommouri, der als Sklave nach Europa verkauft worden war, spielte eine Schlüsselrolle in der Erkundung der südwestlichen Region Nordamerikas. In einem anderen Teil der Online-Ausstellung, Making a Impact [12], kann man mehr über wichtige arabisch-amerikanische Individuen und ihre Beiträge zu Bildung, Wissenschaft, Kultur und vielem mehr erfahren.

Ich tu es [13] – im Interesse der Wissenschaft… (Peter Glaser)


URL dieses Artikels:
http://www.heise.de/-3628622

Links in diesem Artikel:
[1] http://humannaturelab.net
[2] http://nicholaschristakis.net
[3] http://phenomena.nationalgeographic.com/blog/not-exactly-rocket-science/
[4] http://phenomena.nationalgeographic.com/blog/not-exactly-rocket-science/
[5] http://collections.plos.org/
[6] http://collections.plos.org/s/meta-research
[7] http://freshphotons.tumblr.com/post/36080054458/laughingsquid-oncle-sam-a-popcorn-machine-that
[8] https://www.ushmm.org/wlc/en/article.php?ModuleId=10005267
[9] http://researchinprogress.tumblr.com/post/51714277253/get-accepted-to-conference-registration-is-how
[10] http://www.arabamericanmuseum.org
[11] http://arabamericanmuseum.org/Coming-to-America.id.18.htm
[12] http://arabamericanmuseum.org/Making-an-Impact.id.20.htm
[13] http://www.freshphotons.com/post/157160197470/archie