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Jahresrückblick 2018 Teil 2 | Kurz informiert vom 29.12.2018

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Hinter der Nachricht vom Exportverbot für ZTE-Produkte in die USA verbarg sich der nächste große Knaller des Jahres. Das Hin und Her bis zur Aufhebung der ZTE-Sanktionen soll hier nicht nachgezeichnet werden, doch der dahinter stehende Handelskrieg verdient Beachtung. Schließlich musste selbst eine so große Firma wie ZTE den Betrieb einstellen. Zudem fiel schon bei der ersten US-Drohung der Name Huawei, noch ein gutes Stück größer als ZTE. In den vorweihnachtlichen Frieden krachte nicht nur die Verhaftung der Finanzchefin des Konzerns, sondern vor allem der Verzicht auf Huawei-Hardware als Voraussetzung für eine Fusion von T-Mobile USA und Sprint. "Make America great again" als Ziel der Politik von US-Präsident Trump ist weit mehr als die vielen Meldungen zu Überlegungen von IT-Firmen, die Strafzölle zu umgehen.

Es begann eher unscheinbar mit kleinen Vorab-Meldungen darüber, was die neue Datenschutz-Grundverordnung alles verbessern wird. Schließlich ist Deutschland stolz auf sein Datenschutz-Niveau. Was dann aber passierte, war ungeheuerlich -- oder schlicht erwartbar, wenn man Juristen frei drehen lässt. Die unfrohe Kunde, dass die Abmahn-Maschinerie angelaufen ist, brachte es zur Jahresmitte zum Spitzenreiter in der Zugriffsstatistik aller Nachrichten des Jahres 2018. Auch die Absurditäten wie die Debatte, ob Wunschzettel unter die DSGVO fallen können, beschäftigte die Leser. Das böse Wort von den Datenschutztaliban machte die Runde. Viel spricht dafür, dass dieses Thema auch den neuen Bundesdatenschutzbeauftragten Ulrich Kelber beschäftigen wird, der zum Jahreswechsel seinen Dienst antritt. Die scheidende Schutzbeauftragte Andrea Voßhoff hat eine beachtliche Anzahl an Beschwerden gesammelt.

Über die Jahre und Minister hinweg sorgte ein Thema für Spannung: das Projekt der intelligenten Gesichtserkennung am Bahnhof Südkreuz in Berlin begann unter Bundesinnenminister Thomas de Maizière und endete im Sommer unter Horst Seehofer. In beeindruckender Weise habe sich die Leistungsfähigkeit gezeigt. Das bezweifelte nicht nur der Chaos Computer Club. Die zweifelhafte Erkennungstechnologie ist in der Welt und wird uns begleiten, wie das Beispiel von Taylor Swift zeigt. Der "gute Zweck" heiligt die Mittel, oder auch nicht: die eingeforderte Löschung biometrischer Daten vom G20-Gipfel wird sicher 2019 vor Gericht verhandelt und könnte zu einem Grundsatzurteil führen. Ganz nebenbei sei auf einen frühen Spitzenreiter unter den Nachrichten hingewiesen: "personalisierte" Filme dank Face-Swap im Verein mit Gesichtsmimik-Technologien produzieren künftig Alpträume (oder Pornos) besonderer Art.

IBM sorgte für Schlagzeilen und Aufsehen und das passierte bei den KI-Predigern nicht mit Watson, sondern mit der Übernahme von Red Hat, dem größten Zukauf in der langen Unternehmensgeschichte. Der Mega-Deal interessierte nicht nur Entwickler oder die Linux-Fans unter den Lesern. Kann sich der Konzern wieder einmal neu erfinden? Immerhin: das Erbe der letzten großen Übernahme ist aus dem Haus.

Mit Meltdown und Spectre fing das Jahr an, mit Emotet folgte der gar nicht besinnliche Ausklang, zumal ganze Firmen betroffen waren. Zeitweilig diskutierten 8000 bis 9000 Leser im Heiseforum, was zu tun und zu lassen wäre. Fest steht jedenfalls, dass Glühwein und Plätzchen nur sehr begrenzt weiterhelfen beim Blick in das so aufgedeckte furchtbare Security-Gruselkabinett. Das wird auch 2019 so sein. Aber der Blick in die Kristallkugel steht ja noch aus.

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