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Navigationshilfen - Unterwegs mit dem Smartphone

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Navigationsgeräte haben ein Problem: Nach spätestens vier bis fünf Jahren ist ihr Kartenmaterial veraltet. Drei Lösungen bieten sich an: Mit neuem Kartenmaterial das alte Navi auffrischen, ein komplett neues Navigationsgerät, das auch gleich Karten-Updates mitbringt, und ein modernes Smartphone, welches sich inzwischen ebenfalls als Navigationsgerät etabliert hat.

Möglichkeit 1: Neue Karten

Updates sind, sofern die alten Geräte überhaupt noch unterstützt werden, teuer. Mit rund 80 Euro muss man rechnen, will man sein Navigationsgerät auf Europas neuesten Stand bringen. Und damit nicht genug: Neuere Modelle bieten noch weitere Vorteile, die das alte Gerät auch durch ein Karten-Update nicht wettmachen kann.

Möglichkeit 2: Neues Navigationsgerät

Im unteren Preissegment sind die Geräte für Zentral-Europa bereits ab 105 Euro (Navigon 20 Plus) zu haben. Teurere Geräte von TomTom, Falk, Becker oder Garmin für 125 bis 160 Euro beinhalten vor allem zusätzliche Länder.

Im Gegensatz zu älteren Modellen bieten moderne Geräte außerdem Fahrspurassistenten, die vor dem nächsten Abbiegen eine Fahrspur empfehlen, Tempowarner, aktuelle Staumeldungen (TMC), optimierte Routen für unterschiedliche Fahrstile („Sprit sparen“, „Schnell ans Ziel“, usw.) und 3D-Modelle markanter Gebäude zur besseren Orientierung.

Abseits der herkömmlichen Navigation bieten die Geräte wenig: Teilweise integrierte Points-of-Interest-Listen (POI) zeigen beliebte Treffpunkte wie Kinos und Restaurants in der Nähe an und navigieren auf Wunsch direkt dorthin. Zusätze wie die Navigation zu Fuß oder mit dem Fahrrad scheitern häufig an der sehr geringen Akku-Leistung.

Gefahrenpotential

Die Geräte werden alle mit passendem Ladekabel für den Zigaretten-Anzünder und Halterungen geliefert. Bei letzteren ist allerdings Vorsicht geboten: Denn die beliebte Position in der Mitte der Windschutzscheibe schränkt die Sicht – etwa auf Fußgänger am rechten Fahrbahnrand – gefährlich ein und ist deshalb auch in manchen Ländern per Gesetz verboten. Besser ist es, das Navigationsgerät links vom Lenkrad anzubringen.

Vorsicht ist auch bei Universalhalterungen angesagt. Die mit Saugnäpfen, Klebefolie oder als Sandsack befestigten Plastik-Griffe sind darauf ausgelegt, Geräte in unterschiedlichen Größen festzuhalten und sind daher flexibel justierbar. Bei einem Unfall können sich die Geräte aber allzuleicht aus der Halterung lösen und fliegen unkontrolliert durch den Fahrerraum. Besser sind Original-Halterungen, die bei Navigationsgeräten ohnehin mitgeliefert werden.

Etwas komplizierter ist die Situation bei Smartphones: Dafür empfiehlt die Redaktion unbedingt Original-Zubehör, das mitunter etwas teurer, dafür aber genau an die Größe der Geräte angepasst ist (Halterungen bspw. für das iPhone kosten ca. 25 Euro ohne Ladekabel).

Möglichkeit 3: Smartphones

Apropos Smartphones: Die sind zwar etwas teurer in der Anschaffung, jedoch entfallen sämtliche Updates durch ständig aktuelles Karten-Material aus dem Internet. Die Karten beziehen die Geräte von den großen Anbietern, auf die auch Google, Microsoft und andere Dienste zugreifen: TeleAtlas, NavTeq und OpenStreetMap.

