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Klein oder groß, billig oder teuer - Welche Foto-Kamera ist die richtige?

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Es scheint beschlossene Sache: 3D wird Trend. Da verwundert es nicht, dass auch Kamerahersteller das Thema 3D vorantreiben möchten: So bringt etwa Fuji mit der Real 3D W3 den Nachfolger der bereits 2008 vorgestellten W1. Die rund 480 Euro teure Kamera nimmt sowohl 2D- und 3D-Fotos als auch 3DHD-Videos auf (720p, 24 Bilder pro Sekunde) – und zwar über zwei Fujinon-Objektive (Brennweitenbereich 35–105 mm Kleinbildäquivalent), deren Abstand in etwa dem natürlichen Augenabstand entspricht. Zwei 10 Megapixel-1/2,3"-CCD-Sensoren kümmern sich um je ein Bild, ein hauseigener Prozessor komponiert beide zu einer einzelnen 3D-Aufnahme, die man dank eines speziellen Displays auch ohne Brille ansehen kann und die tatsächlich auch räumlich wirkt. Der Anschluss an jeden HDMI-1.4-kompatiblen 3D-Fernseher sei ebenfalls möglich, so Fuji.

Auch Sony nimmt sich dem Thema 3D an, allerdings nicht in Form einer eigenen Kamera. Vielmehr hat man eine sogenannte 3D-Schwenkpanorama-Funktion in die Firmware verschiedener Kameras implementiert – etwa in die Cybershot DSC-WX5, die NEX-5 oder in den neuen alpha-Modellen α55 und α33. Um mit ihnen eine einzelne 3D-Aufnahme zu machen, schwenkt man mit gedrücktem Auslöser horizontal über einen Bereich von bis zu 200° von links nach rechts. Anschließend berechnet die Kamera aus den gemachten Einzelaufnahmen ein wahlweise 5- oder 23-Mega pixel großes 3D-Panorama, für dessen Darstellung man allerdings einen 3D-Fernseher braucht.

Panasonic geht das Thema 3D-Fotografie mit einem Doppelobjektiv an, das an die eigenen Digitalkameras mit Micro-Four-Thirds-Anschluss passt. Es soll auch für Kameras ohne spezielle 3D-Aufnahmestruktur geeignet sein und Stereobilder ohne nennenswerte Verzeichnung oder zeitliche Verzögerung per Split-Technik liefern, heißt es bei Panasonic.

Schnellerer Autofokus

Wie schnell eine Kamera zum Schuss kommt, ist von einer ganzen Reihe Faktoren abhängig – unter anderem davon, nach welchem Prinzip der Autofokus der Kamera arbeitet. Während Kompaktkameras und die meisten spiegellosen Systemkameras kontrastbasierte AF-Systeme verwenden, greifen Spiegelreflexkameras auf das vor allem bei schlechten Lichtverhältnissen deutlich schneller arbeitende Phasenautofokus-Prinzip zurück. Voraussetzung dafür war (und ist) bislang allerdings ein Klappspiegel-System, denn das lenkt den Strahlengang auf einen speziellen Fokus-Sensor um.

Anders bei Sonys beiden neuen alpha-Systemkameras SLT a33 und -a55V: Sie verwenden zwar auch einen Spiegel, aber einen teildurchlässigen. Das hat Vorteile: Erstens muss der Spiegel während einer Aufnahme nicht mehr aus dem Strahlengang entfernt werden, zweitens können beide Alphas dank des teildurchlässigen Spiegels besagten Phasenautofokus zur Entfernungsbestimmung verwenden. Beides macht schnellere Serienbildfolgen möglich. So bringt es die α55V laut Hersteller auf bis zu 10 Bilder pro Sekunde (bei einer Auflösung von 16,2 Megapixeln), die α33 (14,2 Megapixel) kommt immerhin noch auf bis zu sieben Aufnahmen je Sekunde.

Allerdings hat der „Single Lens Semi Translucent Mirror“ – oder kurz SLT – auch Nachteile: Da der Spiegel bei einer Aufnahme nicht mehr hochklappt, erreichen den Bildsensor nur rund 70 Prozent des einfallenden Lichts, was Sony aber durch verbesserte Exmor-CMOS-Bildsensoren ausgleichen will, die in beiden Modellen APS-C-Größe aufweisen. Im Single-Shot-Modus reicht die ISO-Empfindlichkeit von 100 bis 12 800, zusätzlich
gibt es noch eine überlagerte Mehrfachaufnahme mit ISO 25 600.

