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Alles über Knipsen - 16 Digitalkameras aller Klassen im Vergleichstest

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Wir haben 16 aktuelle digitale Kompaktkameras mit 9 bis 14,6 Megapixeln versammelt, zu Preisen von 200 bis 530 Euro. Mit dabei sind kleine Auflösungsriesen, schicke flache Lifestyle-Modelle und auch besonders reich ausgestattete Geräte für den anspruchsvollen Fotoamateur. Zwei Superzoom-Kameras runden das Testfeld ab, das ein angenehm hohes Niveau bietet.

Der Reiz der großen Zahlen hat die Hersteller in dieser Saison nahezu durchgängig zum 10-Megapixel-Niveau als neuem Auflösungsstandard getrieben. Aber nicht etwa, wie noch vor etwas mehr als einem Jahr, mit Sensoren des recht großzügigen 1/1,8-Zoll-Formats (Sensorfläche zirka 38 mm²), sondern mit den winzigen 1/2,3-Zoll-Varianten, die es nicht mal auf 24 mm² lichtempfindliche Fläche bringen. Ein solcher Sensor rauscht deutlich, da er eine starke Signalanhebung benötigt. Die Hersteller halten mit neuen Kameraprozessoren und mit immer differenzierteren Rauschkompensationsalgorithmen dagegen. Und tatsächlich zeitigen diese Bemühungen bei manchen Anbietern durchaus Erfolge, wenn Fotostrukturen jetzt differenzierter "entrauscht" werden können als früher. Zu den aktuellen Features gehören Gesichtserkennung, Entwackelung und Touchscreen-Bedienung am Display.

Ultrakompakte

Die Geräte unseres Testfeldes spiegeln die typische Marktlage wider: Am besten gehen ultrakompakte Handschmeichler, die ohne groß aufzutragen oder zu belasten in der Jackenoder Handtasche verschwinden und schick aussehen. Etwas mehr als die Hälfte des Testfeldes fällt in diese Kategorie. Kompaktheit ist ohne technische Kniffe nicht zu haben. Das Hauptproblem bereiten die Objektive: Einen großen Zoombereich anzubieten, möglichst ab einer eindrucksvollen Weitwinkel-Brennweite, bei hoher Lichtstärke und mit einem großzügigen, hochauflösenden Sensor dahinter, würde zwangsläufig zu ausladenden, großkalibrigen Optiken führen, die für Ultrakompaktkameras nicht in Frage kommen.

Die nötige Schrumpfkur beginnt beim Sensor: Die beliebten winzigen 1/2,3- oder 1/2,5-Zoll-Varianten erlauben kleine Objektiv-Kaliber. Hält man den Zoombereich überschaubar und nicht zu weitwinklig, bekommt man auch die Bautiefe der Optik in den Griff. Und setzt man noch ein Prisma vor die vorderste Linse, so kann man das ganze System hochkant in die Kamera einbauen und erreicht wahre Model-Magermaße – 15 mm Kameradicke sind es etwa bei der Sony DSC-T77, knapp über 20 mm bei der größeren Schwester T500, der Nikon Coolpix S60 und beim Allwetter-Modell Olympus μ 1050 SW.

Schlanke 20 mm erreichen auch Casio Exilim EX-Z250 und Samsung-Modell NV 100 HD, wobei beide sogar konventionelle Objektive besitzen, die bei weitwinkelstarken 28 mm Kleinbild-Brennweite beginnen. Der kleine Star in Sachen Kompaktheit versus Zoomstärke ist jedoch die Olympus μ 1060, die mit einem stattlichen 7-fach-Zoom bis 260 mm KB-Brennweite daherkommt, aber im ausgeschalteten Zustand trotzdem nur 25 Millimeter dick ist. Der Preis für die Ultrakompaktheit zahlt der Käufer auf der Weitwinkelseite: Ein Minimalwert von 37 Millimeter liegt schon fast im Bereich einer "Normalbrennweite", und nur die wetterfeste Schwester μ 1050 SW ist mit 38 Millimeter noch einen Hauch weitwinkelschwächer.

Sucherkameras

Das ist anders bei der Nikon Coolpix P6000, dem hochsoliden, anspruchsvollen Amateurmodell mit der reichhaltigen Ausstattung und umfangreichen Parametrierungsmöglichkeiten, wobei ein Daumen-Einstellrad und Programm-Shift den gehobenen Anspruch unterstreichen. Die Digicam im klassischen, großzügigen Sucherkameraformat bietet ein 4-fach-Zoom ab 28 mm KB-Brennweite und via TTL-Blitzschuh eine Anbindung an Nikons großes Blitzgeräteprogramm. Eine Spezialität ist zudem die eingebaute GPS-Funktionalität der Kamera – sie zeichnet die Positionsdaten automatisch auf.

Wer einen besonders starken Weitwinkel sucht, der wird hingegen bei der Panasonic Lumix DMC-LX3 fündig, mit bemerkenswerten 24-KB-Millimetern Ausgangsbrennweite. Das Tele-Ende ist nach einem 2,5-fachen Zoomfaktor allerdings schon bei 60 mm erreicht, was den Einsatzzweck als Allround-Kamera deutlich schmälert. Den anspruchsvollen Amateur freut die besonders hohe Lichtstärke von f2.0 – 2.8 und die bildwinkelkonstante(!) Umschaltung zwischen den Bildformaten 4:3, 3:2 und 16:9. Der für heutige Verhältnisse vergleichsweise große Sensor mit moderater 10-MP-Auflösung verspricht zudem ein hohes Bildgütepotenzial, und die Kamera bietet zahlreiche manuelle Eingriffsmöglichkeiten – leider meist über einen etwas fummeligen Joystick –, und zusammen mit der Samsung eine Anzeige mit einer gegenüber dem Klassement doppelt so hohen Auflösung von 460 000 Pixeln. Auch der Preis ist angesichts dieser Leistungswerte "herausragend": rund 530 Euro veranschlagt Panasonic für die LX3, das sind noch 30 Euro mehr, als Nikon für seine P6000 erlösen möchte.

