heise Video
Mein heise Video heise Video mobile Website heise Video Newsletter

Heimvernetzung - Daten, Musik, Fotos und Videos überall verfügbar

Video merken

Die Grundkomponenten eines Heimnetzwerks haben die meisten bereits zu Hause: Den DSL-Router. Er sorgt für den Zugang zum Internet, stellt aber auch alle wesentlichen Komponenten zur PC-Vernetzung bereit. Die Verbindung zwischen den Router, PC, Notebook, Webradio, Fernseher und Co. erfolgt wahlweise über Funk per WLAN oder per Netzwerkkabel. Wer die Wahl hat sollte versuchen, so viele Komponenten wie möglich per Kabel ins Netz zu holen. Ein Netzwerkkabel ist für die Datenübertragung nämlich nicht nur zuverlässiger als eine Funkstrecke, sondern auch schneller.

Viele DSL-Router bieten die Möglichkeit, einfach eine externe USB-Festplatte anzuschließen. Die darauf befindlichen Daten, Fotos, Musikdateien und Videos stellt der Router dann im Netzwerk zur Verfügung. Das klappt für Daten, Bilder und Musik recht gut, bei Videos und anderen großen Dateien reicht aber oft die Leistung des im Router verwendeten Prozessors nicht mehr aus. Besonders das Abspeichern großer Datenmengen auf die USB-Festplatte über den Router kostet viel Zeit.

Wer sich ein flinkes Heimnetzwerk aufbauen will, greift deshalb besser zu spezialisierten Gerätschaften, sogenannten NAS-Boxen. NAS steht hier "Network Attached Storrage", also mit dem Netzwerk verbundener Speicherplatz. Moderne NAS-Boxen können aber viel mehr: Sie arbeiten auch als UPnP-Server beziehungsweise DLNA-Server, können einen Drucker zentral verwalten und vieles mehr. Damit sind sie die Ideals Basis fürs Heimnetz.

Das richtige NAS

NAS-Boxen gibt es in den verschiedensten Ausführungen: Die einfachsten Modelle bieten lediglich Platz für eine 3,5"-Festplatte. Bessere Systeme können mit zwei oder mehr Laufwerken bestückt werden. Bei zwei Platten hat man die Möglichkeit, die Daten zu spiegeln. Fällt also eine Festplatte aus, gehen Bilder, Musik und Videos nicht gleich verloren. Der Nachteil: Bei einem NAS mit gespiegelter Festplatte steht nur die Hälfte der vorhandenen Festplattenkapazität zur Verfügung. Ab drei Festplatten kann man intelligentere Konfigurationen wählen - etwa RAID5. Hier erhält man Sicherheit gegen den Ausfall einer Festplatte, verliert aber nur ein Drittel der vorhandenen Plattenkapazität. Ein weiterer Nachteil der einfachst-NAS: Sie bieten oft nur eingeschränkte Serverfähigkeiten - ein weiterer guter Grund, über ein etwas besseres NAS mit zwei oder mehr Festplatten nachzudenken. Hier die Testergebnisse einige der in der Sendung vorgestellten NAS-Systeme. Den kompletten Test alle von c't geprüften NAS-Boxen finden Sie in der Printausgabe 4/2011 im Artikel "Zentrallager, Netzwerkspeicher mit Gigabit-Ethernet für daheim und das kleine Büro" ab Seite 104. Diesen Beitrag erhalten Sie auch als PDF-Datei im c't-Kiosk. Einen weiteren aktuellen Test von NAS-Boxen liefert der Beitrag "Lagerhallen, Fünf schnelle Linux-NAS mit Atom- und Marvell-CPU" in der Printausgabe 8/2011 ab Seite 108. Dieser Artikel steht ab dem 11.4.2011 auch als PDF-Datei im c't-Kiosk zur Verfügung.

Western Digital My Book Live

Das My Book Live von Western Digital ist im Bücher-Look anderer WD-Festplatten gehalten. Die meisten Server-Dienste sucht man vergebens. Ein FTP-, iTunes- und Time-Machine-Server sind schon alles, was WD seinem Sprössling mit auf den Weg gibt. Aber das was es kann, macht es ordentlich.

Das My Book Live muss man auch nicht so aufwendig konfigurieren. Für die Grundfunktionen als Netzwerkfestplatte lautet die Devise: anschließen und fertig. Das Konfigurationsmenü ist angenehm übersichtlich gestaltet und die Einrichtung schnell erledigt. Die Performance kann sich, vor allem mit Blick auf den Preis, durchaus sehen lassen. Auch die Verarbeitung überzeugt. Das kleine lüfterlose Gehäuse überträgt kaum Vibrationen auf den Tisch und eignet sich im Unterschied zu den größeren Kollegen des Testfelds auch für den Einsatz direkt neben dem Rechner. In unserem Messraum ermitteln wir ein Betriebsgeräusch unterhalb von 0,1 Sone.

