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Klein, billig und verdammt gut - Günstige Notebooks ab 270 Euro im Test

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Die Hersteller drehen weiter an der Preisschraube: Erstmals liegen auch Subnotebooks und 17-Zöller unter 500 Euro, während viele Netbooks keine 300 Euro mehr kosten. Doch im Billigsegment tummeln sich nicht nur solide Schnäppchen, sondern auch solche mit lausiger Laufzeit oder lautem Lüfter.

Setzt man die Obergrenze bei 500 Euro, besteht die Billigklasse in diesem Winter nicht nur aus 15-Zöllern, sondern umfasst erstmals auch 16- und 17-Zöller, diverse Subnotebooks und natürlich fast alle Netbooks. Dank dieser neuen Vielfalt präsentiert sich das unterste Preissegment attraktiver denn je. Auch Anwender mit höheren Ansprüchen an Mobilität oder Komfort werden fündig.

Bei den beliebten 15-Zöllern setzen wir mit drei Geräten einen Schwerpunkt, was angesichts des riesigen Angebots freilich nur einer Stichprobe entspricht. Mit dabei sind Acers Extensa 5230E, das mit Linux nur 300 Euro kostet, HPs 400 Euro teures Compaq 615 mit AMDDoppelkern und das Easynote TJ65 von Packard Bell. Letzteres darf mit seinem Preis von 670 Euro die Grenze überschreiten, weil es das günstigste Notebook mit Blu-ray und spieletauglichem Grafikchip ist. Einen etwas größeren Bildschirm und einen Intel-Doppelkern bringt MSIs 480 Euro teures CR600 mit. Auch dabei: der mit einem Einstiegspreis von 428 Euro günstigste 17-Zöller Dell Ins piron 1750.

Bei den Netbooks haben wir uns für Samsungs N130 und Dells Mini 1011 entschieden, weil beide noch recht jung und deshalb vermutlich noch lange erhältlich sind. Mit Preisen um 270 Euro gehören sie zu den günstigsten Modellen. Von der schnell wachsenden Subnotebook-Palette wählten wir Medions E3211, den günstigsten 13-Zöller mit optischem Laufwerk.

Andere interessante Leichtgewichte unter 500 Euro wie das Acer Aspire 1810 TZ mit neun Stunden Laufzeit und Doppelkern-CPU oder das Samsung N510 mit Atom-CPU und Ion-Grafik standen erst vor Kurzem auf unserem Prüfstand. Das Acer Timeline 3810T mit 13-Zoll-Bildschirm und 10 Stunden Laufzeit gibt es inzwischen auch als Travelmate 8371 mit mattem Bildschirm und Linux für 450 Euro. Die Preise der 12-Zoll-Netbooks Lenovo Ideapad S12 und Acer Aspire One 751 sind auf rund 350 Euro gefallen. Die günstigsten Netbooks mit UMTS, Samsungs NC10 und Lenovos Ideapad S10 , liegen bei 370 Euro.

Die billigsten Notebooks stammen also von den größten Herstellern. Kleine Anbieter waren früher oft in unseren Schnäppchen-Tests vertreten, können aber den aktuellen Umdrehungen der Preisschraube nicht standhalten. So hat ein Hersteller unsere Anfrage nach ei nem Testgerät mit der Begründung abgelehnt, höchstens Notebooks liefern zu können, die er selbst für schlechter als die im Test vertretenen Preisbrecher hält.

Display und Ergonomie

Alle Displays zeigen brauchbare Farben und Kontraste mit dem typisch mittelmäßigen Blickwinkelbereich. Die Bildschirme des Acer, des Medion und des Samsung verhindern mit ihrer matten Oberfläche störende Reflexionen. Die drei haben leider die schwächsten Hintergrundbeleuchtungen, die aber immerhin für Außeneinsätze im Schatten reichen dürften.

Eine angenehm hohe Auflösung bietet Dells 17-Zöller: 1600 x 900 Punkte, für 85 Euro Aufpreis gibt es sogar ein Panel mit 1920 x 1080 Punkten – Full HD. Die beiden Netbooks zeigen auf ihren 10-Zoll-Panels klassentypisch nur 1024 x 600 Pixel, was in fast jeder Anwendung häufiges Scrollen erfordert. Die anderen Kandidaten haben 1366 x 768 oder 1280 x 800 Punkte, beides praktikable, wenn auch nicht üppige Auflösungen.

Für Vielschreiber eignen sich vor allem das HP Compaq 615 und das Acer Extensa 5230E, weil deren Tastaturen den angenehmsten Anschlag bieten – beide haben allerdings ein unerfreulich kleines Touchpad. Ganz gut lässt sich auch noch auf dem Medion, MSI und Packard Bell tippen; die anderen Tastaturen geben zu stark nach. Die beiden Netbooks haben für Zehnfingerschreiber zu kleine Tasten. Ziffernblöcke gibt es bei Dell, MSI und – mit weniger Tasten – Packard Bell.

Die Touchpads von Dell, HP, Medion und Packard Bell beherrschen Multitouch-Gesten wie Zoomen mit zwei Fingern gut. Als unpraktisch erwiesen sich die Touchpads von Acer und MSI, weil ihnen sogar die normalen Scrollfunktionen fehlen.

