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Alles über Windows 7 - Was bringt der Vista Nachfolger (3Sat)

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Schon seit Anfang Oktober bereitet sich Microsoft mit diversen Veranstaltungen auf die große Feier am 22. Oktober am Time Square in New York vor, in deren Rahmen der Verkaufsstart des schon seit Ende Juli fertigen Windows 7 eingeläutet werden soll. Der Software-Riese lud sogar Windows-Enthusiasten ein, private Launch-Partys zu veranstalten und online zu dokumentieren. Als Lohn winkt ihnen ein Windowsˇ7 in der Ultimate-Version als Volllizenz – die teuerste der vielen Versionen, Varianten und Lizenzmodelle, in denen der Vista-Nachfolger erscheint. Dieser Artikel erläutert die Unterschiede und gibt Tipps, wie sich beim Windows-Kauf Geld sparen lässt. Die nachfolgenden Teile unseres Crashkurses beschäftigen sich mit der Installation, dem Umzug von Daten und Anwendungen und dem neuen Media Center.

Gemeinsamkeiten

Die diversen Versionen und Varianten von Windows 7 haben eines gemeinsam: Die wichtigsten Neuerungen stecken in allen. Dazu gehören beispielsweise die Homegroups, um Windows-7-PCs kinderleicht zu vernetzen, oder die Bibliotheken zum Einrichten eigener, thematisch sortierter Ordnerstrukturen im Explorer. An die neue Taskleiste lässt sich ein Programm so anheften, dass sein Eintrag stets an derselben Stelle ist, egal ob es läuft oder nicht. Jumplists öffnen Dokumente direkt mit der Anwendung. Praktisch ist auch das Anordnen der Fenster per Tastenkombination Windows+Cursortaste („Aero Snap“). Ausführlicheres zu den neuen Funktionen von Windows 7 lesen Sie im Beitrag "3, 2, 1, los! Das fertige Windows 7 im Test".

Das wahre Highlight besteht allerdings darin, dass man mit dem neuen Windows flotter vorankommt. Denn viele Handgriffe erfordern nun einige Mausklicks weniger, und das gilt vor allem für die, die man oft vornimmt. „Einige Mausklicks“ klingt zugegebenermaßen banal, doch die Masse machts. Um beispielsweise ein Dokument mit der passenden Anwendung zu öffnen, reichen dank der Jumplists nun zwei Mausklicks, das gleiche gilt für den Aufbau einer WLAN-Verbindung. Und so manche Klickorgie fällt unter Windows 7 ganz aus. Die Treibersuche etwa ist kaum noch ein Thema, weil Windows haufenweise Treiber entweder bereits mitbringt oder via Auto-Update nachlädt. Da stört es dann auch nicht, dass die Anwendungen selbst nicht schneller laufen (aber auch nicht langsamer). Detaillierte Messergebnisse finden Sie im Beitrag "Jungfernflug, So schnell und kompatibel ist Windows 7 ".

Versionen und Varianten

Windows 7 erscheint in verschiedenen Versionen: als Ultimate, Enterprise, Professional, Home Premium, Home Basic und Starter. Ultimate und Enterprise unterscheiden sich lediglich durch die Lizenzart (dazu später mehr): Nur sie bieten den vollen Windows-7-Funktionsumfang, stellen also die eigent liche Vollversion dar. Jede nachfolgend genannte hat Microsoft immer weiter abgespeckt. Anders als bei Vista Business, wo das bei Vista Home Premium enthaltene Media Center fehlte, ist es bei Windowsˇ7 Professional (dem Nachfolger von Business) dabei. Einen Funktionsvergleich der verschiedenen Versionen finden Sie in der Tabelle.

Außerdem gibt es mehrere Varianten: Zu unterscheiden sind 32- und 64-Bit-Varianten sowie solche mit und ohne Media Player. Starter und Home-Basic gibt nur in 32 Bit. Ohne Media Player als „Windows N“, wobei das „N“ für „Nicht mit Media Player steht, erscheinen nur Home Premium und Professional. Schließlich erscheint Windowsˇ7 noch in 36 Sprachen.

