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Billiger aus dem Netz - Lassen sich Händler von Online-Preisen beeindrucken?

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Eine Geldbörse und eine Portion Verhandlungsgeschick – das half vielleicht gestern. Die Frau von heute geht noch mit anderen Waffen auf Shopping-Tour. Ihr bester Helfer beim Feilschen: ein Notebook mit Internetanschluss. Damit setzt sie Laden-Verkäufer unter Druck: Beim Buchen einer Winterreise – Beim Kauf einer Digitalkamera –- einer schicken Sonnenbrille – und: beim Kauf eines Paars Ski.

Aber zuerst die Vorbereitung: Schnäppchen-Suche im Internet.
2 Wochen Winterurlaub in Kanada sollen es sein. Mit allem drum und dran. Der Flug ist ein Sonderangebot. Er kostet online nur 684 Euro. Dazu gibt es ein 5-Sterne-Hotel. Ebenfalls stark reduziert. Macht zusammen: 3362 Euro.

Erste Etappe – Das Reisebüro

So, jetzt geht’s ans Verhandeln – natürlich mit den Online-Angeboten im Gepäck. Wir beginnen im Reisebüro - mit unserer Kanada-Reise. Was soll die denn hier kosten?

Im Reisebüro bietet man uns einen Flug für 760 Euro an. Das Hotel gibt es auch dazu. Allerdings: Ein Schnäppchen sieht irgendwie anders aus. Wir zeigen unser Internet-Angebot: Fast 1000 Euro weniger. Da muss die Beraterin passen.

Wir bekommen ein zweites Angebot – ein ebenbürtiges 5-Sterne-Hotel, das man uns zum stark reduzierten Preis anbietet – geht doch!

Das Reisebüro kommt uns also entgegen. Wir sparen im Vergleich zum ersten Angebot stolze 210 Euro.

Zweite Etappe – Die Digitalkamera

Vielleicht holen wir beim Reisezubehör ja auch etwas raus. Wir brauchen noch eine hochwertige Digitalkamera. Der Händler will uns den Fotoapparat für 379 Euro überlassen. Im Internet haben wir ihn aber für 270 Euro gesehen.

Der Verkäufer kommt ins Schwitzen. Er rechnet gleich mal nach – und siehe da: jetzt gibt er uns einen Preisnachlass. Wir bekommen die Kamera für 299 Euro.

Das tut dem kleinen, inhabergeführten Geschäft weh: „Natürlich können wir vom Preis her nicht so weit vom Internet weg sein. Aber die Kunden sind gerne bereit, 10 oder 20 Euro mehr zu bezahlen für einen guten Service.“, erklärt uns der Besitzer.

Hier sparen wir sparen 80 Euro.

Dritte Etappe – Die Sonnenbrille

So soll es weiter gehen. Nächste Station: ein Brillengeschäft. Wir haben es auf eine edle Designer-Sonnenbrille abgesehen. Die kostet 288 Euro.
Auch hier bietet das Internet einen weitaus günstigeren Preis. Die Verkäuferin staunt. Statt 288 Euro kostet die Brille im Netz nur 220. Wie viel Rabatt kann uns die Verkäuferin geben? Keinen. Schließlich bietet Sie uns fünf Euro Nachlass an.

Naja – immerhin! Kleinvieh macht auch Mist. Der Online-Preis der Brille scheint unschlagbar. Trotzdem haben wir etwas erreicht. Im Laden sparen wir 5 Euro

Vierte Etappe – Die Ski

Letzte Station. Wir brauchen noch ein Paar Ski. Im Laden kosten sie 400 Euro. Doch im Internet haben wir sie wieder einmal günstiger gesehen - für 250 Euro. Ein super Angebot – finden sogar die Verkäufer. Und gehen mit. Hier zählt der Umsatz, da - so erklärt uns der Verkäufer- ist man auch mal bereit im Preis kräftig nachzugeben.

So sparen wir bei den Skiern satte 140 Euro.

Unsere Bilanz


Satte 435 Euro haben wir gespart. Keine schlechte Ausbeute – finden wir. Unser Sparerfolg ist nur auf den ersten Blick ein toller Erfolg. Denn die kleinen Händler hatten das Nachsehen. Wir als Kunden müssen uns immer fragen, ob wir für ein paar eingesparte Euros leer stehende Läden in den Innenstädten und wegfallende Serviceleistungen in Kauf nehmen wollen.
Beim Einkaufen im Internet lauern zudem viele Fallen. So kommen zum Verkaufspreis häufig noch überhöhte Versandkosten hinzu und man wartet wochenlang auf die angebotene Ware. Per Vorkasse zahlt man übrigens nur bei Anbietern, die man kennt und die nachgewiesenermaßen seriös sind.

(Uli Geiger) / (gs)

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