Es muss außerdem nicht gleich ein iPhone sein (650 Euro). Billige Smartphones, etwa das HTC Wildfire (230 Euro), das Nokia C7-00 (200 Euro) oder das LG P500 Optimus One (160 Euro), eignen sich ebenso als Navigationsgerät. Die passende Software (Google Maps, Ovi Maps, OpenStreetMap, etc.) bringen die Geräte meist bereits mit, andernfalls lassen sich die Apps kostenfrei nachinstallieren.

Der große Vorteil des ständig aktuellen Karten-Materials ist zugleich auch eine markante Einschränkung: Das Gerät muss nämlich ständig online sein. Ein entsprechender Mobilfunktarif samt Internet-Flatrate ist Pflicht. Und damit verbunden scheidet vorerst auch das Ausland aus – die Roaming-Gebühren würden sich trotz EU-Obergrenze in astronomischen Höhen bewegen. Auch in Grenznähe und in Gebieten mit schlechtem Empfang – also etwa in den Bergen – hat das Handy Probleme.

Abhilfe schaffen Apps, die das Kartenmaterial im Vorhinein auf das Smartphone laden (Alk CoPilot, Falk Navigator, Navigon Select, TomTom fürs iPhone, iGo, usw.). Solche Anwendungen kosten zwar häufig Geld, jedoch sind sie mit durchschnittlich zehn Euro für Zentral-Europa günstiger als Navigationsgeräte. Voraussetzung ist aber ein entsprechend großer Speicher, der eventuell in Form einer Speicherkarte zugekauft werden muss (Kartenmaterial für Deutschland, Österreich und die Schweiz verschlingen gemeinsam je nach App zwischen 500 MByte und 2 GByte).

Außerdem fällt das Navigieren per Smartphone im Auto, sofern der Fahrer das Gerät dabei in der Hand hält, unter das Handy-Verbot. Eine Halterung oder ein Beifahrer sind also Pflicht. Zudem empfiehlt sich ein Ladekabel, das ebenfalls zugekauft werden muss (ab ca. 10 Euro im Fachhandel).

App-Tipps für Ausflügler

Der insgesamt höhere Preis für Smartphones rechnet sich also nur, wenn man das Gerät auch für andere Dinge einsetzt. Zum Telefonieren etwa. Oder dank tausender kostenfreier Apps als kleiner Helfer unterwegs.

Bei Hunger zum Beispiel helfen so genannte Location-Based Services – Anwendungen also, die anhand der aktuellen Position Informationen liefern. Das Gerät bestimmt dafür unsere Position über GPS, drahtlose Netzwerke in der Nähe und den gerade genutzten Sendemasten und übermittelt sie an ein entsprechendes Service (Wikitude, Layar, foodspotting). Dieses liefert dann Restaurants in der näheren Umgebung zurück, direkt versehen mit Kontakt-Informationen zur Tisch-Reservierung, Bewertungen anderer Nutzer und Bilder der Örtlichkeiten sowie des Essens. Über Kategorien und den Radius lässt sich die Auswahl einschränken, etwa auf chinesische Restaurants im Umkreis von zwei Kilometern.

Drückt die Blase, hilft der „Toiletten Finder“. (toiletten finder Apple iOS, toiletten finder Android) Auch er übermittelt die aktuelle Position und liefert anschließend öffentliche Toiletten in der Umgebung zurück. Ein Klick genügt und das Smartphone führt Sie auch direkt dorthin.

Wer mit dem Auto unterwegs ist, kann dank „gratisparken“ das Geld für teures Parken sparen. Denn die App listet für zahlreiche deutsche Städte Parkplätze auf, die – der Name verrät’s – nichts kosten. Auf Wunsch wird ebenfalls die Navigations-App direkt mit den Koordinaten gefüttert und navigiert den Fahrer direkt zum nächsten Parkplatz.

Und um das Auto nach dem Ausflug wieder zu finden, reicht das Markieren des Parkplatzes in der App „Park Me“. Die Software speichert dann die Position des Autos und zeigt später den Weg zurück. Was sich das Programm dabei allerdings nicht merkt, ist das Stockwerk in Parkhäusern. (gs)

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