Der Internet Explorer 8 steckt in sämtlichen Versionen und Varianten. Den Plan, aufgrund der Rechtsstreitigkeiten mit der EU Windows 7 in Europa ohne Browser anzubieten, hat Microsoft mittlerweile verworfen. Stattdessen soll nun gleich nach der Installation über die Windows-Update-Funktion ein Auswahlfenster zum Installieren diverser alternativer Browser nachgeladen werden. Bis Redaktionsschluss war davon jedoch noch nichts zu sehen.

Lizenzen

Nicht alle Versionen gelangen in den Einzelhandel. Enterprise bekommt man nur im Rahmen eines Volumenlizenzvertrages. Starter liefert Microsoft nur an größere PC-Hersteller (OEM), damit sie es auf PCs und Notebooks des untersten Preissegments vorinstallieren können. Home Basic schließlich ist für Entwicklungs- und Schwellenländer gedacht und weder in Europa noch in den USA zu haben. In den Einzelhandel gelangen lediglich Home Premium, Professional und Ultimate.

Am wenigsten zahlt für eine Lizenz, wer Windows 7 vorinstalliert auf einem neuen PC erwirbt (OEM-Lizenz), denn die OEMs bekommen reichlich Rabatt von Microsoft. Allerdings waren solche OEM-Lizenzen bei Vista oft mit Beigaben wie zeitlich limitierten Testversionen von Virenscannern oder Office-Paketen garniert, die nicht jeder haben möchte. Zudem fehlte mitunter ein Installationsmedium, sodass sich Windows nicht frisch aufsetzen ließ. Wie das bei Windows 7 aussehen wird, ist noch nicht bekannt.

Soll es Windows ohne PC dran sein, haben Sie die Auswahl zwischen Voll-, Upgrade- und System-Builder-Lizenz. Hierzulande sollten Sie allerdings ausschließlich zur letzteren greifen, denn Voll- und Upgrade-Lizenz sind viel zu teuer. Während Sie etwa Windows 7 Home Premium als System-Builder-Lizenz bereits für 85 Euro bekommen, verlangt Microsoft für eine Volllizenz mehr als das Doppelte: 200 Euro. Besitzer von Windows XP oder Vista dürfen zwar zur billigeren Upgrade-Lizenz greifen, doch kostet die mit 120 Euro auch noch zu viel.

Dass die System-Builder-Lizenzen billiger sind, liegt an ihrer Herkunft: Sie sind eigentlich für die Vorinstallation auf den PCs kleine rer Hersteller vorgesehen, die im Unterschied zu OEMs keine speziellen Verträge mit Microsoft haben, aber ebenfalls Rabatt bekommen. Seit dem sogenannten OEM-Urteil muss Micro soft dulden, dass System Builder diese Lizenzen separat weiterverkaufen.

Angenehm für den Käufer: Anders als bei OEM-Lizenzen werden stets vollständige Installationsmedien geliefert, es fehlt bloß die bunte Verpackung. Enthalten ist entweder die 32-Bit- oder die 64-Bit-DVD, man muss sich also vor dem Kauf für eine Variante entscheiden. Der mitgelieferte Key aktiviert allerdings auch die jeweils andere Variante. Wer also ohnehin zwei Lizenzen erwerben will, könnte kurzerhand eine 32- und eine 64-Bit-Variante nehmen und hätte damit die freie Auswahl – doch Microsoft hält das leider für eine unzulässige „Vermischung von Lizenzbestandteilen“. Bei Voll- und Upgrade-Lizenzen sind stets beide DVDs enthalten, jedoch ebenfalls nur ein Key und es darf nur eine Variante installiert werden.

Schließlich muss man bei einer System-Builder-Lizenz auf zwei kostenlose Support-Anfragen verzichten. Weitere Einschränkungen sind bislang nicht bekannt.

