heise Video
Mein heise Video heise Video mobile Website heise Video Newsletter

Filmografie im Urlaub - Mit dem Foto filmen oder mit der Kamera fotografieren? (3Sat)

Video merken

Der nachfolgende Beitrag stammt aus dem c't-special "Digitale Fotografie". Das Sonderheft liefert ausführliche Tests aktueller Digitalkameras, verschiedene Workshops und einen Fotokurs. Daneben beschäftigt sich das Heft mit mit der Frage nach der richtigen Archivierungsstrategie für Digitalfotos und liefert Praxisbeiträge rund um Adobe-Lightroom. Zum Heft gehört auch eine DVD, auf der reichlich Software für Einsteiger und fortgeschrittene Fotobegeisterte zu finden ist. Das Heft erhalten Sie im Bahnhofsbuchhandel oder direkt im Heise Kiosk.

Video-SLRs

Im August 2008 stellte Nikon mit der D90 die erste Spiegelreflexkamera mit Videofunktion vor. Wenige Wochen später folgte Canon mit der 5D Mark II, inzwischen springen weitere Firmen auf diesen Zug auf. Was ist an Spiegelreflex-Videos so besonders, dass selbst Profifilmer mit einem Umstieg liebäugeln? Wir schauten uns die Videofunktionen der Nikon und der Canon etwas genauer an und verglichen sie mit denen einer "richtigen" Videokamera.

Die Kleinbild-Fotografie wurde vor fast 100 Jahren aus dem Kinofilm geboren: 1913 konstruierte Oskar Barnack für den damals schon seit 20 Jahren gebräuchlichen 35-mm-Kinofilm eine kleine Kamera zur Aufnahme von Belichtungsproben und Standbildern. 1925 kam die erste auf Barnacks Konstruktion beruhende Kleinbildkamera von Leica auf den Markt. Sie war kleiner und leichter als andere Kameras und ermöglichte damit neue, beweglichere Arten der Fotografie (Reportagefotografie). Schnell etablierte sich das 35-mm-Kleinbildformat als vorherrschendes Format bei Amateuren wie auch Profis – bis es diese Position an digitale Sensoren abgeben musste.

Für private Filmer und damit für den Massenmarkt erwies sich der 35-mm-Film dagegen als nicht geeignet: Zu groß und schwer waren die Kameras, zu teuer Material und Entwicklung. Die Blüte des Amateurfilms ab den 60er Jahren des vorigen Jahrhunderts wurde erst durch eine radikale Verschlankung des Formats möglich. Super-8-Filme sind 8 mm breit, die Bildfeldgröße beträgt nur 5,69 mm × 4,22 mm (Diagonale 7,08 mm). Das doppelt so breite 16-mm-Format ist schon professionell und wurde vor allem im Fernsehbereich genutzt. Je kleiner das Bildformat, desto kleiner, leichter und preiswerter können die Kameras und die Objektive konstruiert werden. Diese Tendenz setzte sich im Digitalbereich fort: Videokameras im Amateurbereich haben bestenfalls einen Sensor im sogenannten 1/3"-Format (Diagonale 5,4 mm), – flächenmäßig weniger als die Hälfte von Super-8. Selbst professionelle digitale Videokameras verfügen meist über 2/3"-Sensoren mit der Fläche 8,8 mm × 6,6 mm, also noch deutlich unter dem normalen 16-mm-Filmformat (10,3 mm × 7,5 mm).

Der Kino-Look

Das Problem der kleinen Filmformate beziehungsweise Sensoren ist weniger die geringere Auflösung und Bildqualität (Dynamikumfang, Rauschen), sondern die aus optischen Gründen durchweg hohe Schärfentiefe. Amateurfilmern fehlt damit eines der wichtigsten Gestaltungsmittel in der Fotografie und im Film: Die Möglichkeit, mittels geringer Schärfentiefe das scharfe Motiv vom unscharfen Hintergrund zu lösen und mit dem Fokus den Blick des Zuschauers zu lenken. Jeder kennt solche Schärfeverlagerungen aus dem Kino-Krimi: Anfangs liegt die Schärfe auf der Leiche im Hintergrund, der Vordergrund ist verschwommen. Dann verlagert sich die Schärfe auf den Vordergrund und die auf dem Teppich liegende Pistole wird erkennbar. Der Effekt setzt voraus, dass Sensorgröße und Offenblende des Objektivs eine entsprechend geringe Schärfentiefe möglich machen, mit einem Consumer-Camcorder ist das nicht realisierbar.

Weitere Nachteile des kleinen Sensorformats sieht man erst, wenn man Videos auf einem großen Bildschirm oder einer Leinwand betrachtet: Die Auflösung ist im Vergleich zum analogen Film derzeit noch geringer – das Full-HD-Format mit einer vertikalen Auflösung von 1080 Linien verringert diesen Abstand allerdings schon beträchtlich. Dynamik und Detailzeichnung des Analogfilms sind vorerst noch besser, sichtbar in dunklen und kontrastreichen Szenen. Analoger Film kann Kontraste von 1:250 bis 1:1000 abbilden, selbst hochwertige HD-Kameras lediglich 1:100. Zudem reagiert Film logarithmisch auf Licht, überbelichtete Stellen fressen nicht gleich aus, sondern die Helligkeit nähert sich gleitend dem Maximum. Geschmacksache, aber durchaus zum analogen Film-Look zu zählen, ist die Kornstruktur, die auch im projizierten Bild sichtbar wird. Unser Auge empfindet Korn natürlicher als das glatte, bei hoher Vergrößerung höchstens pixelig strukturierte Digitalbild.

Die gegenüber Videofilm nur halb so hohe Bewegungsauflösung des Kinofilms (24 Bilder/s statt 50 Halbbilder/s) ist eigentlich ein Nachteil – denn bei schnellen Bewegungen und Schwenks ruckelt das Bild, doch daran ist unser Auge gewöhnt. Zum Kino-Look gehört schließlich auch das Seitenverhältnis von 16:9 oder sogar 21:9 (Cinemascope). Das 16:9-Breitbild ist indessen bei HD-Video mittlerweile ebenfalls Standard.

Engagierte Videoamateure waren und sind so angetan vom Film-Look, dass sie weder Kosten noch komplizierte Konstruktionen scheuen, um ihn auch mit handelsüblichen Videokameras möglich zu machen. Eine raffinierte Lösung stellt zum Beispiel der 35-mm-Adapter M2 Encore von Redrock Micro dar. Der Adapter wird an den Filteranschluss des eingebauten Kameraobjektivs geschraubt, an die andere Seite kommt ein Fotoobjektiv etwa von Canon, Nikon, Minolta, Olympus oder Pentax (das Bajonett ist austauschbar). Im Inneren des Adapters rotiert eine Mattscheibe, auf der das vom Fotoobjektiv projizierte Bild sichtbar wird – dieses wird vom Objektiv der Videokamera abgefilmt. Für rund 1000 US-Dollar nur für den Adapter und eine halbe Blende Lichtverlust erhält man so die geringe Schärfentiefe des Kinofilms. Die anderen Merkmale des Videoformats bleiben damit allerdings unverändert.