Einziger Wermutstropfen: Am Mac war überraschenderweise die Übertragung vieler kleiner Dateien per SMB schneller als per AFP. Eine App für iOS nebst zugehörigem Vermittlungsdienst gibt es auch von Western Digital. Damit kann man aber nur auf die auf dem NAS gespeicherten Fotos zugreifen, mit Audio- und Video-Dateien weiß die App nichts anzufangen. Dafür kann sie die Bilder per E-Mail verschicken, auf Facebook stellen oder in die iOS-Fotobibliothek kopieren. So sind sie auch ohne Online-Verbindung abrufbar.

Den Fernzugriff wickelt der Drittanbieter Mionet ab. Eine Mitgliedschaft kostet dort üblicherweise rund 8 US-Dollar pro Monat und die werden auch nach Ablauf der 30 Tage Testmitgliedschaft vom WD-Kunden eingefordert, sofern er den Dienst weiter nutzen möchte. Dafür kann man dann aber nicht nur von unterwegs aus auf das NAS zugreifen, sondern auch Dateien auf dem PC freigeben, Online-Meetings abhalten und per Remote-Verbindung auf den Desktop des eigenen Rechners zugreifen.

Der iTunes-Server kennt keine Playlisten, sortiert aber immerhin die Medien nach Filmen, Serien und Musik. Dabei zeigt er aber nur die Formate an, die er kennt. Ob das Empfangsgerät diese Formate unterstützt, ist dabei irrelevant. Filme mit der Endung .mov ignoriert er, obwohl iTunes sie ohne Probleme abspielen kann. Ändert man das Dateinamen-Anhängsel in .m4v funktioniert alles prima, sogar mit Frontrow bekommt man dann Filme angezeigt.

Synology DiskStation DS211j

Mit Version 3.0 des DiskStation Manager (DSM) hat Synology die Web-Bedienoberfläche bei seinen Geräten nochmals mächtig aufgepeppt. Im Prinzip arbeitet man jetzt auf einem grafischen Linux-Desktop im Browser. Neu ist außerdem die Unterstützung für das Dateisystem ext4 und für das Internetprotokoll IPv6. Dessen Unterstützung als rudimentär zu bezeichnen wäre ein überzogenes Lob. Das NAS besorgt sich zwar automatisch eine korrekte Konfiguration (per SLAAC oder DHCPv6) und lässt sich auch manuell einstellen. Doch per IPv6 bietet es nur einem ominösen SQL-Server auf Port 5432 seine Konfigurationsoberfläche an. Diese wiederum erreicht man nur, wenn man die Adresse in numerischer Schreibweise und mit der Portnummer 5000 angibt. Denn die Weiterleitung vom Default-Port 80 kennt keine IPv6-Adressen und schickt den Browser daher ins Nirwana.

In Foren häufen sich die Berichte von Anwendern, dass Backups mit der aktuellen Version des Programms Acronis Backup & Recovery auf das NAS fehlschlagen. Ein Problem, das Synology mit der jüngsten Firmware in den Griff bekommen haben will, das Anwenderberichten zufolge aber immer noch nicht gelöst ist. Möglicherweise muss hier auch Acronis noch etwas unternehmen, schließlich sichert der Software-Hersteller ausdrücklich die Kompatibilität seines Datensicherungsprogramms mit Synology-Geräten zu.

Abgesehen davon bietet die neue NAS-Firmware erhebliche Verbesserungen bei SMB-Datentransfers, wovon auch das hier vorgestellte neue Einsteigermodell DS211j profitiert. Obwohl nicht mit einem teuren Atom, sondern mit dem billigeren und vergleichweise schwachbrüstigen Kirkwood von Marvell bestückt, beeindruckte es im Test mit Datentransfer raten von rund 70 MByte/s beim Lesen und maximal 50 MByte/s beim Schreiben.
Das entspricht etwa dem doppelten Tempo, das andere Geräte dieser Preisklasse normalerweise erreichen.

