heise Video
Mein heise Video heise Video mobile Website heise Video Newsletter

Kompromiss-Player - Apples iPod touch

Video merken

Der Einsatz von Flash-Speicher (8 oder 16 GByte) ermöglicht beim iPod touch die flache Bauart. Äußerlich sucht der Touch Anschluss zur iPod-Familie: Die hochglänzende Front ist in einen mattierten Aluminiumrahmen gefasst, eine Edelstahlwanne bildet wie gewohnt die Rückseite. Im Kern handelt es sich um ein leicht modifiziertes iPhone. Schon kurz nach dem Verkaufsstart in den USA kursierten in einschlägigen Foren Anleitungen zum Hacken des Players, so dass man iPhone-Anwendungen auf dem Touch laufen lassen kann.

Nach dem ersten Anschalten gibt sich der Touch bockig: Ohne Freischaltung per iTunes lässt sich der Player nicht in Betrieb nehmen. Nachdem iTunes das Gerät erkannt hat, lässt es sich wie gewohnt mit Musik, Fotos und Videos befüllen.

Außer dem Touch-Display mit großzügigen 9 Zentimeter Diagonale findet sich an der Front lediglich ein Taster – er dient zum Einschalten und führt von jedem Punkt jeweils ins Hauptmenü zurück. Die Oberfläche entspricht der des iPhone – mit Google-Maps, Notes, Stocks und dem Wetter-Plug-in fehlen allerdings einige von dort bekannte Anwendungen. Der Safari-Browser ist immerhin erhalten geblieben, dank des integrierten WLAN-Moduls (802.11 b/g) lässt sich der iPod somit auch als Web-Pad nutzen.

Der Abspeckaktion sind auch Hardware-Elemente des iPhone zum Opfer gefallen: Der Hold-Schieber ist verschwunden, der Minilautsprecher fehlt, und auch die Lautstärkewippe am Geräterand sucht man vergebens. Während man den Touch in der Tasche hat, lässt sich auf die Schnelle nichts ausrichten – die visuelle Rückkopplung mit dem Display ist unabdingbar.

Die Navigation in der Musiksammlung ist dank Multitouch-Oberfläche ein reines Vergnügen. Die Titel lassen sich nach Album, Interpret oder Titelname sortiert über das Display schubsen. Eine rechts eingeblendete Alphabetleiste erlaubt den schnellen Zugriff bei großen Sammlungen. Dreht man den Player in der Albenansicht in die Horizontale, kann man die Titel mit Cover Flow durchstöbern. Leider ist das nette Feature nicht voll in die übrige Navigation integriert: Die gerade laufende On-The-Go-Liste lässt sich von hier aus nicht verlängern – nicht einmal die Lautstärke kann man beeinflussen. Liegt der Player rücklings auf dem Tisch, muss man die Navigation erst wieder in die Vertikale schütteln, um den Lautstärkeschieber zu erreichen.

Videos in H.264 oder MPEG-4 kann man auf dem LCD mit QVGA-Auflösung ermüdungsfrei betrachten, allerdings neigte das Display unseres Testgerätes zu einem leichten Flimmern – ein Effekt, der bei unseren iPhones deutlich weniger auftrat. Spätestens bei der Videowiedergabe vermisst man einen Lautsprecher, um das Mini-Kino auch für umstehende Zeitgenossen nutzbar zu machen.

Per WLAN kann man in Nähe eines Hotspot mit dem iPod touch im iTunes Wi-Fi Music Store einkaufen. Er bietet einen bequemen Zugriff auf das gesamte Musik-Repertoire des iTunes Stores. Titel lassen sich vorhören, der Kaufvorgang ist mit zweimaligem Fingertippen erledigt, der Song landet in weniger als 30 Sekunden auf dem Player. Beim nächsten Synchronisationsvorgang wird der Titel an den PC übertragen und landet in einer separaten Liste unter den anderen iTunes-Einkäufen.

Steve Jobs sprach bei der Einführung des iPhone vom "besten iPod aller Zeiten". Der iPod touch ist durch die Abmagerungskur zwar dünner, aber nicht besser geworden als das iPhone. Besonders das Fehlen von Lautstärketaster und Lautsprecher machen den Touch gegenüber dem iPhone zum schlechteren iPod.

Der Preis für die 8-GByte-Version beträgt stolze 300 Euro, das 16-GByte-Modell schlägt mit 400 Euro zu Buche. (gs)

Mehr zu:

Im Themenforum Prüfstand diskutieren.

mehr ausklappen weniger einklappen

Videos dieser Serie (7)

  • Selbstbedienung - Grobe Schlampereien beim Datenschutz

    Pünktlich zur Einschulung kommt Post von der Bank - ein kleiner Gutschein, wenn der ABC-Schütze hier sein Schüler-Konto eröffnet. Woher kennt die Bank eigentlich die persönlichen Daten der...

  • Probleme mit der Technik? - Schnurer hilft! - CD oder DVD ist nicht mehr lesbar

    Was tun, wenn nach dem Urlaub die Druckertinte eingetrocknet ist? Wie kann man sicher sein, im Internet einen seriösen Händler gefunden zu haben? Welche Digitalkamera sollte man kaufen - die kleine...

  • Pfadfinder, Reiseleiter und Notfall-Hilfe - Edel-Navigationssysteme mit Macken

    Da waren die Testingenieure überrascht. Denn die Aufgabe erschien auf den ersten Blick doch sehr einfach: Die neuen Navigationssysteme mit Reiseführer sollten das Testteam zum rund fünf Kilometer...

  • News - Aktuelles aus der Sendung vom 13.10.2007

    GDL-Seite gehackt - Kein Sicherheitsgewinn durch Videoüberwachung - Rekord-Papierverbrauch - Handy testen erlaubt!

  • Was ist eigentlich? - Das c’t magazin Computer-ABC - Front Side Bus

    Computerdeutsch ist eine ganz eigene Sprache. Kaum ein Laie wird auf Anhieb verstehen, dass die Bezeichnung "Shared Memory" beim Notebook eher eine nachteilige Wirkung auf die "Performance" - also...

  • Der tiefe Blick in die Trickkiste - Visuelle Effekte in Kinofilmen

    Eine ganz besondere Messe feiert Geburtstag - die "Edit" in Frankfurt. Hier treffen sich seit zehn Jahren Hollywoodgrößen und Computerexperten, um sich über die neuesten Tricktechniken bei der...

  • Kompromiss-Player - Apples iPod touch

    Apples iPod touch bringt das Multitouch-Erlebnis des iPhone nun auch nach Deutschland. Er ist breit wie der iPod classic, fast so hoch wie das iPhone und nur acht Millimeter dünn. Der jüngste Spross...

Anzeige

Das war c't TV – das komplette Archiv