Kino aus dem Fotoapparat

Mit einer digitalen Kompaktkamera kann man meist auch Videos aufnehmen – das ist schon lange üblich und wenig spektakulär. Einige 100-Euro-Kompaktkameras bieten die kleine HD-Auflösung 1280 Pixel × 720 Pixel bei 30 Bildern/s und übertreffen damit (bei schlechterer Handhabung) die Auflösung mancher Camcorder. Die Idee, eine Videofunktion in die großen digitalen Spiegelreflexkameras einzubauen, scheitert aber erst einmal am Spiegel, der normalerweise im Strahlengang zwischen Objektiv und Sensor liegt (und damit den Blick durch den optischen Sucher ermöglicht). Erst seit kurzem verfügen fast alle Digital-SLRs über einen LiveView-Modus, bei dem der Spiegel ständig hochgeklappt bleibt. Ursprünglich diente dieser Modus nur dazu, das Bild vor der Aufnahme auf dem hinteren Display anzuzeigen (wie bei einer digitalen Kompaktkamera). Es ist jedoch nahe liegend, das vom Sensor zusätzlich aufgenommene und digitalisierte Bild nicht nur anzuzeigen, sondern gleich in einem der üblichen Videoformate zu speichern. So ist fast nebenbei eine Funktion entstanden, welche aktuell im Begriff steht, den Videomarkt umzukrempeln. Denn fast alle Digital-SLRs verfügen ja von Natur aus über das filmübliche Bildformat, das (da der 35-mm-Film vertikal durchläuft) ziemlich genau dem APS-CFormat (23,6 mm × 15,8 mm) entspricht.

Die sogenannten Vollformatkameras bieten sogar mehr als die doppelte Bildgröße. Die Canon 5D Mark II, die als erste Vollformatkamera Video unterstützt, erlaubt deshalb noch geringere Schärfentiefen, als wir sie vom Kinofilm gewohnt sind. Ganz nebenbei schließt sich so ein Kreis: Das Kleinbildformat entstand wie gesagt aus dem Kinofilm, nun erleben wir, wie die digitalen Nachfolger der Kleinbildkameras ein Videoformat mit Kino-Feeling möglich machen, von dem Amateurfilmer bisher nur träumen konnten. Die geringe Schärfentiefe der Video-SLRs gibt ihnen dafür eines der wichtigsten Mittel zur Bildgestaltung an die Hand. Schon bei 24 mm Brennweite ist bei nahen Motiven und Blende 2.8 der Hintergrund unscharf, im Telebereich erreicht man Schärfentiefen von einem halben Zentimeter.

Die Kameras

Anfang 2009 waren je eine Video-SLR von Nikon und von Canon verfügbar, weitere Kameras sind erhältlich. Was können die beiden Vorreiter?

Nikon ordnet die D90 an der Spitze der Consumer-Kategorie ein. Der Straßenpreis lag im Mai 2009 bei rund 750 Euro (ohne Objektiv). Sie verfügt über einen Sensor im DX-Format (APS-C, mit 23,6 mm × 15,8 mm knapp halb so groß wie das 35-mm-Kleinbildformat) und erfasst damit 12 Megapixel. Die Kamera hat einen eingebauten Blitz, ein hochauflösendes großes Display und wiegt ohne Akku 620 g.

Canon stellte seine erste videofähige SLR im September 2008 nur wenige Wochen nach Nikon vor. Die EOS 5D Mark II spielt mit circa 2200 Euro allerdings in einer anderen (Preis-)Klasse. Es handelt sich um eine Vollformat-Kamera mit rund 21 Megapixel. Im "Full-HD"-Videomodus bietet sie mit 1920 Pixel × 1080 Pixel eine deutlich höhere Auflösung als die D90 (1280 Pixel × 720 Pixel) auf einem doppelt so großen Chip. Die Kamera ist mit 810 g etwas schwerer als die D90 und auch etwas größer, liegt aber gut in der Hand. Das Display entspricht in Größe und Pixelzahl (3 Zoll Diagonale, VGA-Auflösung von 640 × 480) der D90 und ist gut ablesbar und scharf.

Videomodus

Zum Aufnehmen von Videos werden beide Kameras in den LiveView-Modus geschaltet, der Spiegel klappt hoch, und man kann durch Druck auf die "OK"/"Set"-Taste sofort aufnehmen. Bei Bedarf können vorher Gitter linien über das Bild gelegt werden. Während der Aufnahme arbeiten die Kameras von Hause aus in der Belichtungs-Vollautomatik, weder die ISO-Empfindlichkeit noch die Belichtungszeit lassen sich manuell steuern. Unsere beiden Testgeräte verrieten noch nicht einmal die aktuellen Werte. Verwendet man ein Objektiv mit Blendenring (bei Nikon eins ohne "G"-Kennzeichnung, bei Canon nur mit Fremdobjektiven über einen Adapter, z. B. von Novoflex, möglich), lässt sich die Blende darüber manuell einstellen. Canon hat Anfang Juni ein Firmware-Update herausgebracht, welches wir noch nicht testen konnten. Es soll die manuelle Wahl aller drei Belichtungsparameter (ISO-Empfindlichkeit, Belichtungszeit, Blende) gestatten. Möglicherweise wird Nikon die D90 auch entsprechend nachrüsten.

An der Canon-Kamera kann man mit dem hinteren Daumenrad eine Belichtungskorrektur im Bereich von -2 bis +2 EV-Stufen wählen. Eine aktuell etwa zu Beginn der Aufnahme ermittelte Belichtung lässt sich mit der AE-L-Taste (Nikon) beziehungsweise Stern-Taste (Canon) für den Rest der Aufnahme speichern – dies empfiehlt sich, damit die Belichtungsautomatik nicht während der Aufnahme ständig nachregelt. Unterbricht man kurz die Aufnahme, vergisst die 5D Mark II sofort die gespeicherte Belichtung, das gleiche passiert, wenn man nach der Belichtungsspeicherung zu lange mit dem Start der Aufnahme wartet. Die D90 hat ein besseres Gedächtnis und merkt sich die Belichtung, bis man wieder auf AE-L drückt.

Eine Besonderheit der Canon-Kamera ist, dass sie auch während einer Videoaufnahme Standbilder aufnehmen kann, die in der vollen Fotoauflösung (21 Megapixel) parallel zum Video auf die Karte geschrieben werden – man muss nur auf den Auslöser drücken. Die Videoaufnahme enthält an dieser Stelle für eine Sekunde ein Standbild. Nutzen kann man diese Funktion nur mit ausreichend schneller CF-Karte (133x reicht nicht aus), sonst bricht die Videoaufnahme kurz nach Speichern des Standbildes durch das Überlaufen des Aufnahmepuffers ab. Drückt man an der D90 den Auslöser während einer Videoaufnahme, stoppt sie diese und nimmt das Foto ganz normal auf.

Schärfesteuerung

Der schnelle Autofokus (AF) funktioniert während einer Videoaufnahme nicht, da der Spiegel hochgeklappt und die normalen AF-Sensoren außer Funktion sind. Bei Canon lässt sich der kontrastbasierte AF "LiveModus") während der Aufnahme durch Druck auf "AFON" aktivieren, allerdings rät Canon in der Bedienungsanleitung aus gutem Grund davon ab: Im LiveModus tastet sich der AF durch Hin- und Herfahren langsam an den richtigen Fokus heran, dies kann bei kontrastarmen Motiven oder wenig Licht auch leicht mehrere Sekunden dauern oder komplett fehlschlagen. Da ist es einfacher, den Fokus von Hand einzustellen. Nikons D90 bietet während einer Aufnahme überhaupt keinen AF an.

Beide Kameras verfügen über eine Bildschirmlupe, mit der man den Fokus vor der Aufnahme genauer kontrollieren kann, auf Grund der geringen Schärfentiefe ist diese bei unbewegten Motiven sehr nützlich. Canon bietet entweder 5- oder 10-fache Vergrößerung, Nikon bis zu 6,7-fache Vergrößerung des LiveView-Bildes. Die Bildstabilisierung wird von beiden Kameras auch im Videomodus unterstützt – Voraussetzung ist natürlich ein Objektiv mit Bildstabilisator (Canon: "IS", Nikon: "VR").