Superzooms

Mit 27 mm ebenfalls recht weitwinklig, aber nach einem atemberaubenden 18-fach-Zoom erst bei 486 mm endend, führt sich die Panasonic DMC-FZ28 im Superzoom-Segment ein. Nicht nur zoomseitig markiert die Kamera die Spitze – ihr Format nähert sich bereits den aktuellen Mini-SLRs an. Auch die FZ28 ist sehr gut ausgestattet und bietet alle gängigen (teil-)manuellen Belichtungsmöglichkeiten, arbeitet bei gleicher Auflösung allerdings nur mit einem 1/2,3-Zoll-Sensor auf dem (Rausch-)Niveau des übrigen Klassements. Erfreulich, dass Panasonic seine Hausaufgaben gemacht und sich von früher eher traurigen Entrauschungsleistungen ganz nach vorn auf das Niveau der besseren Canon-Kameras vorgearbeitet hat.

Von Canon stammt die zweite Superzoom-Kamera des Testfeldes, die PowerShot SX 110 IS, mit 10-fach-Zoom ab 36 mm KB-Brennweite und in einem vergleichsweise flachen Gehäuse. Die Kamera ist preiswert und verbreitet das noch recht solide Kunststoff-Flair einer unproblematischen "Familienkamera" – mit eigener Taste für die Gesichtserkennungsfunktion. Sie hat dank Energiezufuhr über Mignon-Zellen oder Standard-Netzteil die geringsten Folgekosten aller Kameras des Testfeldes. Bei der SX 110 IS braucht man übrigens trotz ihrer "Familienkamera"-Auslobung nicht auf manuelle Belichtungseinstellungen zu verzichten, und Blenden- und Zeitautomatik sind ebenfalls an Bord. Immerhin bieten die Canon Ixus 980 IS, die Panasonic Lumix DMCFX150 und die Samsung eine manuelle "M"-Stufe für die schlichte Nachführmessung an.

Fazit

Bei keiner der 16 Kameras unseres Testfeldes greift man beim Kauf deutlich daneben, zu hoch entwickelt ist mittlerweile die Technik, um wirkliche Enttäuschungen zu erleben. Bei Preisen von 200 bis 530 Euro gibt es wenig überraschend dennoch Qualitätsunterschiede.

Ambitionierte Fotofreunde werden bei der Nikon Coolpix P6000 fündig. Die hohe 13,5-MP-Auflösung macht sie ebenso interessant wie der TTL-Blitzschuh und der eingebaute GPS-Empfänger. Der Preis von 500 Euro liegt bereits auf dem Niveau von Einsteiger-Spiegelreflexkameras, die bessere Bilder aufweisen und die Welt der Wechselobjektive eröffnen.

Auch die reichhaltig ausgestattete Panasonic Lumix DMC-LX3 beeindruckt. Brennweite satt bietet die Panasonic Lumix DMCFZ28 im griffgünstigen Mini-SLR-Format. Die Tonqualität ist aber schlecht, die MJPEG-Kompression speicherfressend.

Deutlich flacher ist die Canon SX 110 IS, aber mit 10-fach-Zoom ab 36 mm, wahlweise (teil-)manueller Belichtung und familienfreundlichem "Easy-Modus". Freundlich zum Familien-Budget ist auch der passable Einstandspreis und die Energieversorgung über Mignon-Zellen.

Bemerkenswert kompakt, aber fast noch "superzoom" ist schließlich die Olympus μ 1060, die mit einem konventionellen 7-fach-Zoom in einem besonders flachen, absolut jackentaschentauglichen Gehäuse daherkommt.

Aus dem übrigen Testfeld der Ultrakompakten stechen die Canon Digital Ixus 980 IS und die Panasonic Lumix DMC-FX150 hervor, beide mit der knapp höchsten Auflösung von 14,6 MP im Testfeld. Für beide Kameras wollen allerdings 380 bis 400 Euro locker gemacht werden.

Diese Preismarke ruft auch Sony für seine Cyber-shot DSC-T500 auf und liefert dafür eine flache Kamera mit riesigem, grob auflösendem 3,5"-Touchscreen und der deutlich besten HD-Videoclip-Leistung des Testfeldes, die fast schon die Brücke zum Camcorder-Bereich schlägt.

Wer etwas Superschlankes für die Hosentasche sucht, fährt mit der nur 15 Millimeter dicken Sony DSC-T77 genau richtig und kann noch zwischen ein paar schicken Gehäusefarben wählen und damit auf der Piste Eindruck schinden.

Auf der Ski-Piste macht hingegen sicher die Olympus μ 1050 SW die beste Figur, denn sie ist ultrarobust, schnee- und wasserdicht und frostsicher bis -10 °C. Die Ausstattung ist eher schlicht und das 3-fach-Zoom unstabilisiert.

Eine ausführliche Beschreibung der 16 getesteten Kameras finden Sie ebenso wie die detaillierten Testergebnisse im aktuellen Sonderheft "[heise:https://www.heise.de/kiosk/special/ct/08/08/ Digitale Fotografie". (gs)

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