Beim Funktionsumfang bleiben kaum Wünsche offen. Zu begeistern weiß unter anderem die renovierte „Audio Station“, die Internetradio abspielt und auf dem NAS gespeicherte Musik in Playlisten organisiert. Optional liefert Synology zum Preis von 60 Euro eine Funkfernbedienung (Synology Remote) inklusive einer USB-Soundkarte, über die sich das NAS direkt mit der Stereo-Anlage verbinden lässt. Die Funkfernbedienung bietet programmierbare Tasten, die man mit Playlists belegen kann. Das vereinfacht die Bedienung, denn wenn kein Rechner in der Nähe steht, fehlt das visuelle Feedback – weder NAS noch Fernbedienung haben ein Display.

Reichhaltige Kost bietet Synology für iOS-Anwender: Gleich vier Apps findet man im iTunes Store. DS Photo dient dem Upload von auf dem iPhone geschossenen Bildern auf das NAS.

In umgekehrter Richtung arbeitet DS Photo+, das auf dem NAS gespeicherte Fotos und Videos auf dem iOS-Handheld anzeigt. Um Musik abzuspielen, gibt es eine dritte Anwendung namens DS Audio. Sie kann wahlweise gestreamte Titel empfangen oder Kommandos an die optional angestöpselte USB-Soundkarte schicken. Der Anwender hat Zugriff auf die auf dem Gerät gespeicherten Playlists und bekommt auch eventuell vorhandene Cover angezeigt. Die App DS Cam soll das Bild von an der DS211j angeschlossenen Webcam anzeigen.

Streaming-Clients für jeden Geldbeutel

So günstig war der Einstieg ins HD-Vergnügen noch nie. Mit dem MS35 von PoppStar – der momentan für 60 Euro zu haben ist – bekommt man ein solides Gerät, das alle Basisanforderungen an einen HD-Zuspieler erfüllt. Auch Conrads Media-Player HD ist eher ein HD-Schnäppchen, wobei beide sogar ein eigenständiges GUI vorweisen können, das sich vom Realtek-Einheitslayout unterscheidet.

Das Gros der Player auf Realtek-Basis unterscheidet sich nur in Kleinigkeiten: Für manch einen Kunden werden die DVBT-Empfänger von Emtec, Ellion oder Eminent ein Kaufargument sein – andere werden auf die erweiterten Server-Funktionen vom O!Play HD2 oder Noxon M740 Wert legen. Einfach haben es Heimkinofans mit gehobenem Soundanspruch: Nur die Player von Egreat, Eminent und Netgear können souverän mit HD-Mehrkanaltonspuren umgehen.

Das frischeste Bedienkonzept mit pfiffigen NAS-Funktionen liefert Western Digitals WD TV Live Hub: Wenn der Hersteller noch etwas am Online-Angebot feilt, wäre das Gerät tatsächlich ein Rundumsorglospaket, das als Familien-NAS, HD-Spieler und Internetbox nutzbar ist. Letzterer Punkt ist die klare Domäne der Boxee Box, die sich online fast wohler fühlt als im heimischen Mediensalat. Wer nach einer Surfbox sucht, ist hier gut bedient.

Auch Sonys SMP-N100 punktet online, hier aber vor allem mit dem bequemen Zugang auf Bezahlinhalte. Bedenkt man, dass der bis aufs optische Laufwerk baugleiche Blu-ray-Player BDP-S570 aus gleichem Hause für 230 Euro über die Ladentheke geht, ist die MKV-fähige Streaming-Variante mit 120 Euro ein echtes Schnäppchen.

Die kompletten Testergebnisse aller 14 überprüften HD-tauglichen Streaming-Clients finden Sie im Artikel "Mission HD, Video-Zuspieler für jeden Geldbeutel" in der Printausgabe 6/2011 des c't magazins ab Seite 128. Den Beitrag erhalten Sie auch als PDF-Datei im c't-Kiosk. (gs)

Mehr zu:

Im Themenforum Prüfstand diskutieren.

mehr ausklappen weniger einklappen

Videos dieser Serie (3)

  • Probleme mit der Technik? - Schnurer hilft!

    Robert Schmidt aus Berlin fragt was passiert, wenn man sein Mobiltelefon trotz vertraglichem Verbot als Modem fürs Notebook nutzt.

  • Heimvernetzung - Daten, Musik, Fotos und Videos überall verfügbar

    Musik, Videos, Fotos - alles ist im vernetzten Heim jederzeit verfügbar. Doch wie baut man so ein Heimnetz auf? Georg Schnurer spricht mit dem c't Experten Nico Juran.

  • Was ist eigentlich? - Das c't magazin Computer-ABC: Tablet-PC

    Das c't magazin Computer-ABC: Diese Woche: Was ist ein Tablet-PC?

Anzeige

Das war c't TV – das komplette Archiv