Auflösung, Sensorgröße, Bildrate

Beide Kameras nutzen die jeweilige Sensorfläche vollständig. Die D90 holt 1280 Pixel × 720 Pixel aus ihrem APS-C/DX-Sensor, Canons 5D Mark II 1920 Pixel × 1080 Pixel ("Full-HD") aus dem größeren Vollformat-Sensor. Nikon hält sich bei der Bildrate an die kinoüblichen 24 Bilder/s, was sich zwar theoretisch auf die in Europa im Videobereich üblichen 25 Bilder/s umrechnen lässt – alternativ lässt man den Film einfach 1/25 schneller abspielen ("PAL-Speedup"). Die 30 Bilder/s, mit der Canons 5D Mark II aufnimmt, bieten eine bessere Bewegungsauflösung, das heißt Bewegungen erscheinen flüssiger. Aufnahmedauer und Codec Nikons D90 nimmt Videos im Motion-JPEG-Format im AVI-Container mit einer Datenrate von 12 Mbit/s auf. Bei der höchsten verfügbaren Auflösung von 1280 Pixel × 720 Pixel ist die Cliplänge auf 5 Minuten begrenzt, bei den Auflösungen 640 × 4824 und 320 × 216 (hier also im Format 3:2) auf 20 Minuten. Üblicherweise begrenzen Kamerahersteller die Länge von Videos auf knapp 30 Minuten, da oberhalb davon höhere EU-Importzölle für "Videokameras" erhoben werden. Auf die Frage, warum die D90 deutlich unter dieser Grenze bleibt, erhielten wir von Nikon bis Redaktionsschluss keine Antwort.

Die Canon 5D Mark II nutzt den effizienten H.264-Codec im Quicktime-Container (MOV) mit einer Datenrate von 42 Mbit/s. In der höchsten Auflösung von 1920 Pixel × 1080 Pixel kann sie rund 12 Minuten in einem Stück aufnehmen – dann ist die 4-GByte-pro-Datei-Grenze von FAT32 erreicht und die Aufnahme bricht ab. Die niedrigere Auflösung von 640 Pixel × 480 Pixel (4:3-Format) ermöglicht eine maximale Aufnahmedauer von rund 24 Minuten. Bei beiden Kameras kann die Aufnahme sofort neu gestartet werden, wenn sie wegen der Cliplängenbegrenzung abbricht.

Außer vom Speicher wird die Aufnahmedauer auch vom Akku begrenzt. Sowohl der 1800-mAh-Akku der 5D Mark II als auch der Akku der D90 mit 1500 mAh gewährleisten eine Aufnahmedauer von etwa 90 Minuten. Diese Zeit kann sich noch verkürzen, wenn ein Objektiv mit aktivem Bildstabilisator im Einsatz ist. In der Praxis kann es notwendig werden, bereits vorher eine Pause einzulegen, da sonst Sensor und Gehäuse zu warm werden. Canon und Nikon empfehlen, zumindest dem Display durch Deaktivieren von LiveView ab und zu eine Pause zu gönnen. Eine höhere Temperatur des Sensors erhöht auch das Bildrauschen. Beide Kameras haben eine Warnfunktion vor Überhitzung und automatische Abschaltung eingebaut. In unseren Tests erhitzte sich die D90 bei Zimmertemperatur etwas schneller als die Canon und musste nach rund 50 Minuten für eine Weile ruhen.

Bildqualität

Der Motion-JPEG-Codec eignet sich gut für den direkten Schnitt, da er nur I-Frames enthält und nicht viel Prozessorleistung erfordert, er wird in der D90 allerdings mit einer recht geringen Datenrate benutzt. Verbunden mit den Kompromissen beim Ausleseverfahren des Sensors ergibt das ein nicht besonders scharfes Bild, dazu kommen Artefakte und Moirés in filigranen Strukturen (z. B. Eisenbahnschienen oder kleinteiligen Mustern). Bei horizontalen Bewegungen des Motivs oder der Kamera (Schwenks) zeigt die D90 sehr deutlich das "Rolling-Shutter-Phänomen", solche Schwenks sollten deshalb nur langsam ausgeführt oder ganz unterlassen werden.

Das Videobild der 5D Mark II ist wesentlich schärfer und zeigt weniger Artefakte als das der D90, hier machen sich der effizientere Codec und die höhere Datenrate bezahlt. Allerdings zeigt auch die Canon-Kamera Moiré-Effekte in filigranen Strukturen, diese Neigung kann durch Herabsetzen der digitalen Schärfung (in den Bildparametern) etwas reduziert werden. Den "Wackelpudding-Effekt" weist die Canon ebenfalls auf, allerdings in geringerem Maße als die D90.

Ursache für die starke Moiré-Neigung beider Kameras im Videomodus (sie ist bei normalen Fotos nicht zu beobachten) ist wahrscheinlich das Ausleseverfahren. Weder die D90 noch die 5D Mark II sind schnell genug, um 24 oder 30 Mal in der Sekunde alle 12 oder sogar 21 Megapixel des Sensors auszulesen. Deshalb wird vermutlich nur jede dritte Zeile ausgelesen und jeweils auf 1280 Pixel (Nikon) beziehungsweise 1920 Pixel (Canon) interpoliert. So muss nur noch ein Drittel der vollen Datenmenge verarbeitet werden. Allerdings sind die Moiré-Filter, die in beiden Kameras vor den Sensoren sitzen, nicht für eine nur ein Drittel so große vertikale Auflösung bemessen. Für diese Erklärung spricht, dass Aliasing und Moiré an leicht gekippten, fast horizontalen Kanten ausgeprägter sichtbar werden als an vertikalen Kanten.

Tonaufnahme

Die D90 hat ein eingebautes Mikrofon mäßiger Qualität, welches auch jedes in der Kamera und im Objektiv auftretende Geräusch aufnimmt – das Arbeiten des Bildstabilisators und selbst das manuelle Fokussieren. Ein Anschluss für ein externes Mikrofon fehlt. Die Tonaufnahme erfolgt in Mono mit 16 Bit und einer Samplingrate von 11 kHz. Benötigt man einen guten Originalton, so führt kein Weg an einem externen Aufnahmegerät vorbei.

Für das eingebaute Mikrofon der 5D Mark II gelten die gleichen Beschränkungen, allerdings erlaubt die Canon den Anschluss eines externen Mikros über einen Stereo-Miniklinkenstecker und damit dann auch Stereoaufzeichnung in16 Bit, 44,1 kHz. Beide Kameras steuern die Lautstärke automatisch aus.

Praxis-Probleme

Mit vielen Kompaktkameras lässt sich schnell auch mal ein einfaches Video drehen. Mit den ersten Video-SLRs kann man zwar sehr viel bessere Videos drehen – aber nicht einfach und schnell.

Das erste Problem macht sich schon nach wenigen Minuten in den Armen bemerkbar. Wie hält man die Kamera beim Filmen? Die typische Fotografenhaltung mit dem Okular am Auge scheidet aus, denn dadurch sieht man ja nichts – der Spiegel ist beim Filmen hochgeklappt. Das Bild wird auf dem Rückdisplay angezeigt, deshalb muss man – sofern man nicht extrem kurzsichtig ist – die Kamera sogar mit beiden Händen ein Stück vom Körper weg halten. Das ist keine bequeme und schon gar keine verwacklungsfreie Haltung. Gelingt es, beide Arme am Körper oder auf einem Gegenstand abzustützen, kann man auf diese Weise Aufnahmen mit 35 mm oder 50 mm Brennweite aus der Hand machen, abhängig von der Cliplänge und der Ruckelschmerzgrenze des Zuschauers. Mit Bildstabilisator sind auch noch Brennweiten von 70 oder vielleicht 100 mm möglich, nicht jedoch mit schwerem Objektiv. Antun sollte man sich das nur, wenn es nicht anders geht. Aufnahmen vom Stativ sind generell zu empfehlen. Ein Stativ gibt dem Filmer die Zeit, auf die Bildgestaltung zu achten, die Arme werden nicht müde und man kann sogar am Fokusring drehen, ohne das Bild zu verwackeln. Mit einem nicht ganz fest gestellten Kugelkopf gelingen akzeptable Schwenks selbst mit längerer Brennweite. Ein stabiles Foto- oder Videostativ ist deshalb auch die Grundvoraussetzung für erfolgreiches Filmen, wenn man nicht auf spezielles, aber teures Zusatzequipment zurückgreifen will.

