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Internes externes Navi - Sparsame Lösung oder fauler Kompromis?

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Teuer und gut oder billig und besser?

Großes Auto, teures Navi - Wer sich einen teuren Wagen leisten kann, der möchte auch beim Navi nicht sparen: Volvo verlangt für seinen Pfadfinder RTI satte 2400 Euro.

Sparkiste mit schmaler Kost: Die Saugnapflösung. Das bewährte TomTom goLive 420 gibt’s für rund 350 Euro, das System klebt per Saugnapf an der Scheibe, die Kabel fliegen locker durchs Cockpit.

Die dritte Lösung in unserem Vergleich kommt von Renault. Die Franzosen bauen das TOMTOM-Navi einfach fest ins Auto ein und verlangen dafür nur 490 Euro. Ist das ein Schnäppchen oder eher fauler Kompromiss?

Wie klappt's mit der Bedienung?

Der erste Eindruck im Renault: Vom Aussehen her gibt es keinen Unterschied zum 2000 Euro teureren Werksnavi von Volvo. An den zentralen Joystick in der Mittelkonsole des Megane allerdings kann sich Daniel Lüders nicht so recht gewöhnen. Die Bedienung ist umständlich, der Joystick fummelig und ungenau.

Besser ist die billige Version. Ist die Sparlösung erstmal verkabelt, lässt sich das TOMTOM wie gewohnt leicht und sicher über die Bildschirmeingabe bedienen.

Auch das teure RTI-System von Volvo gibt sich bei der Bedienung keine Blöße. Die Zieleingabe funktioniert intuitiv durch die Fernbedienung am Lenkrad.

...und wie klappt's mit dem Navigieren?

Das Renault-Navi lässt hier keine Fragen offen: Der große Bildschirm ist kontrastreich und lässt sich gut ablesen. Wir finden durch klare Anweisungen sicher unser Ziel – leider ohne Fahrspurassistent. So weit – so gut. Aber was passiert im Tunnel? Auch dort findet der Renault sicher den Weg, denn das Navi nutzt zur Orientierung jetzt die Anbindung an den Bordcomputer.

Das mobile TOMTOM-System findet schnell die richtige Route, der Bildschirm ist ebenfalls hell, aber etwas kleiner Die Sprachausgabe ist klar und deutlich.

Im Tunnel allerdings kann dieses System nichts ausrichten – Die Navigation gerät sofort ins Stocken, wenn die Verbindung zum Satelliten unterbrochen wird.

Das teure Volvo-Navi lässt sich durch unsere Tunneldurchfahrt nicht aus der Ruhe bringen. Die Routenführung klappt auch in der Tiefgarage. Das System holt sich wie beim Renault die benötigten Messwerte aus dem Bordcomputer.

Was wird noch geboten?

Schade: Renault liefert für das festeingebaute Navi nur Kartenmaterial für Deutschland, Österreich und die Schweiz, die sogenannten „DACH“-Karten. Die Navigation endet also abrupt an den jeweiligen Ländergrenzen. Außerdem haben die Franzosen auch am System selbst gespart. Wichtige Funktionen hat Renault hier weg rationalisiert. Ein schwacher Trost: Für rund 100 Euro zusätzlich gibt’s das digitale Kartenset für Europa zum Nachkaufen auf der Speicher-Karte. Mit Kartenmaterial voll ausgestattet ist das Renault-System immer noch deutlich günstiger.

Karten von Nordamerika, West- und Zentraleuropa bringt die Sparlösung schon mit. Über die eingebaute Online-Anbindung lassen sich zusätzliche Dienste aufrufen, beispielsweise genauere Stauinformationen, die Angaben, wo man in der Umgebung am günstigsten tankt oder wie das Wetter wird.

Wer im Volvo unterwegs ist, kann Ziele am Wegesrand gleich anrufen. Die eingebaute Datenbank liefert Infos und auch gleich die passenden Telefonnummern. Das kann in Notsituationen durchaus hilfreich sein.

Drei Navigationssysteme, drei unterschiedliche Konzepte. Das Fazit:

Renault profitiert von Vernetzung mit Bordcomputer und gutem Bildschirm, die mobile TOMTOM-Lösung, die man per Saugnapf an der Scheibe befestigt ist besser in der Bedienung und bietet einen größeren Funktionsumfang. Das Werksnavi von Volvo ist ausgewogen und gibt sich keine Blöße, das kann man für den stolzen Preis auch so erwarten.

Knapp 500 Euro für ein integriertes Navigationssystem. Die Renault-Lösung hat zwar ein paar Schwächen, ist unterm Strich aber eine wirklich gute Idee. Günstiger kommt man derzeit nicht an eine integrierte Einbaulösung.

Eine ausführliche Beschreibung unseres Tests finden Sie auf "heise autos" im Beitrag "Internes externes Navi, Renaults internes TomTom-Navi in der Praxis" von Daniel Lüders. (Uli Geiger) / (gs)

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