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Ägypten - Die geplante Revolution im Internet

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Die Revolution in Ägypten begann schon vor Monaten fast unbemerkt von der Öffentlichkeit. Als Facebook-Protest gegen die Polizei, die diesen Blogger zu Tode geprügelt hatte. Einen der ihren. Die ehemalige Korrespondentin Golineh Atai berichtet: "Die Leute haben begonnen sich im Internet zu organisieren. Über Twitter, Facebook und Blogs. Da hat sich eine Elite im Internet gefunden, die die Dinge, die wir jetzt sehen, vorbereitet hat.“

Aktham Suliman, Al-Jazeera-Korrespondent bestätigt diese Einschätzung: "Ohne Internet wäre das alles nicht möglich. Im Internet haben sich Communities gebildet Und die wurden immer größer. Und sie sind die Initialzündung für die ganze Bewegung., die ganz Ägypten ergreift.“

Information trotz Zensur

Es ist zunächst die junge ägyptische Elite – Schüler, Studenten. die nicht nur demonstrieren, sondern auch kleine Filme drehen. Die Videos landen wenige Augenblicke später im Netz. Dass das Staatsfernsehen solche Bilder senden würde – eine Illusion. Als einziger Sender der Region berichtet Al-Jazeera ausgiebig über die Unruhen. Bis das Regime Mubarak den arabischen Sender einfach abschaltet.

Und der Protest im Internet? Immer mehr Ägypter wollen trotz Fernsehzensur wissen, was in ihrem Land wirklich passiert. Sie informieren sich über Twitter, suchen immer häufiger authentische Bilder auf Youtube. Das Internet ist in Ägypten zeitweilig zur einzigen Quelle geworden, die ein ungeschöntes Bild von den Vorgängen zeichnet. Etwa von den Demonstrationen auf dem Tachia-Platz in Kairo. Die Bilder zeigen, wie groß der Widerstand schon ist. Dann entschließen sich Kairos Machthaber zu einem weltweit bislang undenkbaren Schritt. Sie zwingen Internetbetreiber und Telefongesellschaften, ihre Systeme so zu programmieren, dass die Datenströme ins Leere laufen. Das Internet? Abgeschaltet.

Da aber war es bereits zu spät. Die Proteste hatten sich verselbständigt und bereits einen hohen Organisationsgrad erreicht. Das Volk und die Regierungen anderer Länder zeigen sich befremdet. Der Druck von Straße und internationaler Politik zeigt Wirkung. Einige Tage später ist Ägypten wieder online. Und so sorgen die Menschen dort dank Internet wieder für ungefilterte Informationen aus dem Land der Pyramiden. (gs)

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