Ausrüstungs-Aufrüstung

Profis benutzen für Schwenks spezielle Videoköpfe mit Fluiddämpfung. Beim Filmen aus der Hand wird die Videokamera auf der Schulter abgestützt, sie ist entsprechend konstruiert – mit einer Video-SLR geht das nicht. Doch es gibt für jedes Problem eine passende Zubehör-Lösung. Der Hersteller Redrock Micro zum Beispiel bietet für 2000 US-Dollar ein komplettes Paket an, mit dem man aus den Spiegelreflexkameras D90 und 5D Mark II fast richtige Videokameras machen kann. Es handelt sich um ein Gestänge, auf das die Kamera montiert wird, einen oberen Henkelgriff, eine Mattebox (große Sonnenblende vor dem Objektiv mit Verstellmöglichkeiten und Filtereinschub), einen Follow-Focus (Vorrichtung mit Ring um den Fokussierring des Objektivs und Zahnrädern, dient zum feinfühligen Justieren der Schärfe), Handgriffe und eine Schulterstütze.

Fehlt eigentlich nur noch das schwenkbare Display, aber auch das ist möglich – ein externer Bildschirm von 5-8 Zoll (400-2000 Euro) ist über HDMI anschließbar und kann an der Redrock-Halterung befestigt werden. Beide Video-SLRs haben dazu einen HDMI-Ausgang. Allerdings liefern die Kameras über HDMI während der Aufnahme nicht die volle Auflösung. Zum genaueren Scharfstellen reicht die Qualität aber aus.

Luftaufnahmen

Die unruhigen Filmaufnahmen aus der Hand waren zwar für eine halbe Generation von Filmemachern stilbildend (Stichwort "Dogma"), doch nicht jeder möchte den geneigten Betrachter durch Ruckeln und Wackeln seekrank machen. Die auf der Schulter abgestützte Kamera bleibt nur solange ruhig, wie sich der Kameramann nicht selbst bewegt. Eigene Schrittbewegungen beim Verfolgen des Motivs oder Kreisen um dieses übertragen sich sofort auf die Kamera und machen sich als Ruckeln des Bildes bemerkbar.

Hollywood-Tüftler haben allerdings auch für dieses Problem schon vor einiger Zeit eine Lösung entwickelt: die "Steadicam". Sie ist eigentlich für große und schwere Filmkameras gedacht, doch inzwischen gibt es auch Ausführungen für kleine Camcorder. Für 859 Euro bekommt man beim deutschen Vertrieb Rovotech unter dem Namen "Steadicam Merlin" ein kleines und leichtes Konstrukt aus einer Metallplatte, an der ein Griff und mehrere Gegengewichte angebracht sind. Den frei beweglichen Griff hält man wie einen umgedrehten Joystick in der Hand, darauf schwebt ausbalanciert die Kamera, wobei die Gewichte für die Balance auch in der Bewegung sorgen. Das Ausbalancieren und das richtige Halten der ganzen Vorrichtung erfordern Geduld, Training und auch Kraft. Nach ungefähr zwei Wochen Übung, heißt es, kann man die Kamera wie schwerelos durch die Luft gleiten lassen. Nicht von ungefähr werden beim professionellen Film spezielle Steadicam-Operateure für diese Art von Aufnahmen engagiert.

Akkus und Speicher

Wer bisher das Filmen mit einer Videokamera gewöhnt war, muss sich nicht nur bei der Handhabung umgewöhnen. An vielen wichtigen Kleinigkeiten zeigt sich, dass die videofähigen SLRs doch in erster Linie für Fotoaufnahmen gebaut sind, Videos sind eine Zusatzfunktion. Die Probleme beginnen mit der Energieversorgung: Die kleinen Akkus reichen für viele hundert Fotos aus, doch nur für etwa 90 Minuten Filmaufnahmen. Mehrere geladene Ersatzakkus sind sinnvoll.

Eine weitere Hürde für längere Einstellungen ist das FAT32-Dateisystem, mit dem jede der beiden Video-SLRs arbeitet. Es erlaubt Dateigrößen von maximal 4 GByte und damit bei der höchsten Videoqualität Cliplängen von maximal 12 Minuten bei der 5D Mark II. Nikon hat die Cliplängen wie gesagt künstlich auf 5 beziehungsweise 20 Minuten begrenzt. Auf eine 32-Gigabyte-Speicherkarte passen somit bei der Canon insgesamt 90 Minuten in 8 Clips, bei der Nikon etwa vier Stunden in 50 Clips. Letzteres ist für die D90 das absolute Maximum, denn SDHC-Speicherkarten sind bis maximal 32 GByte spezifiziert. Die laufende Aufnahmezeit (Canon) beziehungs weise Restzeit (Nikon) kann angezeigt werden, wir vermissten aber ein Warnsignal für das bevorstehende Ende der Aufnahmezeit.

Auch die Geschwindigkeit der Speicherkarten spielt eine Rolle. Allerdings sind aktuelle Karten in der Regel schnell genug. Der D90 sollten selbst SDHC-Karten nach Class 4 (min. 4 MByte/s) genügen. Ein Test mit einer 16-GByte-Karte von Transcend (Class 6) zeigte erwartungsgemäß keine Probleme. Die Canon 5D Mark II ist mit CF-Karten ab einer Geschwindigkeit von 133x oder 9 MByte/s Schreibrate zufrieden, Tests mit einer älteren SanDisk Ultra II 8 GByte und einer neuen Kingston 32 GByte 133x verliefen problemlos.

Nützliche Voreinstellungen

Beachten Sie, dass beide Kameras die gewählten fotospezifischen Einstellungen auch auf den Videostrom anwenden. Es ist empfehlenswert, Schärfe, Kontrast und Farbsättigung auf den jeweils niedrigsten Wert zu setzen. Bei der Canon geschieht dies im Menü "Bildstil", bei der Nikon im "Aufnahme"-Menü unter "Bildoptimierung konfigurieren". Die Reduzierung der Schärfe vermindert Moirés. Sättigung und Kontrast erhöht man bei Bedarf besser im Schnittprogramm – hier gilt das gleiche wie für die Nachbearbeitung von Fotos.

Zum exakten Ausrichten der Kamera an Gebäudekanten oder dem Horizont ist eine Gittereinteilung nützlich. Im LiveView-Modus der D90 kann man mit der Info-Taste ein (weißes) Gitter über die Anzeige legen. Die 5D Mark II erlaubt in den LiveView/Movie-Einstellungen die Auswahl zwischen zwei verschieden grob gerasterten (schwarzen) Gittern.

Empfehlenswert ist zudem, bei der D90 die Funktion der AE-L-Taste so einzustellen, dass man sie zum Speichern der Belichtung nicht gedrückt halten muss. Dies erledigt die Individualfunktion f4 "Belichtung speichern ein/aus".

