heise Video
Mein heise Video heise Video mobile Website heise Video Newsletter

Gar nicht so billig - Tricksereien und Kostenfallen bei Flugbuchungen

Video merken

Es ist gar nicht mehr so lange hin, dann steht der Sommerurlaub auf dem Programm. Und für viele geht spätestens jetzt die Suche nach günstigen Angeboten in die Schlussphase. So auch bei Flügen. Wir haben in der Vergangenheit ja schon darüber berichtet, wie Billigairlines uns mit allerlei Tricks bei der Online-Buchung das Geld aus der Tasche ziehen. Das hat sich nach zahlreichen Protesten und Klagen von Verbraucherschutzorganisationen verbessert. Doch ist jetzt alles gut?

Verbraucherschützer: Es wird weiterhin getrickst

Urlaubsreif? Irgendwie schlecht drauf? Mit den Nerven am Ende? Dann nix wie weg, denken jetzt viele. Und sind sich sicher: Das geht ja ganz leicht und billig. Einfach im Internet auf Flugportale gehen – und schon kann man für wenig Geld Flüge ins Urlaubsparadies buchen. Doch stimmt das?

Falk Murko von Stiftung Warentest hat diverse Online-Flugvermittler unter die Lupe genommen. Und dabei nicht nur Erfreuliches festgestellt. „Es gibt bei solchen Flugvermittlungs-Portalen leider wie überall Schwarze Schafe, die alle Negativdinge ausreizen, die mit Lockvogelangeboten werben, die sie dann nicht erfüllen. Die ungerechtfertigt hohe Service-Gebühren verlangen. Also: da muss man aufpassen.“

Besonders dreist: Flugvermittler

Im Fokus der Verbraucherschützer: Flugvermittlungsportale wie „fluege.de“. Wer hier nach einem Flug sucht, der bekommt schnell mal eine Reiseschutzversicherung untergejubelt. Wer da nicht aufpasst und die voreingestellte Kostenfalle übersieht, kann in manchen Fällen stolze 29 Euro dafür zahlen. Bei einer vierköpfigen Familie macht das zusammen 116 Euro. Und das tut richtig weh. Wie kann das sein? Denn Billigairlines wie Ryanair oder Easyjet dürfen laut Rechtsverordnung mit diesen voreingestellten Versicherungsangeboten längst nicht mehr tricksen. Warum dürfen die Flugvermittler das dann?

Falk Murko: „Also wir gehen davon aus, dass die Rechtsverordnung für alle gilt. Also nicht nur für die Airlines, sondern auch für die Flugvermittler. Da sind auch die meisten Juristen dieser Meinung. Allerdings halten sich die Portale nicht dran, sondern reizen es so lange aus, bis sie wirklich gezwungen werden.“ Schlimm auch: Ist man einmal in die Versicherungs-Falle getappt, sitzt man schnell noch tiefer drin. Denn ohne es richtig mitzubekommen, hat man sich ein unbefristetes Versicherungs-Abo eingefangen. Kündigt man das nicht rechtzeitig, zahlt man im nächsten Jahr weiter. Und das auch noch zu teureren Konditionen. Und selbst beim Endpreis kann man sich nicht sicher sein, ob der auch so bleibt. Denn häufig fallen für Reisegepäck und Kreditkartenzahlung Zusatzkosten an. Und am Ende, nach der verbindlichen Flugbuchung, gibt es dann noch den Hinweis, dass sich Preise der Tickets späternoch erhöhen können.

Tipp: Seriöse Flugvermittler nutzen

Stellt sich die Frage: Gibt es denn keine Möglichkeit, sicherer zu buchen als auf solchen Seiten? Ja, sagt Stiftung Warentest. zum Beispiel auf Preisvergleichsportalen wie „swoodoo“. Falk Murko: „Das sind Meta-Suchmaschinen, die erstens gar keine Flüge verkaufen, sondern sie vermitteln nur zu den preisgünstigsten. Das muss nicht immer das optimale Angebot sein. Deshalb sollte man auch mehrere Preisvergleiche einbeziehen. Aber da ist man auf der sicheren Seite. Da bekommt man Angebote, die seriös sind.“

Allseits beliebt: Der Koffer-Trick

Und dann lässt sich ja auch bei den Billigairlines direkt buchen. Die dürfen auf ihren Internetseiten ja mittlerweile nicht mehr so rumtricksen wie die Flugvermittler. Und haben immer wieder tolle Schnäppchenangebote. Doch aufgepasst: Wer meint, mit solchen Niedrigpreisen schon den wahren Ticketpreis zu haben, der hat sich getäuscht, warnt Falk Murko: „ Also, das ist sehr unerfreulich. Vor allem: die Gepäckgebühren steigen ständig. Man ist gar nicht mehr auf dem Laufenden. Was vor einem halben Jahr noch 15 Euro waren, können heute schon 30 Euro pro Gepäckstück sein!“ So verlangt German Wings pro Person und 20-Kilo-Koffer 16 Euro. Das macht bei einer vierköpfigen Familie 64 Euro. Easyjet verlangt für die Koffer der Familie gleich 112 Euro. Und Ryanair schießt den Vogel ab und verlangt für den Koffertransport der Familie stolze 240 Euro!

Vor der Buchung alle Kosten genau durchrechnen!

Wie absurd das ist, zeigt ein konkretes Beispiel: Will unsere Familie Reisgepäck mitnehmen – und das muss sie natürlich im Urlaub - dann zahlt sie für einen Flug von Düsseldorf nach Barcelona statt 224 Euro satte 464 Euro. Also mehr als das doppelte! Unser Fazit: Wer beim Fliegen wirklich sparen will, der muss echt gute Nerven haben und den Taschenrechner immer in Griffnähe.

Weitere ausführliche Infos liefert eine Untersuchung vonStiftung Warentest. (gs)

Mehr zu:

Im Themenforum Vorsicht, Kunde! diskutieren.

mehr ausklappen weniger einklappen

Videos dieser Serie (5)

  • Gar nicht so billig - Tricksereien und Kostenfallen bei Flugbuchungen

    Fliegen kann man heute schon für wenige Euro: Billigflieger sowie Flugpreisbörsen und -portale versprechen den Flug ins Urlaubsparadies für's kleine Portemonnaie. Doch gerade bei günstig...

  • Probleme mit der Technik? - Schnurer hilft!

    Behrooz Karamizade aus Köln fragt nach 399-Euro-Notebooks.

  • Multitalente - Was Fotokameras alles können

    Einfach nur digital knipsen - das war gestern. Moderne Kameras können heute viel, viel mehr. Der Phantasie sind keine Grenzen mehr gesetzt.Wie das alles genau funktioniert – und was Sie der Foto-Spaß...

  • Was ist eigentlich? - Das c't magazin Computer ABC: Open Source

    Diese Woche: Was bedeutet eigentlich "Open Source"?

  • Manufakturen - Gebasteltes, Gekochtes, Gebackenes aus dem Internet

    Immer mehr Menschen bieten über die Internetplattform Dawanda moderne Handarbeit an und verkaufen selbstgemachte Produkte. Die Umsätze erreichen Millionenhöhe – für das c't magazin ein Grund, sich...

Anzeige

Das war c't TV – das komplette Archiv