Neuigkeiten zum Thema Autofokus gibt es auch von Fuji, denn die kompakten FinePix F300EXR und die Z800EXR können neuerdings neben dem Kontrast-Autofokus auch über den Phasenautofokus scharf stellt – wann welche Methode eingesetzt wird, entscheiden die Kameras automatisch. Möglich macht das der verbaute 1/2-Zoll-große „Super CCD EXR“-Chip, der vereinzelte Pixelpaare, die auf dem Chip selbst verbaut sind, für die Entfernungsbestimmung nutzt. Anders als beim Kontrast-Autofokus, der die Fokussierung kontinuierlich solange anpasst, bis der maximale Kontrast erkannt wurde, teilt der Phasen-Autofokus das einfallende Licht in Bildpaare und führt eine Berechnung der Phasendifferenz durch, um die optimale Fokuseinstellung zu ermitteln. Damit erreicht die F300EXR laut Fuji eine Autofokus-Geschwindigkeit von knapp 0,16 Sekunden.

Viele Aufnahmen, ein Foto

Die Idee, ein besseres Bild aus mehreren Einzelaufnahmen zusammenzusetzen, ist nicht neu, wird aber immer beliebter. Dabei sucht der Bildprozessor aus unterschiedlichen Einzelfotos nach optimal abgebildeten Details und setzt diese zu einem neuen Bild zusammen, um etwa rauschärmere Fotos bei schwacher Belichtung zu erreichen. So berechnet die Ricoh CX4 im „Nachtlandschaft Mehrbild“-Modus aus vier Aufnahmen ein einzelnes Bild. Und Sony-Cybershot Kameras, wie etwa die TX9, machen zur Vermeidung von Farbrauschen bis zu sechs unterschiedliche Aufnahmen, aus denen sie schließlich die am besten belichteten Details zu einem neuen Foto zusammenfügen. Weitere Beispiele sind die Sony-Funktion „Background Defocus“, bei der die Kamera zwei Aufnahmen macht: eine mit scharfem Vordergrund und eine mit unscharfem Hintergrund. Ähnlich arbeitet die „Pro Focus“-Funktion der neuen Fuji-Kompaktkameras, die zwei oder drei Einzelaufnahmen macht.

Auch um den Dynamikbereich anzupassen, nutzen Kamerahersteller die Multi-Shot-Technik. So schießt beispielsweise die neue Canon PowerShot S95 im sogenannten HDR-Modus drei Aufnahmen mit unterschiedlicher Belichtung, die sie anschließend zu einem einzelnen Bild zusammensetzt, das sowohl in den Spitzlichtern als auch in den Schatten besser durchgezeichnet ist.

Ein weiteres Beispiel für softwarebasierte Mehrbild-Techniken ist das nahtlose Zusammenfügen von Einzelaufnahmen zu Panoramen, deren Abbildungen den Bildwinkel des Objektivs übertreffen. Bisher mussten dafür sorgfältig sich überlappende Einzelbilder aufgenommen und später im PC zusammengesetzt werden. Mittlerweile genügt bei vielen Kameras ein Schwenk über das Motiv. Sony etwa nennt die Funktion „Sweep Panorama“, bei Fuji heißt sie „Motion Panorama“.

Und auch die Ausdehnung der Schärfe im Motiv lässt sich durch Mehrbild-Technologie steuern. Wieder werden dazu mehrere Einzelfotos aufgenommen, diesmal aber mit unterschiedlicher Entfernungseinstellung.

Hilfe für Einsteiger

Diese und ähnliche Funktionen sollen vor allem der kaufkräftigen Einsteigerzielgruppe bessere Bilder bescheren – einen Weg, den auch Nikon mit seiner neuen Spiegelreflexkamera D3100 beschreitet. Der Nachfolger der erfolgreichen D3000 richte sich „an junge Familien, die sich schöne Bilder wünschen, ohne komplizierte Funktionen erlernen zu müssen“, heißt es bei Nikon. Dank einer Vielzahl automatischer Einstellungen nehme die Kamera dem Fotografen viel Arbeit ab, ähnlich wie eine Kompaktkamera. Im Automodus wird dank Motivautomatik das für die jeweilige Aufnahmesituation passende Motivprogramm ausgewählt. Wird über den Sucher fotografiert, sorgt ein Motiverkennungssystem für passende Bilder, indem über ein 420-Pixel-RGB-Sensor zunächst das Motiv analysiert und unmittelbar vor der Auslösung die Kameraeinstellungen entsprechend optimiert wird. In die Kamera eingebaut ist ebenfalls ein sogenannter „Guide-Modus“, der als eine Art elektronisches Lehrbuch fungiert und der Anfängern zeigen soll, wie man Bilder macht, die den eigenen Vorstellungen entsprechen.

Weitere Informationen zu den neuen Fotokameras finden Sie in unserem Sonderheft Digitale Fotografie und auf heise Foto, unserem kostenlosen Online-Angebot für Foto-Einsteiger, ambitionierte Amateure und professionelle Fotografen. (Jobst-H. Kehrhahn) / (gs)

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