Belichtungsparameter

Die Canon-Spiegelreflexkameras erlauben seit der Einführung des EOS-Systems die Einstellung der Objektivblende ausschließlich über die Kamera. Auch Nikon hat das eingeführt und spart sich bei neueren Objektiven den Blendenring (erkennbar am "G" in der Objektivbezeichnung). Während der Videoaufnahme steuern sowohl die D90 als auch die 5D alle drei Belichtungsparameter (Blende, ISO-Empfindlichkeit und Belichtungszeit) vollautomatisch – und regeln bei schwankender Helligkeit einen oder mehrere dieser Parameter nach. Das ist manchmal praktisch, kann aber auch stören, wenn beispielsweise nur mal jemand in einem schwarzen Mantel durch das Bild läuft: Die Helligkeit fängt dann an zu "pumpen". Bei beiden Kameras kann man die Belichtung vor und auch während der Aufnahme speichern, bei Nikon mit der AE-L-Taste, bei Canon mit der Stern-Taste.

Die fehlende Möglichkeit, die Blende direkt einzustellen, bedeutet eine herbe Einschränkung, denn die Blende beeinflusst unmittelbar die Schärfentiefe. Abhilfe bietet bei der D90 die Verwendung von Objektiven mit Blendenring, dazu zählen alle manuellen AI- und AIS-Objektive sowie die AF- und AF-D-Geschwister. Leider gibt es an der D90 auch keine AI-Kupplung mehr, dadurch ist mit manuellen Objektiven (ohne CPU-Kontakte) keine Belichtungsmessung möglich. Man kann sich notdürftig behelfen, indem man ein Testbild schießt (im Modus "M"), auf dem Display die Belichtung kontrolliert und entsprechend anpasst. Die manuellen, alten Nikkore sind gedämpfter zu drehen und weisen oft einen längeren Fokusweg auf, was genaues Fokussieren unterstützt. Die teureren AF-Objektive sind dagegen im Fotomodus besser einsetzbar, da Nikon hier (im Gegensatz zu Canon) mit manuellen Objektiven überhaupt keine Belichtungsmessung unterstützt.

Die von uns getestete Canon 5D Mark II erlaubte ebenfalls keine manuelle Beeinflussung der Belichtungsparameter. Inzwischen hat Canon jedoch ein Firmware-Update zur Verfügung bestellt, das diesen Mangel behebt. Außer der Blende ist auch die Empfindlichkeit wählbar (ISO-Bereich 100 bis 6400 sowie HI1 mit ISO 12800 und "Auto"). Die Belichtungszeit ist zwischen 1/30 und 1/4000 sec einstellbar.

Mit Hilfe eines Objektivadapters (z.B. von Novoflex, ca. 140 Euro) lassen sich auch Objektive mit Blendenring, etwa von Nikon, an Canon-Kameras anschließen.

Eine sichere Alternative ist die Verwendung eines Canon-Nikon-Objektivadapters (z. B. von Novoflex, rund 140 Euro) in Verbindung mit einem Nikon-Objektiv mit Blendenring. Die 5D Mark II kann – im Gegensatz zur D90 – mit den Nikkoren sogar die Belichtung messen (Arbeitsblendenmessung ohne Springblende). Der Adapter wird zuerst an das Objektiv und dann die Kombination an die Canon-Kamera angesetzt, nun lässt sich die Blende bequem am Objektiv per Hand einstellen. Objektive anderer Hersteller funktionieren mit entsprechenden Adaptern ebenfalls, so kann man Pentax- und sogar alte M42-Objektive anschließen.

Hat man die Blende im Hinblick auf die gewünschte Schärfentiefe manuell vorgewählt, bleiben den Kameras noch zwei freie Parameter: Belichtungszeit und Empfindlichkeit. Canon Deutschland gibt in einem speziell auf die Videofunktion eingehenden PDF an, dass die Belichtungszeit im Bereich 1/30 – 1/125 Sekunde geregelt wird. Im Internet findet man Behauptungen, die 5D Mark II gestatte auch noch kürzere Zeiten. Bei zunehmender Dunkelheit scheint sie zuerst die Belichtungszeit auf 1/45s oder 1/30s zu verlängern und erst dann die Empfindlichkeit zu erhöhen, laut Canon bis ISO 6400. Beide Kameras erhöhen solange die Empfindlichkeit, bis es ihnen hell genug erscheint – und der Sensor anfängt zu rauschen. Dagegen kann man höchstens absichtlich unterbelichten, indem man die Kamera auf ein helleres Motivdetail richtet und die gemessene Belichtung speichert. Nur bei der 5D Mark II lässt sich während der Aufnahme die Belichtung noch um bis zu 2 EV-Stufen nach oben oder unten mit dem hinteren Daumenrad ändern.

Bei Aufnahmen mit Kunstlicht und künstlichen Lichtquellen im Bild können sehr kurze Belichtungszeiten von Nachteil sein – sie bewirken möglicherweise ein Interferenz-Flimmern.

Wegen der festen Bildrate von 24 beziehungsweise 30 Bildern/s sind bei Videoaufnahmen keine längeren Belichtungszeiten als etwa 1/30s möglich. Nur mit lichtstarken Objektiven (z. B. 28 mm/2, 35 mm/1.4, 50 mm/1.4, etc.) kann man deshalb auch noch in der Dämmerung aufnehmen, ohne den Sensor in den Rauschbereich von ISO 3200 oder 6400 zu treiben.

Auch das eigenmächtige Ändern der Belichtungszeit durch die Kamera kann zu sichtbaren Problemen führen: Ein Zug, der in einen Bahnhof einfährt, während die Sonne gerade hinter einer Wolke ist, wird mit längerer Belichtungszeit und somit natürlicher Bewegungsunschärfe abgebildet. Fährt er wenige Minuten später bei Sonnenschein wieder ab, hat die Kamera eigenmächtig die Belichtungszeit verkürzt und der Zug wird nun unnatürlich scharf abgebildet.

Fokuseinstellung

Eine geringe Schärfentiefe macht eine sehr viel genauere Scharfstellung erforderlich – und die schnellen und komfortablen AF-Automatiken funktionieren im Videomodus ja leider nicht. Beim manuellen Fokussieren sind deshalb Geschick und viel Übung gefragt.

Bei unbewegten Motiven ist die Bildschirmlupe eine gute Hilfe, alternativ kann man jedoch hier auch den (langsamen) Kontrast-AF der Kamera werkeln lassen oder per Knopfdruck den LiveView-Modus kurz verlassen und per normalem AF scharfstellen. Gezielte Schärfeverlagerungen muss man vorher üben und sich eventuell auf dem Fokusring markieren.

Eine Kunst ist die Verfolgung von sich bewegenden Personen mit dem Fokus. Beim Kino-Dreh werden Standorte und Bewegungen vorher mit dem Zentimetermaß geplant, und die Darsteller müssen sich daran halten. Beim spontanen oder dokumentarischen Dreh geht das nicht, hier hilft nur viel Übung, oder man wählt doch eine etwas kleinere Blendenöffnung und damit einen größeren Schärfentiefenbereich, in dem man das Motiv dann einzufangen versucht.

Video klassisch: XH-A1 als Messlatte fürs Video-Handling

Für den Vergleich der SLRs mit einer Videokamera in Sachen Bedienungskomfort nahmen wir die semiprofessionelle Videokamera Canon XH-A1 als Maßstab. Sie ist im Sommer 2006 auf den Markt gekommen, gilt aber immer noch als technisch aktuell und wird nicht nur von vielen engagierten Videoamateuren, sondern auch von professionellen Fotografen benutzt. Für einen noch nicht ganz unerschwinglichen Preis von rund 3000 Euro erhält man ein solides Gerät mit professionellen Funktionen – die aber nicht immer denen der Video-DSLRs überlegen sind.