Auch für eine Upgrade-Installation reicht eine System-Builder-Lizenz, damit klappt das genauso gut wie mit allen anderen – oder besser genauso schlecht, denn das Aktualisieren einer bestehenden Windows-Installation auf das neue Windows 7 klappt unabhängig von der Lizenz nur mit Vista und auch nur, sofern mindestens das SP1 installiert ist. Für PCs, auf deren Platte sich noch XP befindet, sieht Microsoft grundsätzlich eine Neuinstallation vor – auch mit einer Upgrade-Lizenz.

Die System-Builder-Lizenzen werden voraussichtlich bereits 10 Tage vor dem offiziellen Verkaufsstart an die Händler ausgeliefert und könnten bereits erhältlich sein, wenn Sie diese Text lesen.

Das voraussichtlich einzige frei verfügbare Angebot, das die System-Builder-Preise noch unterbietet, wird das Family Pack sein: Microsoft will Besitzern von XP und Vista drei Upgrade-Lizenzen für Windows 7 Home Premium im Paket für 150 Euro anbieten. Allerdings ist das Angebot „limitiert“, gut möglich also, dass es sich um einen Werbegag handelt, bei dem nur ein Teil der Interessenten zum Zuge kommt. Es wäre nicht das erste Mal – wobei es beim letzten Mal allerdings in die Hose ging: Ein Home-Premium-für-50-Euro-Angebot war vor einigen Wochen so schnell ausverkauft, dass viele Interessenten sehr verärgert reagierten.

Studenten können noch mehr sparen: Sofern ihnen ihre Uni Windows 7 im Rahmen eines MSDNAA-Programms nicht ohnehin kostenlos zur Verfügung stellt, können sie Home Premium oder Professional ab dem 22. Oktober stark vergünstigt unter www.win741.com bestellen (in den USA für 30 US-Dollar, die Preise für Deutschland waren bis Redaktionsschluss nicht bekannt).

Crashkurs Windows 7

Weitere Informationen zu Windows 7 finden Sie in unserem "Crashkurs Windows 7" in der Printausgabe 23/09 des c't magazins:
Testbetrieb – Sie wollen vor dem Kauf von Windows 7 das neue Betriebssystem erst einmal probehalber auf dem eigenen PC installieren? Laden Sie sich bei Microsoft ganz legal eine voll funktionstüchtige Testversion herunter. Für deren Installation brauchen Sie nicht mal eine separate Partition. Wie es geht, verrät der Beitrag "Testbetrieb, Windows 7 einfach mal ausprobieren " ab Seite 96.
Friedliche Koexistenz – Dual-Boot von Linux und Windows 7: Bei Windows-Betriebssystemen ist es Tradition, dass ein bereits vorhandener Bootmanager im Master Boot Record überschrieben wird. Das zu reparieren und mehrere Systeme zu booten ist jedoch kein Hexenwerk. Mehr dazu lesen Sie ab Seite 100 der Printausgabe 22/09 des c't magazins. Den Artikel erhalten Sie – wie alle Beiträge aus dieser ausgabe - ab dem 26. Oktober 2009 auch als PDF-Datei im c't Kiosk.
Daten und Anwendungen übertragen – Selten war Microsoft so deutlich: Für die verbreitete XP-Basis heißt der empfohlene Umstiegspfad auf das aktuelle Windows schlicht Neuinstallation. Somit entfällt das Abwägen, ob man eine Update-Installation wagen soll oder ein sauberer Neuanfang ansteht. Bleibt die Frage, wie weit man mit alten Anwendungen unter einem neuen Windows kommt. Mehr dazu im Artikel "Von alt nach neu, Tipps für den Umstieg auf Windows 7 " ab Seite 102.
Tipp und Tricks zum Media Center – H.264 und DivX ab Werk, verbesserte UPnP-AV-Funktionen und Multi-Tuner-Unterstützung: Windows 7 bringt frischen Wind in Microsofts Media Center und Media Player. Mehr dazu lesen Sie im Artikel "Mediennachhilfe, Tipps zu Windows Media Player 12 und Windows Media Center " ab Seite 106.

(Axel Vahldiek) / (gs)

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Im Themenforum Prüfstand diskutieren.

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