Gewicht und Gehäuse

Die 15- bis 17-Zöller wiegen mindestens 2,4 Kilogramm, also zu viel, um unterwegs ständig dabei zu sein. Das Inspiron 1750 gehört mit 3,1 Kilogramm zu den leichtesten 17-Zöllern und hat ein schlankeres Gehäuse als der 15-Zöller Extensa 5230E. Das Medion E3211 erreicht mit 1,8 Kilogramm einen guten Wert für einen 13-Zöller mit optischem Laufwerk. Außerdem ist es recht flach; sogar das rund 1,2 Kilogramm leichte 10-Zoll-Netbook von Samsung ist etwas dicker. Am wenigsten wiegt das Dell-Netbook, verdankt dies allerdings seinem schwachen Akku.

Alle außer HP, Samsung und Acer verwenden Hochglanzkunststoff, der im Alltag schnell schmierig wird – dann sehen die Geräte wirklich „billig“ aus. Einen Schönheitspreis gewinnen aber auch die anderen nicht. Einen Knopf zum An- und Ausknipsen des WLAN-Moduls haben Acer, HP, MSI und Packard Bell, beim Rest des Testfeldes geht das mit einer Tastenkombination.

Leistung und Ausstattung

Besonders groß ist das Spektrum bei der Rechenleistung. Am unteren Ende stehen die Netbooks, deren Atom-Prozessor sich schon bei einfachen Aufgaben langsam anfühlt – beispielsweise treten schon beim Anzeigen von Webseiten mit mehreren Flash-Werbefilmchen Verzögerungen auf. Der Stromspar-Celeron mit enem Kern im Medion absolviert Benchmarks deutlich schneller, fühlt sich aber in einigen Situationen ähnlich langsam an. Etwas besser schlägt sich der höher getaktete Celeron des Acer, doch für aufwendigere Arbeiten empfehlen sich eher die Zweikernprozessoren der übrigen
Kandidaten.

Im Testgerät von Packard Bell steckte eine unzeitgemäß lahme Festplatte, in dem von HP eine überraschend schnelle. Die anderen liegen mit 50 bis 70 MByte/s im Mittelfeld. Erfreulicherweise sind nicht alle Billignotebooks auf 160 GByte beschränkt, bei MSI und HP gibts die doppelte Kapazität.

Für Spiele eignen sich die Notebooks bis 500 Euro kaum. Die Chipsatz-Grafikkerne des HP und des MSI stechen etwas heraus, reichen aber nur für Spiele älteren Datums oder ohne nennenswerten Action-Anteil. Auf den Netbooks dürften selbst von diesen lange nicht alle mit akzeptabler Geschwindigkeit lau fen. Das Packard Bell hat einen Grafikchip, der sonst nur in (noch) teureren Notebooks zu finden ist, den GeForce GT 240M. Er macht Spielen fünfmal mehr Dampf als die Chipsatzgrafik, womit er halbwegs Anschluss an die Zocker-Mittelklasse findet.

Einen digitalen Displayanschluss gibts bei MSI und Packard Bell. Die anderen haben nur VGA, was bei Monitoren ab 22 Zoll kein allzu scharfes Bild mehr ergibt. DVD-Brenner sind schon seit Jahren Standard, auch der 13-Zöller von Medion hat einen – bei den Netbooks fehlt bauartbedingt ein optisches Laufwerk. Erfreulicherweise haben fast alle Kandidaten einen ExpressCard-Slot, sodass man FireWire oder eSATA – fehlt bei allen – nachrüsten kann. Wer noch auf ein Analogmodem angewiesen ist, findet es nur beim HP oder greift zur USB-Variante; ExpressCard-Analogmodems sind uns nicht bekannt. Kamera und Speicherkartenleser fehlen nur bei Acer, ein Mikrofon haben alle. Die beste Ausstattung (HDMI, Blu-ray-Laufwerk) hat natürlich das teurere Packard Bell.

Einige Notebooks haben nicht nur WLAN nach IEEE 802.11b/g, sondern auch 11n. Doch lediglich Acer, Medion, Packard Bell und MSI bringen Transfer raten von über 4 MByte/s zustande, wogegen Dell und Samsung nicht mehr als rund 3,3 MByte/s schaffen, die auch per gutem 11g möglich sind.

Laufzeit und Geräusch

Die beiliegenden Akkus fassen zwischen 40 und 50 Wattstunden, eine Ausnahme stellt der des Dell Mini 1011 mit rund der Hälfte dieser Kapazität dar. Das reicht für dreieinhalb Stunden Laufzeit – ziemlich kurz im Vergleich zu den siebeneinhalb Stunden des N130. Das Medion läuft 4,7 Stunden, für einen ständigen Begleiter ganz schön knapp.

Bei den großen Notebooks spielt die Laufzeit in der Praxis der meisten Anwender eine Nebenrolle, deswegen kann man die hohe Leistungsaufnahme und die damit verbundene Ausdauer von unter vier Stunden verschmerzen.

Nur die Notebooks von MSI und HP geben ein hörbares Grundrauschen von sich, wobei das HP subjektiv mehr stört, als der kleine Unterschied in den Messwerten vermuten lässt. Unter Last bläst das Packard Bell am lautesten, doch dürfte man den Spitzenwert von 1,6 Sone selten erreichen.

Die kompletten Testergebnisse der überprüften Billig-Notebooks finden Sie im Artikel "Mobile Preisbrecher, Günstige Notebooks von 10 bis 17 Zoll" von Christian Wölbert in der Printausgabe 1/2010 des c't magazins ab Seite 82. Den Beitrag erhalten Sie im c't-Kiosk auch als pdf-Datei . (gs)

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