Ausstattung

Die XH-A1 verfügt über drei 1/3"-CCD-Sensoren (für jede Farbe einen) im Format 4,3 mm x 2,4 mm (Diagonale 5 mm, KB-Verlängerungsfaktor 7,2). Die Auflösung ist für das Aufnahmeformat optimiert – es werden also keine Pixel ausgelassen und in der Regel auch nicht interpoliert. Die Aufnahme erfolgt im Format 1920 Pixel × 1080 Pixel, die digitalen Bilddaten werden als Videostrom im Format HDV (MPEG-2, 1440 Pixel × 1080 Pixel anamorph, 25 MBit/s) direkt auf DV-Kassetten aufgezeichnet. Das 20-fache Zoomobjektiv, Brennweite 4,5-90 mm (entspricht 32,5-650 mm Kleinbild) ist fest eingebaut und hat eine hohe Lichtstärke von 1,6 bis 3,5 (abhängig von der Brennweite).

Mit seinem annehmbaren Weitwinkel- und überlangen Telebereich lässt es im normalen Kamera-Alltag kaum Wünsche offen. Der kleinste einstellbare Blendenwert beträgt 22. Im Objektiv eingebaut ist eine optische Bildstabilisierung. Deren Wirkung empfanden wir vor allem bei langen Brennweiten besser als die Bildstabilisierung in den Objektiven der Video-SLRs. Das Bild bleibt ruhiger, bei Schwenks der Kamera ist das Mitzieh-Verhalten natürlicher. Der Stabilisator in den SLR-Objektiven versucht bei Schwenks dagegen lange, das Bild ruhig zu halten, springt dann zur Seite, hält das Bild wieder, ruckt weiter. Die Stabilisierung von Videobildern erfordert eine ganz andere Regelungscharakteristik als die von Standbildern und ist in den Fotokameras noch nicht entsprechend realisiert.

Schärfentiefe und Fokus

Bedingt durch den kleinen Sensor im Kompaktkameraformat geht die Schärfentiefe im Weitwinkelbereich praktisch von Null bis unendlich – es ist selbst bei Offenblende (1,6) nicht möglich, Objekte vor dem Hintergrund freizustellen. Im Telebereich ist die Situation etwas besser, allerdings benötigt man auch hier einen Hintergrund, der möglichst ruhig ist und genug Abstand zum Motiv hat. Zudem sinkt ja auch die Offenblende im Telebereich bis auf 3,5, was die Schärfentiefe wieder verringert. Bildgestaltung mit Hilfe der Schärfentiefe ist damit sehr schwierig.

Für die manuelle Einstellung der Entfernung besitzt die XH-A1 einen gedämpften, leichtgängigen Fokusring, der elektronisch mit der Entfernungseinstellung gekoppelt ist (focus-by-wire), das Fokussieren ist dennoch präzise und kaum von einem echten manuellen Fokus zu unterscheiden. Zwar verfügen auch alle Spiegelreflexobjektive über einen manuellen Fokusring, doch ist es dort vom jeweiligen Objektiv abhängig, wie weich und präzise die Scharfstellung arbeitet. Auch bei Videokameras ist solch ein Komfort teilweise erst in den oberen Preisklassen üblich.

Der Autofokus der XH-A1 ist schnell und zielgenau – und um Klassen besser als der der Canon 5D Mark II im Videomodus (die D90 bietet dann überhaupt keinen Autofokus). Dies wird über eine Infrarot-Entfernungsmessung in Kombination mit einem Kontrast-AF erreicht. Letzterer muss nur noch die Feineinstellung übernehmen. Trotzdem bleiben auch hier noch Wünsche offen: Dieser Autofokus erfordert eine mittige Bildkomposition und verliert den Fokus für kurze Zeit, wenn jemand vorn durch das Bild läuft. Für sich bewegende Objekte und im Telebereich, wo die manuelle Scharfstellung schwierig wird, ist er jedoch ein Gewinn.

Belichtung

Die Belichtungsparameter der XH-A1 lassen sich, auch in den automatischen Modi, einzeln und viel genauer steuern als bei den Video-SLRs. Es gibt ähnlich wie bei Fotoapparaten die Steuerungsmodi P, Tv, Av und M. Im Modus Av kann man die Blende vorwählen, dazu dient ein ähnlich großer, komfortabler Drehring wie für den Fokus. Alternativ kann man im Modus Tv die Belichtungszeit vorgeben und die Blende von der Automatik selbst wählen lassen. Natürlich lässt sich die einmal gemessene Belichtung auch speichern, um ein Nachregeln während des Drehs zu vermeiden.

Die Empfindlichkeit kann, ebenfalls besser als bei den Video-SLRs, getrennt eingestellt werden, sie wird aber nicht in ISO-Werten, sondern in Dezibel (dB) angegeben und mit Gain (Verstärkung) bezeichnet. Auch einen manuellen Modus gibt es, in dem alle drei Parameter händisch eingestellt werden können.

In punkto Rauschen schneidet die XH-A1 schlechter ab als die Video-SLRs, bedingt durch den sehr viel kleineren Sensor. Obwohl bei den Video-SLRs darauf sehr viel mehr Pixel gepackt sind, ist der Durchmesser der einzelnen Pixelbereiche mit circa 5,5 μm etwa doppelt so groß wie bei der Videoka mera. Allerdings ist die Wärmeabfuhr bei der XH-A1 besser gelöst, der Sensor wird nicht so schnell warm (günstig für das Rauschverhalten) und bei der Aufnahme müssen daher keine Abkühl-Pausen eingelegt werden.

Kapazitäten

Der Akku der XH-A1 mit einer Kapazität von 5200 mAh hält 5 Stunden durch, alternativ lässt sich auch ein 7200-mAh-Akku für dann 7 Stunden Laufzeit einsetzen. Die Aufnahmezeiten werden deshalb vor allem von der Kapazität der DV-Kassetten begrenzt. Es gibt diese ab rund 2 Euro pro Stück mit 60 und mit 80 Minuten Aufnahmezeit, die Ersteren sind wegen des robusteren Bandmaterials zu empfehlen. Die gesamte Länge kann in einem Stück bespielt werden. Zum Überspielen auf den Computer gibt es spezielle Bandlaufwerke, alternativ kann man auch die Kamera mit einem Firewire-Kabel direkt mit dem Computer verbinden. Die Bandgeschwindigkeit ändert sich beim Überspielen nicht, dieses dauert also genau so lange wie die Aufnahme.

Da ist die Übertragung der Daten von einer Speicherkarte, wie sie die Video-SLRs verwenden, weitaus schneller. Sicherer ist die Kartenspeicherung auch, da es bei der analogen Bandaufzeichnung durch Fehler im Band oder Verschmutzung des Magnetkopfes in seltenen Fällen zu "Drop-Outs" kommen kann – Bildstörungen mit bis zu einer Sekunde Dauer sind die Folge.

Die XH-A1 nimmt standardmäßig 25 Bilder/s auf, das passt gut zum hiesigen 50- Hertz-Stromnetz und vermeidet in Verbindung mit dem CCD-Sensor Flimmer-Probleme bei Kunstlicht. Alternativ kann die Bildrate (zur besseren Verwendbarkeit des Materials im Fernsehen) auch auf 50 Halbbilder/s (Format 1080i50 – das i steht für interlaced) umgestellt werden. Eine Umprogrammierung auf 24 oder 30 Bilder/s ist möglich, bleibt jedoch dem Canon-Service vorbehalten.

Der Videostrom wird im Format HDV (MPEG-2, 1440 Pixel x 1080 Pixel anamorph, 25 MBit/s) aufgezeichnet und kann entweder direkt verwendet oder vom Schnittprogramm in ein "Intermediate Format" gewandelt werden, das nur noch voneinander unabhängige I-Frames enthält und das Framegenaue Schneiden erleichtert, aber dafür die 2-3-fache Menge an Speicherplatz braucht.

Handhabung

An der XH-A1 lassen sich alle wichtigen Einstellungen über separate Knöpfe, Schiebeund Kippschalter am Kameragehäuse vornehmen, sogar im ausgeschalteten Zustand – vorbildlich! Dank des Henkels sind bodennahe Aufnahmen kein Problem, die Schlaufe ermöglicht das Festhalten nur mit der rechten Hand. Die Kamera lässt sich notfalls auf der Schulter abstützen, wobei hier noch ein kleines Schulterstativ nützlich wäre. Das in alle Richtungen dreh- und schwenkbare Display ermöglicht bei praktisch jeder Kamerahaltung eine komfortable Bildkontrolle. Der zusätzlich vorhandene elektronische Sucher ist nur nach oben schwenkbar. Dieser ist mit 2,8 Zoll Diagonale nur wenig kleiner als das der Video-SLRs, könnte allerdings schärfer sein. Hier wirkt sich nachteilig aus, dass die Pixelzahl mit 320 x 215 nur ein Viertel so groß ist wie die der Video-SLRs. Die Bildschirmlupe hat nur eine recht geringe Vergrößerung. Besser geeignet zum genauen Scharfstellen ist der "Peak-Modus", dabei werden die Objektkanten des angezeigten Bildes durch übertriebene Schärfung deutlich hervorgehoben. Das Display lässt sich zur besseren Beurteilung der Tonwerte auf Schwarzweiß umschalten. Überbelichtete Partien können mit einem Zebra-Muster hervorgehoben werden (leider nicht in Kombination mit dem Peak-Modus).

Die Video-SLRs bieten bisher keine dieser Funktionen. Eine Überbelichtungswarnung ist hier zwar Standard, funktioniert aber nicht im LiveView- und Videomodus.

Tonaufnahme

Bei Tonaufnahmen ist die Videokamera den Video-SLRs haushoch überlegen. Letztere besitzen eingebaute Monomikrofone, welche sämtliche Betriebsgeräusche mit aufzeichnen, die D90 verfügt noch nicht einmal über einen Anschluss für ein externes Mikrofon. Dagegen erlaubt schon das eingebaute, gut entkoppelte Stereo-Mikrofon der XH-A1 qualitativ hochwertige Tonaufnahmen mit automatischer oder manueller Aussteuerung (für beide Kanäle getrennt regelbar) und Limiter. Externe Mikrofone lassen sich über eine Stereo-Miniklinkenbuchse oder 2 professionelle XLR-Anschlüsse mit Phantomspeisung anschließen. Eine Kopfhörerbuchse ist ebenfalls vorhanden.

Fazit: Die Qual der Wahl

Ein direkter Vergleich zwischen den Kameras ist eigentlich unfair, denn die Canon 5D Mark II kostet etwa das Dreifache der Nikon D90 und ist preislich nur vergleichbar mit der XHA1 – die aber spielt in einer anderen Liga: Es ist eine reine Videokamera, Standbilder sind zwar möglich, aber nur im Videoformat und mit einer im Vergleich selbst mit billigen Kompaktkameras miserablen Qualität. Letztere sollte hier aber auch nur als Maßstab für professionelle Videofunktionen dienen. Daran gemessen, gibt es bei den beiden bisher einzigen Video-SLRs noch viel Nachholbedarf. In einem wichtigen Merkmal stellen sie aber die XH-A1 und sogar noch deutlich teurere Videokameras in den Schatten: Ihr großes Sensorformat macht eine geringe Schärfentiefe und damit einen Film-Look möglich, wie er bisher dem Kinofilm vorbehalten blieb. Selbst Kameras, die für Fernsehfilme eingesetzt werden, reichen da nicht heran. Diese Tatsache hat unter Videofilmern großes Interesse und sogar eine gewisse Euphorie ausgelöst. Internetforen sind voll von Beispielvideos, Diskussionen über Vor- und Nachteile und Tipps und Tricks. Auch Fotoamateure und Profifotografen, die mit Videos bisher nichts im Sinn hatten, könnten von der Video-Zusatzfunktion ihrer SLR auf den Geschmack gebracht werden, schließlich taugt die zu mehr als nur zu Familienvideos. Möglicherweise wird dies der Gemeinde der Videoamateure noch kräftigen Zuwachs bescheren.

Von unseren beiden Testkandidaten bietet die Canon 5D Mark II eine deutlich bessere Videofunktion als die Nikon D90. Sie hat eine höhere Auflösung, ein schärferes Bild und weniger Artefakte, alles in allem produziert sie hervorragende Video aufnahmen in Full-HD-Qualität. Getrübt wird der Gesamteindruck nur durch Moirés und manchmal durch Flimmern bei Kunstlicht. In der Handhabung sind beide Kameras nicht optimal, was teilweise konstruktionsbedingt ist und per Zubehör ausgleichbar, teilweise – wie fehlende manuelle Einstellungen und unausgereifte AF-Funktion im Videomodus – eher davon zeugt, dass die Hersteller dem Videomodus noch nicht die nötige Aufmerksamkeit zollen. Die Canon schneidet wegen der längeren Cliplänge und dem Mikrofoneingang aber auch hier besser ab. Wenn Geld nicht die Hauptrolle spielt, ist also die 5D Mark II die derzeit empfehlenswerte Video-SLR – man muss ja auch bedenken, dass "richtige" Videokameras mit dem entsprechenden Film-Look ein Mehrfaches davon kosten. Zudem bekommt man eine der derzeit besten Fotokameras sozusagen kostenlos dazu.

Andererseits sind es ja keineswegs die Videofähigkeiten, welche die Video-SLRs so teuer machen, sondern die im Videomodus meist gar nicht benötigten Foto-Fähigkeiten. Die hohe Auflösung (der Sensor der 5D Mark II löst zehn Mal mehr Pixel auf, als für Full-HD benötigt werden) ist hier sogar ein Nachteil, denn sie stellt die interne Elektronik vor zusätzliche Probleme beim Downsampling und ist verantwortlich für Moiré und Aliasing. SLRs mit APS-C-Sensor und weniger Megapixeln gibt es aber bereits für sehr viel weniger Geld. Was läge näher, als auch solche Kameras videofähig zu machen?

Genau dies geschieht derzeit. Canon hat mit der 500D bereits eine preiswerte Alternative zur 5D Mark II vorgestellt. Panasonic bringt die DMC-GH1K auf den Markt, die einen auch im Videomodus funktionsfähigen elektronischen Sucher hat. Zudem verfügt sie wie die ebenfalls gerade vorgestellte Nikon D5000 über ein schwenk- und drehbares Display. Es sieht so aus, als entdeckten die Hersteller die Videofunktion als Verkaufsargument für Spiegelreflexkameras. Olympus, Sony, Pentax und andere werden sich dem Trend sicher bald anschließen. Allerdings wäre es schade, wenn die Hersteller es bei einem bloßen "Draufpappen" der Videofunktion bewenden ließen.

Wünsche

Zu einer Videofilmkamera gehört eben noch mehr als Objektiv, Sensor und Bildspeicher. Deshalb sei an dieser Stelle eine Wunschliste mit bislang noch nicht oder nur unbefriedigend erfüllten Forderungen aufgeführt:

Höhere Bildqualität durch höhere Datenraten mit geringerer Komprimierung und besserer Farbunterstützung (4:2:2 oder besser). Die Speicherkarten sind mittlerweile schnell genug; moderne Kameras schreiben 35 MByte/s (280 MBit/s) und mehr auf CF-Karten. Damit könnte man also die aktuelle Datenrate der 5D Mark II (42 MBit/s) locker versechsfachen.

Längere Aufzeichnungszeiten, entweder durch automatische Aufteilung längerer Clips auf mehrere Dateien, oder besser durch (optionale) Umstellung auf Dateisysteme wie exFAT oder das Open-Source-Dateisystem ext2, welche die 4-Gigabyte-Grenze von FAT32 nicht haben.

Manuelle Kontrolle der Belichtung durch getrennte Einstellung von Blende, Belichtungszeit und Empfindlichkeit. (Diesen Wunsch beginnen die Kamerahersteller bereits zu erhören.)

Bessere Schärfeeinstellung und Schärfenachführung mittels einer auch im LiveView-Modus funktionierenden AF-Funktion. Die bereits in vielen Kompaktkameras, aber auch in der D90 und der 5D realisierte Gesichtserkennung wäre prädestiniert für diese Aufgabe, ist aber noch viel zu langsam, um sich im Videomodus sinnvoll einsetzen zu lassen.

Variable Schärfentiefe durch manuelle Auswahl eines Sensor-Ausschnitts, von dem das Videobild gewonnen wird. Mit einer solchen Funktion wären Video-SLRs in der Lage, einen weiteren systembedingten Vorteil auszuspielen, der selbst im Feld professioneller Videokameras keine Konkurrenz hat. Der Segen der geringen Schärfentiefe kann ja durchaus zum Fluch werden, wenn man im Telebereich versucht, ein bewegtes Motiv scharfzustellen.

Mit der Möglichkeit, einen großen oder auch kleinen Ausschnitt des Sensors zu wählen, könnte man die Schärfentiefe völlig unabhängig von der Blende beeinflussen und käme zudem sogar noch in den Genuss einer vervielfachten Objektivbrennweite. Möchte man eine geringe Schärfentiefe, wählt man den gesamten Sensor. Ein 24-105-mm-Zoom hat dann an einer Vollformatkamera wie der Canon 5D MarkII genau diese Brennweite. Hat man den Wunsch nach einer höheren Schärfentiefe, wählt man einen entsprechend kleineren Ausschnitt des Sensors bis herab zur 1:1-Abbildung der 1920 Pixel × 1080 Pixel des Full-HD-Formats auf die Sensormitte. Beim 21-Megapixel-Sensor der genannten Kamera entspräche dies einem Verlängerungsfaktor von etwa 3, was die kleinbildäquivalente Brennweite des Zooms auf 74-320 mm verlängern würde, bei entsprechender Vervielfachung der Schärfentiefe. Eigentlich wäre diese Funktion nichts anderes als ein "Digitaler Zoom", nun jedoch ohne die qualitätsmindernde Hochinterpolation der Pixel auf das Ursprungsformat.

Ausblick

Noch vor einem Jahr herrschten für Videoamateure klare Verhältnisse. Wer vernünftige manuelle Einstellmöglichkeiten (vor allem des Fokus) wollte, musste zu einer Videokamera in der Klasse der XH-A1 greifen. Gegenwärtig stellt sich dagegen die Frage: Ist man bereit, für das einzigartige Feature "Film-Look" (verbunden mit der Fähigkeit zu qualitativ hochwertigen Fotos) die zahlreichen Einschränkungen hinzunehmen, welche die jetzt verfügbaren videofähigen SLRs noch aufweisen? Oder ist es ratsamer, noch zu warten?

Warten auf besser ausgestattete Video-SLRs kann sich lohnen, muss es aber nicht. Es ist ja schon verwunderlich, dass Canon mit den Video-SLRs der eigenen Kamerasparte Konkurrenz macht. Möglicherweise hatte man anfangs die Brisanz dieser Innovation gar nicht erkannt oder falsch eingeschätzt.

Nikon erschließt sich ein neues Marktfeld, auf dem die Firma bisher nicht vertreten war, aber auch Panasonic steigt in die Herstellung von Videokameras ein. Deshalb werden diese Firmen die künftige Entwicklung eventuell in eine andere Richtung zu lenken versuchen und, statt die Handhabung ihrer Video-SLRs zu verbessern, lieber reine Video ka meras mit größeren Sensoren und Wechselobjektiven entwickeln.

Dann bliebe das Video in der SLR eine werbeträchtige, aber niemals ausgereifte Zusatzfunktion, ähnlich den Fotofunktionen in Videokameras. Aber das ist Spekulation. Auf jeden Fall wird die weitere Entwicklung sehr spannend sein – sowohl für Videofilmer als auch für Fotoamateure. (Alexander Altmann, Ralph Altmann) / (gs)

Mehr zu:

Im Themenforum Prüfstand diskutieren.

mehr ausklappen weniger einklappen

Videos dieser Serie (9)

  • Vorsicht Kunde! - Einfach mal abgeklemmt - als Mieter zwischen allen Stühlen

    Die böse Überraschung kam an einem Freitag. Als Gisela E. nach einem anstrengenden Arbeitstag zurück in ihre Kölner Mietswohnung kam, war die Telefonleitung tot. Auch das Internet ging nicht mehr.

  • Probleme mit der Technik? - Schnurer hilft! DVD-RAM

    Was tun, wenn der Drucker nicht mehr drucken will und der Computer streikt? Dann ist guter Rat teuer, und stundenlange Reparaturversuche zermürben den Benutzer. Machen Sie es sich einfach, fragen Sie...

  • Sicher sichern - Wie man Digitalfotos archivieren sollte

    Das klassische Fotoalbum hat ausgedient, digitale Aufnahmen werden heutzutage auf selbstgebrannten DVDs oder einfach auf der Festplatte archiviert. Dort scheinen sie vermeintlich sicher, was so aber...

  • News - Aktuelles vom 27.06.2009

    Opfer gesucht Wieder KFZ-Scanning in Hessen? Frankreich für stärkere Überwachung Falsche Pillen im Netz Windows 7 für 50 Euro

  • Filmografie im Urlaub - Mit dem Foto filmen oder mit der Kamera fotografieren? (3Sat)

    Moderne Digitalfotoapparate bringen eine Videofunktion mit, viele Kameras eine Möglichkeit, digitale Bilder zu knipsen. Da stellt sich die Frage, ob man für den Urlaub nun wirklich beides einpacken...

  • Öffentliches Geplapper oder tolle Kommunikationsplattform - Was steckt hinter "Twitter" (3Sat)

    "Bin in der U-Bahn!" - "Koche heute das erste Mal einen Schweinebraten, drückt mir die Daumen!" - "Hier regnet es" - das sind nicht gerade bedeutsame Informationen, die die Welt interessieren.

  • Top oder Flop? - Schnurer’s Einkaufstour (3Sat)

    Auch in dieser Woche hat sich c't-magazin-Experte Georg Schnurer wieder einmal in den Entwicklungslabors umgeschaut und präsentiert die neuesten technischen Errungenschaften. Viele Neuerscheinungen...

  • Was ist eigentlich? - Das c’t magazin Computer-ABC - Flugzeugmodus

    Was gibt es auf einer LAN-Party so für Musik zu hören und wie viel "Shared Memory" kann ich mir leisten? Ist ein Cookie auf dem Rechner eine sinnvolle Einrichtung und was ist eigentlich eine "GPU"?...

  • Der Blick in die Zukunft - Wer hat die beste Wettervorhersage?

    Wer eine große Party im Garten plant oder die große Fahrrad-Tour, der möchte natürlich wissen, wie das Wetter in den nächsten Tagen werden wird. Die einen vertrauen dem Wetterbericht im Fernsehen, im...

Anzeige

Das war c't TV – das komplette Archiv